Werden E-Scooter in Köln bald verboten?

Man muss es in diesem Fall so deutlich sagen: Diese Bilanz ist eine Katastrophe. Und man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, wann es in Köln hier den ersten Toten geben wird.

In einer Mitteilung hat die Kölner Polizei über die E-Scooter Unfälle allein vom vergangenen Wochenende berichtet. Und es liest sich in den Details wie ein Horrorkabinett:

  • Sechs Schwerverletzte mit Kopfverletzungen und schweren innere Verletzungen
  • 2mal Intensivstation
  • 10mal Alkohol im Spiel 

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„Die Unfälle vom Wochenende spiegeln das desaströse und enthemmte Verhalten derer wider, die alkoholisiert, zu zweit oder sogar zu dritt und entgegen aller Regeln mit E-Scootern auf den Straßen, Rad- und Gehwegen unterwegs sind“, so die Kölner Polizei.

Werden E-Scooter in Köln bald verboten?

Im Nachgang an diese schlimme Wochenendbilanz zeigte sich die Kölner Polizei gegenüber dem Stadtanzeiger offen für ein Verbot von E-Scootern in Köln. In Städten wie Kopenhagen oder Mailand sind E-Scooter bereits verboten.

Eine Umsetzung anzuschieben ist jedoch nicht Sache der Polizei, sondern der Kölner Politik. In Porz haben sich Grüne und CDU etwa bereits dafür ausgesprochen, dass E-Scooter verboten werden. Die Bilanz hat zumindest eine Diskussionen angeschoben

Alkohol häufig Ursache für E-Scooter Unfälle

Die Schema für Unfälle ist häufig ähnlich. In den Abendstunden, oder nach Parties erscheinen E-Scooter als verlockendes Fortbewegungsmittel, besonders im Sommer. Mit Alkohol und ohne Helm endet das im Kölner Straßenverkehr jedoch immer häufiger im Krankenhaus, im schlimmsten Fall auf der Intensivstation.

Die Polizei schätzt, dass es noch mehr Unfälle mit E-Scooter gegeben hat: „Wir haben nur die Fälle aufgeführt, zu denen wir auch gerufen wurden, weil Menschen verletzt neben ihrem E-Scooter lagen.“ Im Juni zählte die Polizei in Köln 69 Unfälle mit E-Scooter und 43 verletzte E-Scooter-Fahrer.

(Linktipp: 7 Regeln und Straßen, die für E-Scooter Fahrer in Köln gelten)

Die Verletzungen von E-Scooter Fahrern in Köln

Das ist ein Teil der Verletzungen, die Menschen in Köln bei Unfällen mit E-Scooter erlitten haben. Wir zitieren hier die Meldung der Kölner Polizei:

Samstagmorgen, 4 Uhr in Rodenkirchen: „Nach einem Sturz ohne Fremdeinwirkung war der alkoholisierte 20-jährige Fahrer des Leihscooters aufgrund seiner schweren Gesichtsverletzungen nicht einmal mehr in der Lage, einen Alkoholtest durchzuführen.“

Sonntagmorgen, 2 Uhr in Sülz: „Beim Abbiegen von der Zülpicher Straße auf den Alphons-Silbermann-Weg fuhr der 43 Jahre alte Nutzer eines E-Scooters gegen einen Bordstein und stürzte. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von fast 1,8 Promille. Der Fahrer des Leihscooters erlitt Knochenbrüche im Gesicht und Hämatome. Aufgrund von Hirnblutungen liegt er auf einer Intensivstation.“

Sonntagabend, 20.30 Uhr, Herkulesberg: „Ein mit drei Jugendlichen besetzter Leihscooter (Fahrer 16 / Sozia w16, w17), der auf einem Schotterweg in der Parkanlage am Herkulesberg bergab fuhr, verlor die Kontrolle und stürzte. Rettungskräfte brachten den 16-jährigen Fahrer mit schweren Gesichtsfrakturen stationär in ein Krankenhaus.“

Sonntagabend, 23 Uhr, Neustadt Süd: „Auf der regennassen Severinstraße stürzte am Sonntagabend eine 49-jährige E-Scooter-Fahrerin. Sie schlug mit dem Hinterkopf zunächst auf einem geparkten Opel und dann auf der Fahrbahn auf. Dabei erlitt sie Knochenbrüche im Gesicht sowie innere Verletzungen.“

Umweltsauerei: 500 E-Scooter im Rhein

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass in Köln rund 500 E-Scooter im Bereich der Hohenzollernbrücke im Rhein liegen und bislang nicht entsorgt wurden, wie der WDR zuerst berichtete. Umweltschützer sprachen dabei von einem Umweltskandal. Denn es sei nicht ausgeschlossen, dass die Batterien der Geräte auf dem Grund des Rheins auslaufen und so hochgiftige Flüssigkeit in den Rhein gelangt.

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3 Kommentare

  • Jürgen B.

    Man hätte diese E-Roller niemals für den Öffentlichen Verkehr freigeben dürfen!!

  • Es ist mir auch unbegreiflich wieso 14 jährige die ahnungslos über Verkehrsregeln sind die einfach drauflos fahren ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger. Am schlimmsten sind dann die, die meinen Verkehrswege damit zu blockieren, so dass ätlere mit Rollator oder Mütter (Väter) mit Kinderwagen dann auf die Straße müssen weil es kein vorbeikommen gibt.
    Pfui ihr sollte euch schämen.

  • Vielleicht neben den Verletzungen zweitrangig. Aber die in Halteverboten und Spielstraßen abgestellten sind ein Ärgernis. Roller bekommt man gar nicht beiseitegeschoben, wenn man hier als Bürger die Sache in Ordnung bringen möchte.

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