Zum Jahreswechsel müssen Bahn- und Busfahrgäste im Großraum Köln etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) hebt zum 1. Januar die Preise im Durchschnitt um 1,9 Prozent an. Besonders spürbar ist das bei den Einzelfahrscheinen – während gleichzeitig bereits feststeht, dass das gesamte Tarifsystem nur wenige Monate später grundlegend verändert wird.
Kurzstrecke wird teurer – Köln-Ticket 1b künftig 3,80 Euro
Die Kurzstrecke verteuert sich um zehn Cent auf 2,80 Euro. Auch die beiden kleineren Preisstufen steigen:
- 1a (u. a. Bonn): künftig 3,20 Euro
- 1b (Köln und Bonn Stadtgebiet): künftig 3,80 Euro
Im Viererpack bedeutet das für Köln (Stufe 1b) künftig 12,80 Euro. Auch Monatskarten werden etwas teurer: Das klassische MonatsTicket in Köln (1b) liegt ab Januar bei 140,50 Euro. Wer digital kauft, spart leicht – App-Tickets bleiben rund drei Prozent günstiger.
- Wichtig: Die jetzt beschlossenen Preise gelten nur für fünf Monate. Denn ab Juni startet eine Reform, die den Nahverkehr im Rheinland spürbar verändern soll.
Ab 1. Juni kommt der neue Rheinland-Tarif
Der VRS und der Aachener Verkehrsverbund (AVV) wachsen tariflich zusammen. Ab dem 1. Juni ersetzt ein gemeinsamer Rheinland-Tarif die bisherigen Preisstufen – mit deutlich weniger Komplexität. Das neue System soll nur noch drei Säulen haben:
- Das Deutschland-Ticket
- Fahrten über eezy.nrw (rechnet Start- und Zielbahnhof nach km ab)
- Einzeltickets, wobei es hier künftig ebenfalls eine reduzierte Zahl an Tarifstufen geben soll.
Damit entfallen viele bisherige Übergangsgrenzen. Fahrgäste sollen einfacher erkennen können, welches Ticket für welche Strecke passt.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Deutschlandticket dominiert – Einzelfahrscheine auf dem Rückzug
Die Reform ist auch eine Reaktion auf das veränderte Nutzungsverhalten. Mittlerweile kaufen nur noch eine kleine Minderheit der Fahrgäste Einzeltickets. Die meisten Fahrten (rund 90 Prozent) gehen über das Deutschland Ticket.
Kurzstrecken-Tickets bleiben dennoch erhalten – für mindestens zwei Jahre, so haben es die beiden Verbünde zugesagt. Für die Menschen in Köln bedeutet das: Erst eine kleine Preiserhöhung, dann ein spürbar einfacheres Tarifsystem.



