Der Frühling kommt und die Touristen spazieren wieder durch die Altstadt. Wenn sie am Fischmarkt entlang gehen, sehen sie statt der bunten Giebelhäuser nach wie vor eine schwarze Plane mit Holzbalken.
Mit den Giebelhäusern musste eines der beliebtesten Foto-Motive Kölns abgerissen werden. Die beiden linken Giebelhäuser waren nicht mehr zu retten, wie man in aufwendigen Untersuchungen festgestellt hat. Nun gibt es konkrete Pläne für den Wiederaufbau, der im Sommer beginnen soll.
➡️ Auffälligste Veränderung: Die neuen Giebelhäuser sollen nicht mehr bunt, sondern hell werden. Damit wäre das bunte Foto-Motiv in der Kölner Altstadt für immer verschwunden. Die ersten Skizzen für die Entwürfe hat Architekt Paul Böhm im Februar 2025 im Gestaltungsbeirat der Stadt Köln vorgestellt.
- Den neuen Anstrich der Häuser begründete Böhm mit historischen Bildern. Demnach seien die Häuser bis in die 1980er-Jahre weiß gewesen und wurden erst danach bunt angestrichen: „In der Farbgebung unseres Entwurfes wollen wir uns an dem Zustand vor den 80er Jahren orientieren und einen hellen Putz auftragen“, heißt es in dem Entwurf. Das Orange und das Grün der beiden linken Häuser würden also verschwinden.
Viele Kölner sind damit nicht einverstanden.
In den sozialen Netzwerken gab es zahlreiche Kommentare zu dem Thema. Einige fragten, ob dies ein Aprilscherz sei. Obwohl es die bunten Farben „erst“ seit rund 40 Jahren gibt, haben viele Kölner sie lieb gewonnen. Das Motiv empfinden viele Menschen zudem als identitätsstiftend und Aushängeschild von Köln, das nicht gerade von bunten Motiven gesegnet ist.
Umfrage: 98 Prozent für bunte Giebelhäuser
An einer Umfrage (nicht repräsentativ) auf Verliebt in Köln nahmen knapp 3000 Nutzer teil. Dabei sprach sich eine große Mehrheit dafür aus, dass auch die neuen Giebelhäuser bunt werden:
- 98 Prozent der befragten votierte für die Antwort: „Ich finde die bunte Version schöner“
- 2 Prozent der Befragten findet es richtig, dass die Häuser hell statt bunt werden.
➡️ Hat die öffentliche Meinung einen Einfluss auf die Gestaltung der Giebelhäuser? Antwort: Nein. „Die öffentliche Meinung kann in diesem Fall nicht einfließen“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Köln dazu auf Nachfrage.
Der Grund: Die Giebelhäuser am Fischmarkt befinden sich in Privatbesitz: „Der Eigentümer bestimmt – so wie bei jedem anderen Haus in Privatbesitz – die Farbe seines Hauses. Da aber in diesem Fall noch die beiden unteren Etagen des Denkmals erhalten sind, müssen dabei Vorgaben beachtet werden, die durch den Denkmalschutz sowie das umgebende Stadtbild entstehen“, so eine Stadtsprecherin.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Heißt: Die Stadt macht zwar viele Vorgaben aufgrund des Standortes, der Umgebung und dem Denkmalstatus. Die Farbe spielt dabei aber keine Rolle.
Lieblose Baustelle sorgt für Unmut bei Kölnern
Bei vielen Kölner hatte bereits die lieblose Gestaltung der Baustelle seit Sommer 2024 für Unmut gesorgt. Während in anderen Städten bei Baustellen an exponierten Orten etwa Planen mit Nachbildungen der Fassaden angebracht werden, war in Köln hiervon nichts zu sehen.
- Die Stadt Köln erklärte damals, keine Handhabe zu haben: „Es gibt keine Rechtsvorschriften, die der Stadt neben den notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen Vorgaben zum Erscheinungsbild gegenüber Dritten auf deren privaten Grund und Boden erlauben“, erklärt die Stadt damals auf Nachfrage.
Der Eigentümer, die Centralis Immobilien GmbH mit Sitz in Hamburg, ließ mehrfache Anfragen im Sommer 2024 dazu unbeantwortet. Laut Homepage ist die Firma „spezialisiert auf die Entwicklung und Revitalisierung von Hotels und Serviced Apartments in Bestlagen im deutschsprachigen Raum.“
1 Kommentar
Fritz Basseng
Tip für Wesen ohne Gefühl:
Dann nehmt doch gleich „SCHWARZ“!
Das ist keine Farbe!
ÜBER GESCHMACK LÄSST SICH NICHT STREITEN!!
Entweder man hat welchen oder eben nicht!
Och du ärm Kölle!!
Wie deef kanns do eijentlich NOCH sinke???
Wie immer , su och hück:
Fritz vun der Schäl Sick