Sie ist in den Wintermonaten nicht zu übersehen: An der sonst tristen Betonfassade am Ebertplatz ist in diesen Tagen eine riesige LED-Wand installiert. Dort läuft keine Werbung, sondern Kunst-Projekte in einem ungewöhnlichen Format. Vor allem in der dunklen Jahreszeit ist die Installation am Abend für viele Menschen ein bunter Hingucker am ansonsten tristen Platz.
Was ist das für ein Projekt?
Das Projekt nennt sich Fries TV, die LED-Wand ist 55 Meter lang und 1 Meter hoch. Sie erstreckt sich über dem Betonfries der Ebertplatzpassage. Seit 2021 zeigt Fries TV während der Wintersaison Videokunst sowie künstlerische Live-Events im öffentlichen Raum. (Fotos: Cecil Bautz)
Das Programm läuft in diesem Jahr in der 5. Saison noch bis Mitte März und wechselt mehrfach. Alle Videokunst-Projekte haben einen Bezug zum Ebertplatz oder zur gesellschaftlichen Gegenwart.
- Fries TV ist ein Projekt von Unser Ebertplatz und Brunnen e.V. und wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln sowie der Stabstelle Events der Stadt Köln.
- Das Projekt lädt dazu ein, dem Ort neu zu begegnen und beim Betrachten digitaler Kunst innezuhalten. Durch das lange Band und die wiederholten Schleifen wird der Ebertplatz als eine Art Insel im Stadtraum erfahrbar.
Viele Projekte sollen den Problemplatz aufwerten
Seit vielen Jahren steckt die Stadt Köln Geld in Programme, um den Ebertplatz zu beleben. Das wertet den Platz zwar auf, an der Gesamtsituation am Ebertplatz ändert es allerdings nichts:
Trotz eines hohen personellen und finanziellen Aufwands ist es der Stadt Köln nicht gelungen, die Sicherheitslage am Ebertplatz dauerhaft zu verbessern. Die Zwischennutzungen haben keine messbaren Effekte auf die Kriminalitätsstatistik.

Eingänge werden dicht gemacht
Ein grundlegender Umbau des Ebertplatzes ist frühestens ab dem Jahr 2030 realistisch. Kurzfristig will die Stadt drei Eingänge am Ebertplatz dicht machen.
Die drei Nebeneingänge zur Passage – also jene Abgänge, die nicht gut einsehbar sind – werden auf Straßenniveau verschlossen. Die Treppenabgänge werden mit Stahlbetondecken geschlossen und dem umliegenden Bodenbelag angepasst.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Vorab sollen die dort befindlichen Rolltreppen zurückgebaut werden. Auch die temporären Kunstwerke auf den Rolltreppen werden entfernt – gemäß den bestehenden vertraglichen Regelungen.
Die Nord-Süd-Verbindung zwischen Eigelstein und Neusser Straße bleibt weiterhin offen. Auch die Räume in der Passage können weiter genutzt werden, das bestehende Platzprogramm läuft unverändert weiter.
Zeitplan Ebertplatz: Viele Jahre bis zum echten Umbau
Die langfristige Umgestaltung des Ebertplatzes ist ein mehrjähriger Prozess, ob er so, wie hier beschrieben tatsächlich umgesetzt wird? Das wird man sehen.
- 2026: Ratsbeschluss für eine Planungsvariante und europaweite Ausschreibung
- 2027–2028: Entwurfsplanung und Baubeschluss
- 2029: Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergaben
- ab 2030: Vergabe der Bauleistungen und Baubeginn



