Hochkarätige Gäste in der Länderspielpause: Der Podcast Dreierkette Köln hat am spielfreien Wochenende einen Live-Podcast im Reissdorf am Hahnentor aufgenommen. Zu Gast waren REWE-Chef Lionel Souque und Südkurve-Capo Stefan Schell. (Foto: Vera Drewke photographie)
In dem Gespräch ging um die aktuelle Situation beim 1. FC Köln und vor allen um den Trainerwechsel. Wir haben hier einige Passagen bewusst etwas länger rausgestellt, um nicht einzelne Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen. Hier lest ihr die wichtigsten Passagen:
Das sagen Stefan Schell und Lionel Souque zum Trainerwechsel
Der Trainerwechsel beim 1. FC Köln war aus Sicht von Stefan Schell und Lionel Souque keine kurzfristige Reaktion, sondern eine Entscheidung, die sich über Wochen und Monate aufgebaut hat – wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven.
Für Stefan Schell, Capo der Südkurve, ist die Bewertung klar: „Die Entscheidung, den Trainer zu wechseln, war zu 100 % die richtige.“ Er geht sogar noch weiter und sagt, er sei „restlos davon überzeugt“, dass der FC mit dem bisherigen Trainer weiter in große Schwierigkeiten geraten wäre.
Dabei betont Schell ausdrücklich, dass es nicht darum gegangen sei, dass die Mannschaft gegen den Trainer gespielt habe. Im Gegenteil: „Das ist ja das Gute und das spricht für die Mannschaft.“ Aus seiner Sicht habe der Trainer die Spieler nicht mehr erreicht: „Wenn du deine Spieler nicht motiviert bekommst, dann kannst du fachlich so top sein, wie du möchtest.“ Spätestens im Winter sei „der Wurm drin gewesen“.
Hinsichtlich des Trainerwechsels beschreibt REWE-Chef Lionel Souque einen langen, strukturierten Prozess: „Wir diskutieren seit Dezember, wie das weitergeht – nach vielen Kriterien.“ Dabei sei es nicht nur um Punkte gegangen, sondern auch um Themen wie „Kommunikation intern, extern“ und die Zusammenarbeit im Club.
Entscheidend: Der Wechsel kam nicht plötzlich. „Es gab alle Varianten“, sagt Souque – also auch die Möglichkeit, mit dem Trainer bis zum Ende weiterzumachen. Erst nach weiteren Gesprächen, unter anderem in großer Runde am Sonntag, sei die finale Entscheidung gefallen. Die Diskussionen beschreibt er als „sehr sachlich, sehr wertschätzend und sehr professionell“.
Das sagen beide zu René Wagner
Mit René Wagner beginnt beim 1. FC Köln eine neue Phase – was sagen beide über den neuen Trainer?
Schell hebt vor allem hervor, dass Wagner den Verein bereits kennt. Das sei ein Vorteil, „um zu raffen, wie dieser Verein und die Menschen, die ihn lieben, funktionieren“. Hinsichtlich der Mannschaft sagt er: „Ich bin restlos davon überzeugt, dass wir das mit den Jungs hinbekommen.“
Auch Lionel Souque sieht in Wagner viele positive Eigenschaften. Er beschreibt ihn als „sehr smart“, „empathisch“ und „taktisch sehr gut“. Gleichzeitig macht er aber deutlich, wo die Unsicherheit liegt: „Was er noch nie gemacht hat, ist Haupttrainer.“ Genau das müsse Wagner jetzt beweisen.
Souque zieht dabei einen Vergleich aus der Wirtschaft: Wenn jemand plötzlich ein großes Team führt, sei das etwas völlig anderes. „Wir wissen schon, dass er schwimmen kann – die Frage ist, ob er schnell genug schwimmt.“
Deshalb war für ihn auch klar, dass Wagner die Chance jetzt sofort bekommen muss – und nicht erst perspektivisch: „Wenn er das als Haupttrainer machen will, muss er jetzt zeigen, dass er das kann.“ Nur so könne der Verein wirklich beurteilen, ob er die richtige Lösung ist.
Trotz dieser offenen Fragen überwiegt bei beiden der Optimismus. Schell glaubt, dass mit dem neuen Trainer „das Potenzial rauskitzelt wird, was liegen geblieben ist“. Und auch Souque sagt: „Wir gehen davon aus, dass es die richtige Entscheidung ist“ – wohl wissend, dass sie sich „in den nächsten Monaten daran messen lassen müssen“.
Wie groß ist das Vertrauen in den neuen Trainer René Wagner?
Neben der grundsätzlichen Zustimmung zum Trainerwechsel wird im Gespräch deutlich: Das Vertrauen in René Wagner ist da – aber nicht grenzenlos.
Lionel Souque sagt, dass der Verein zwar überzeugt ist, aber gleichzeitig realistisch bleibt. „Es gibt nur einen Plan A: nicht runtergehen – und das mit dem Trainer.“ Gleichzeitig macht er klar, dass es selbstverständlich auch Überlegungen für den Fall gibt, dass es nicht funktioniert: „Wir sind nicht naiv – wir haben einen Plan B.“
Trotzdem betont er, dass Wagner zunächst einen klaren Vertrauensvorschuss bekommt. „Er hat einen großen Vertrauensvorschub von uns“, sagt Souque. Persönlich sei er zu „95 Prozent“ überzeugt, dass es funktionieren kann. Gleichzeitig bleibt er nüchtern: „Am Ende muss er das beweisen.“
Für Schell steht weniger die Trainerfrage im Mittelpunkt, sondern die Mannschaft. Er ist überzeugt, dass der Kader deutlich mehr leisten kann, als die aktuelle Tabellensituation zeigt: „Wir wissen alle, dass die Tabellensituation nicht das hergibt, was die Mannschaft leisten kann.“
Hier könnt ihr die ganze Folge mit allen Aussagen dazu nachhören:



