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Wesseling

Wie sich Wesseling vor über 40 Jahren von Köln lossagte

Wesseling, das ist auf den ersten Blick die Stadt südlich von Köln-Rodenkirchen. Tatsächlich hat Wesseling hat eine besondere Geschichte mit Köln. Zwischen Januar 1975 und Juni 1976 gehörte Wesseling zur Stadt Köln. Heute ist sie eigenständig.

In den 1970er-Jahren gab es das so genannte Köln-Gesetz (beschlossen im September 1974 vom NRW-Landtag), das die Stadtfläche von Köln fast verdoppelte. Gehörten vorher rund 25.000 Hektar zu Köln, so waren nach danach fast 50.000 Hektar.

(Foto: Wolkenkratzer / CC-BY-SA 4.0)

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Als Wesseling zu Köln gehörte

Grund dafür waren zahlreiche Eingemeindungen: Porz, Zündorf, Rodenkirchen, Esch-Pesch, Lövenich, Widdersdorf und Marsdorf wurden fortan zu Köln gezählt und verloren ihre Eigenständigkeit. Auch Wesseling gehörte dazu.

Köln gewann so auf einen Schlag über 170.000 Einwohner und war durch das Köln-Gesetz über Nacht zur Millionenstadt geworden. Die Menschen in Wesseling aber wollten keine Kölner sein. Sie wollten eigenständig sein.


„Wesseling soll frei bleiben“

Bereits zuvor hatte sich Protest formiert: „Nie nach Köln“, „Wesseling soll frei bleiben“ stand auf Plakaten, mit denen die Menschen damals demonstrierten. Wesseling war sich damals sehr einig: 83 Prozent der Menschen in Wesseling stimmten damals bei einem Volksbegehren gegen die Eingemeindung.

Die Bürger in Wesseling wollten nicht nur frei bleiben, sie hatten auch Kostenargumente auf ihrer Seite. So waren die Gebühren für Straßenreinigung, Friedhof oder auch Hunde in Köln deutlich höher.

Die Wesselinger gaben trotz vollzogener Eingemeindung nicht auf. Sie zogen bis vors Landesverfassungsgericht in Münster. Das wiederum erklärte das Köln-Gesetz für verfassungswidrig.

Als die Entscheidung am Nikolaustag 1975 bekannt wurde, kamen tausende Bürger Wesselings vor dem Rathaus zusammen. Sogar die Kirchenglocken läuteten. Wesseling war ab dem 1. Juli 1976 wieder eine eigenständige Stadt und gehörte fortan dem heutigen Rhein-Erft-Kreis an.

Köln wiederum war durch den Wegfall von Wesseling fortan keine Millionen-Stadt. Es sollte bis 2010 dauern, also über 30 Jahre, ehe Köln die Millionen-Grenze bei den Einwohnern wieder durchbrechen sollte.

Das Wesseling-Gesetz und Köln-Gesetz

„Aus der Stadt Köln wird das Gebiet der ehemaligen Stadt Wesseling ausgegliedert. Es bildet eine selbständige Gemeinde mit dem Namen Wesseling. Die Gemeinde Wesseling führt die Bezeichnung Stadt“, heißt es in Paragraph 1 des Gesetzes zur Wiederherstellung der Selbständigkeit der Stadt Wesseling („Wesseling-Gesetz“) vom 1. Juni 1976.

Beim „Köln-Gesetz“ wurden die Kreise und Gemeinden neu gegliedert. Ziel war es damals, die kleinteilige Gemeindestruktur zu beenden. Es ist die bis heute gültige Rechtsgrundlage für Köln, Leverkusen, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer-Kreis und den Oberbergischen Kreis.

Wesseling hat hat rund 37.500 Einwohner und ist aufgeteilt in Wesseling-Mitte, Keldenich, Berzdorf und Urfeld.

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2 Kommentare

  • Nicht nur die Wesselinger – auch wir Porzer – haben gewaltig gegen die Eingemeindung protestiert. Leider ohne Erfolg, weil die Sache politisch schon längst beschlossen war. Die Bewegung „Pro Porz“ ist – wie bei mir – sicher auch bei vielen anderen noch in Erinnerung.

    • Verliebt in Köln

      Warum hat es denn damals bei Wesseling geklappt und bei Porz nicht? Weißt du das noch?

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