Über das Kalte Eck in der Kölner Altstadt – und was es bedeutet

Viele von uns sind schonmal vom Heumarkt Richtung Rhein gegangen. Rechts baut sich dann die Deutzer Brücke auf, dahinter das Maritim-Hotel.

Wer am Maredo am Heumarkt die Markmannsgasse geradeaus Richtung Rhein geht, der wird irgendwann über Kopfsteinpflaster laufen, in dem Namen eingelassen sind. (Fotos: Jörg Bode)

Viele Leute laufen achtlos über die Steine hinweg, dabei haben sie eine ernste Bedeutung. Der Übergang von der südlichen Altstadt hier zur Rheinpromenade ist das so genannte „Kalte Eck“. Es ist ein Denkmal, das an Menschen in Köln erinnert, die in Folge von HIV gestorben sind.

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Insgesamt liegen hier 285 Steine in 19 Reihen in einem Quadrat, das 3,2 Meter mal 3,2 Meter misst. Verlegt wurde die Installation im August 1998. Zum Colognepride werden jedes Jahr neue Namen in die Pflastersteine eingelassen.

Der Titelstein trägt die Aufschrift: Köln 1993, memoire nomade, 1992 – 2000.

Die Installation des Künstlers Tom Fecht gibt es nicht nur in Köln, sondern in Städten in ganz Europa. In Köln wird das Denkmal von der Aids-Hilfe betreut.

Die gute Nachricht: Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV geht in Köln mittlerweile zurück. 2018 wurden laut AIDS Hilfe 114 Menschen ein positives Testergebnis mitgeteilt. Im Jahr zuvor waren es 120 Menschen. Dieser Trend ist auch deutschlandweit zu beobachten.

Wer in Köln einen Angehörigen aufgrund von HIV verloren hat, kann sich an die AIDS-Hilfe wenden, wenn der Name in einen der Stein eingelassen werden soll.

Kennt ihr weitere Ecken in Köln, die wir an dieser Stelle vorstellen sollen? Schreibt uns eine E-Mail.

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