Kurz vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison ist noch schwer einzuschätzen, wo der 1. FC Köln tatsächlich steht. In Folge 221 des Podcasts „Dreierkette Köln“ diskutieren Gastgeber Martin Schlüter, Sportmoderator Thomas Wagner und Jan Schlüter über den bisherigen Kader, die weiterhin offene Position im zentralen Mittelfeld und die Zukunft von Said El Mala.
Wie stark ist der aktuelle FC-Kader?
Thomas Wagner sieht die Mannschaft noch nicht besser aufgestellt als in der vergangenen Saison. Vor allem die fehlende Konstanz bereitet ihm Sorgen:
„Ich finde, dass der Kader im Moment noch nicht stärker ist als im letzten Jahr. Bei Spielern wie Bülter habe ich das Gefühl: Der kann drei Spiele am Stück treffen, aber auch mal einen Monat völlig unter dem Radar laufen. Du hast gefühlt so wenig Stabilität.“
Auch Jan Schlüter tut sich schwer damit, die Mannschaft vor dem Saisonstart einzuschätzen. Für ihn ist derzeit noch vieles möglich:
„Ich habe in einer FC-Vorbereitung noch nie so sehr im Dunkeln getappt wie in diesem Jahr. Es ist für mich eine totale Wundertüte: Es kann alles zusammenpassen und ein frischer, euphorischer Wind durch Müngersdorf gehen. Oder es fehlt an Erfahrung und Qualität und es wird ein ganz schwieriges Jahr.“
Martin Schlüter sieht den größten Handlungsbedarf weiterhin im zentralen Mittelfeld. Dass der FC noch keinen Nachfolger für Eric Martel verpflichtet hat, kann er nur schwer nachvollziehen:
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:„Wir wissen seit Januar, dass Eric Martel den Verein verlassen wird. Schon im vergangenen Jahr hat ein starker Spielaufbau von der Sechs gefehlt – selbst wenn Martel geblieben wäre, hätte man dort noch jemanden gebraucht. Jetzt ist in einer Woche Saisonstart und es ist auf dieser Position nichts passiert.“
Wie gut kann Said El Mala wirklich werden?
Ein großer Teil der Folge dreht sich um Said El Mala. Der 20-Jährige besitzt nach Ansicht der drei Gesprächspartner außergewöhnliche Fähigkeiten, muss aber erst noch zeigen, dass er seine Leistungen dauerhaft bestätigen kann.
Jan Schlüter sieht bei El Mala Anlagen, die nur wenige Spieler besitzen. Gleichzeitig verweist er auf Bereiche, in denen sich der Offensivspieler noch entwickeln muss:
„Die Anlagen und Stärken, die er hat, sind schon extrem. Das Eins-gegen-eins, das Tempo, der Antritt und der Abschluss sind wirklich stark ausgeprägt. Aber bei einem so jungen Spieler reden wir auch schon über Schwächen, etwa dass es lange hieß, er könne keine 90 Minuten durchspielen.“
Thomas Wagner beschreibt El Mala deshalb als außergewöhnliches Talent, dessen weitere Entwicklung noch nicht sicher vorherzusagen ist:
„Er ist wirklich noch ein Unvollendeter. Man weiß, dass alle Pinselstriche vorhanden sind, aber wie das Bild am Ende aussieht, ist noch nicht ganz zu sagen. Wenn du in deiner ersten Bundesligasaison 18 Scorerpunkte für einen Aufsteiger machst, ist das trotzdem eine brachiale Währung.“
Martin Schlüter hält sogar eine internationale Spitzenkarriere für möglich – warnt aber zugleich vor zu großen Erwartungen in Köln:
„Ich zermartere mir seit mindestens einem Jahr den Kopf darüber, wie gut er eigentlich wirklich ist. Ist das jemand, den wir in drei Jahren im Trikot von Real Madrid sehen? Ich kann mir das vorstellen, weil er diese Wucht, diesen Abschluss und diese Torgefahr hat – aber ich glaube auch, dass wir in Köln schnell ein bisschen durchdrehen.“
In einem Punkt herrscht Einigkeit: Bleibt El Mala beim FC und bestätigt seine Leistungen, ist er für die Mannschaft kaum zu ersetzen. Wie gut der gesamte Kader tatsächlich ist, dürfte allerdings auch davon abhängen, welche Verstärkungen der Verein bis zum Ende der Transferperiode noch verpflichtet.
Die ganze Folge der Dreierkette könnt ihr hier hören:



