Schon am 9. Mai beginnt im Tanzbrunnen die Sommersaison. Doch wer aktuell im Rheinpark unterwegs ist, sieht eine große Baustelle dort, wo eigentlich Sänger auf der Bühne stehen. Wo das Publikum steht, sind große Erdhaufen aufgeschüttet.
Grund dafür ist der Umbau von Kölns schönster Open Air-Location. Die traditionelle Veranstaltungsbühne am Rheinufer wird aktuell umgebaut. „Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Wir sind im Zeitplan und pünktlich zur Saisoneröffnung fertig“, verspricht Koelncongress Geschäftsführer Ralf Nüsser bei der Vorstellung des Sommerprogramms.
Was wird am Tanzbrunnen neu gemacht?
- Die Denkmalgeschützte Konzertbühne wird saniert
- Die fünf großen Schirme vor der Bühne werden saniert und neu bespannt, wie man im Foto sehen kann
- Die Konzertbühne bekommt ein neues zweites Dach und eine moderne Veranstaltungstechnik
- Es werden fünf neue zusätzliche Schirme für die Zuschauer aufgestellt
Wer mal bei schlechtem Wetter auf einem Konzert im Tanzbrunnen war, der kennt es: Besonders für die Zuschauer sind die Bedingungen dann nicht immer optimal Die Überdachungsfläche vor der Bühne beträgt nämlich lediglich 500 Quadratmeter.
Aber auch das Bühnendach war in den letzten 20 Jahren ein Provisorium. Das ändert sich nun.
- Das denkmalgeschützte Bühnendach wird freigestellt und saniert und bekommt ein zusätzliches neues Dach, das Bühne und das alte denkmalgeschützte Dach schützt und überspannt.
- Das zusätzliche Dach für die Bühne soll künftig einen Wetterschutz für die Künstler auf der gesamten Bühnenfläche gewährleisten.
Neu ist, dass auch die hinteren Schirme ein Stück nach oben geschoben werden. Das soll die Sicht auf die Bühne bei Veranstaltungen künftig deutlich verbessern.
Mehr Komfort für Künstler und Zuschauer
Das denkmalgeschützte Erscheinungsbild des Tanzbrunnens wird dabei erhalten bleiben. Künstler und Zuschauer sollen nach dem Umbau aber deutlich mehr Komfort genießen können.
Eigentlich hätte der Umbau längst abgeschlossen sein sollen. Doch die Bauarbeiten verzögerten sich. Der Grund: Auf die erste Ausschreibung der Stadt Köln gingen keine verwertbaren Angebote ein. Der Baubeginn musste verschoben werden, nun geht es im Oktober 2025 los. Die damals kalkulierten Kosten sind allerdings nicht mehr zu erhalten.

Kosten höher, später fertig
Eigentlich sollte die Sanierung 8 Mio. Euro kosten. Nun liegen die Kosten bei 13,6 Mio. Euro.
Grund für die höheren Kosten sind einerseits Preissteigerungen. Im ersten Baubeschluss hat man außerdem verpennt, Kosten für Gutachter und Sachverständige z.B. für Dächer, Schirme, Elektrotechnik zu berücksichtigt, wie aus einer Vorlage für den Rat der Stadt Köln hervorgeht.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Durch die Verschiebung des Baubeginns ergaben sich zudem Kostenerhöhungen für die Bauleitung und -koordination durch die Gebäudewirtschaft.
Für viele ist der Tanzbrunnen die schönste Freilichtbühne Deutschlands. Ein Konzert im Sommer im Tanzbrunnen ist nicht nur wegen der Musik ein Erlebnis. Der Veranstaltungsort aus dem Jahre 1957 wird nun also in neuem Glanz erstrahlen.

Tanzbrunnen Köln: Die Geschichte
Die Bühne im Tanzbrunnen wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1957 errichtet. Der Name Tanzbrunnen enstandt durch das begehbare Rondell in der Mitte, das auch als Tanzfläche dient.
Mit einem Durchmesser von fast 55 Meter hat der Brunnen eine Wasserfläche von ca. 2.000 Quadratmetern.
Die charakteristischen Schirme vor der Bühne wurden von Professor Frei Otto in den 50er-Jahren erschaffen. Hier kann man Parallelen zur Dachkonstruktion des Olympiastadions in München erkennen, das Frei Otto ebenfalls in den 1970er-Jahren geschaffen hat.
So gesehen war der Tanzbrunnen der Olympiastadion also voraus. Seit 1994 gibt es das Theater am Tanzbrunnen, das Platz für bis zu 900 Menschen bietet.
Kölncongress gibt das Fassungsvermögen für Open Air-Konzerte im Tanzbrunnen mit 12.500 Stehplätzen an. Konzerte können auch bestuhlt stattfinden.



