Taxi fahren in Köln könnte bald erneut teurer werden. Der Rat der Stadt Köln soll am 19. März über eine erneute Anpassung des Kölner Taxitarifs entscheiden. Hintergrund sind vor allem die gestiegenen Personalkosten infolge der mehrfach erhöhten und weiter steigenden Mindestlöhne.
Bereits Ende 2024 war der Tarif angepasst worden – damals allerdings ohne Berücksichtigung der jüngsten Mindestlohnsprünge. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. In der bisherigen Kalkulation des Taxitarifs waren diese Erhöhungen noch nicht enthalten.
Zwei Erhöhungsschritte geplant
Die Verwaltung schlägt eine zweistufige Anpassung vor:
- Ab 1. Juni 2026
- Kilometerpreis: von 2,60 Euro auf 2,90 Euro
- Durchschnittsfahrt (7 km + 4 Minuten Wartezeit): von 25,10 Euro auf 27,60 Euro (+10 %)
- Ab 1. März 2027
- Kilometerpreis: 3,00 Euro
- Grundpreis: von 4,90 Euro auf 5,00 Euro
- Durchschnittsfahrt: 28,40 Euro (+13,1 % gegenüber heute)
Die Wartezeit soll von 0,50 Euro auf 0,60 Euro pro Minute steigen. Auch der Zuschlag für Großraumtaxis wird angepasst.
Unterm Strich würde eine typische Fahrt quer durch die Stadt – sieben Kilometer, vier Minuten Wartezeit – ab Sommer 2,50 Euro mehr kosten, ab Frühjahr 2027 dann insgesamt 3,30 Euro mehr als heute.
Personalkosten als Haupttreiber
Entscheidend für die Tarifanpassung sind laut Verwaltung nicht die Energiepreise – Diesel wird weiterhin mit durchschnittlich 1,85 Euro kalkuliert –, sondern die Personalkosten. Sie machen inzwischen mehr als die Hälfte der Gesamtkosten eines Taxibetriebs aus.
Durch Mindestlohn, Nachtzuschläge, Lohnnebenkosten und Urlaubs- sowie Krankheitszeiten steigen die jährlichen Personalkosten pro Fahrerin oder Fahrer deutlich. Für 2026 werden rund 55.700 Euro pro Person kalkuliert, für 2027 sogar rund 58.500 Euro 3648_2025_Beschlussvorlage_Rat. Insgesamt seien die Betriebskosten seit 2022 um mehr als 9.000 Euro gestiegen, bis 2027 sogar um über 12.000 Euro.
Nach Berechnung der Stadt müsste eine durchschnittliche Fahrt rechnerisch mindestens 27,49 Euro (2026) beziehungsweise 28,31 Euro (2027) kosten, um kostendeckend zu sein. Der nun vorgeschlagene Tarif liegt geringfügig darüber.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Uneinigkeit im Kölner Taxi-Gewerbe
Im Anhörungsverfahren zeigte sich das Kölner Taxigewerbe gespalten. Die Taxi-Vermittlung „Taxi 17“ hatte die Erhöhung beantragt und mit der wirtschaftlichen Lage der Betriebe begründet.
Die Genossenschaft Taxi Ruf Köln, die nach eigenen Angaben rund 90 Prozent des Kölner Taxigewerbes repräsentiert, lehnt eine Tariferhöhung hingegen ab. In einer Mitgliederabstimmung hätten sich 83 Prozent dagegen ausgesprochen. Begründung: Ohne ein Mindestbeförderungsentgelt für Mietwagen – also für Plattformanbieter wie Uber – verschärfe eine Erhöhung den Wettbewerbsnachteil der regulierten Taxis.
Die Stadt prüft derzeit, ob und in welcher Höhe ein solches Mindestentgelt für Mietwagen eingeführt werden kann.
Kölner Taxi-Preise im Großstadtvergleich
Nach der geplanten Anpassung würde Köln im bundesweiten Vergleich im oberen Tarifbereich liegen 3648_2025_Beschlussvorlage_Rat. Allerdings dürften auch andere Großstädte ihre Tarife angesichts des steigenden Mindestlohns anpassen müssen.
Ob der Rat der vorgeschlagenen Erhöhung zustimmt, entscheidet sich Mitte März.




2 Kommentare
Rosalie Jöhri
Das ist behinderten Mitbürgern, die nicht mehr gut laufen können, oder die im Rollstuhl sitzen und die keine Familie oder Nachbarn mit Auto haben, die Sie z.B. Zu Arztbesuchen bringen eine Zumutung. Müssen dann die Ärzte nach Hause zu den Patienten kommen um untersuchtwerden können? Vielleicht sollte sich die Regierung darüber auch mal Gedanken machen, oder man muss dem PKW Fahrer der sie evtl. zum Arzt hin und zurück bringt finanziell entschädigen. Ach ja und dann meine Frage warum sind die Preise viel höher, als die von Ihnen recherchierten in den anderen Großstädten? Selbst München ist billiger und die haben sonst immer die Nase vorn.
Schönen Gruß aus Köln Rosalie Jöhri
Jörg
Kürzlich wurden die Preise bereits angehoben. Aufgrund der Verkehrspolitik kommt man oft ohne Taxi gar nicht mehr hin, wenn man nicht Fahrrad fährt, weil man kein Auto mehr besitzt, es zu weit ist oder es regnet. Absolut falsches Signal.