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Wärmekarte Köln

Tropen-Nächte in der Kölner City sind bis zu 10 Grad wärmer

35 Grad am Tag, kaum Abkühlung in der Nacht. Das war sonst das Ausnahmeszenario für Köln. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass dies in Zukunft deutlich häufiger auftritt. Die Hitze-Tage im Sommer zeigen uns, welche Herausforderungen große Hitze für die Menschen in einer Stadt wie Köln bedeutet.

Vor über zehn Jahren haben Autoren im Abschlussbericht „Klimagerechte Metropole“ Köln des Landesumweltamtes NRW vorausgesagt, was nun eintritt: „Die Modellrechnungen zeigen, dass die Zahl der Sommertage bis Mitte das Jahrhunderts für das Stadtgebiet Köln, im Vergleich zu den derzeitigen klimatischen Verhältnissen, um 30 bis 70 Prozent, für die heißen Tage um 60 bis 150 Prozent zunehmen“, heißt es unter anderem in dem Bericht (S. 79).

Wie warm eine Stadt ist, hängt jedoch nicht nur von der Lage ab, sondern auch wie man sie gestaltet. Es gibt viele natürliche Faktoren in Sachen Bebauung, mit denen man Stadtklima verblüffend stark beeinflussen kann – und die künftig eine Bedeutung bekommen.

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Wie Wärmeinseln in Köln entstehen

Offensichtlich ist: Die Versiegelung von Flächen heizt die Stadt auf. Das führt tagsüber zu hohen Temperaturen, ist vor allem aber nachts ein Faktor: Dann nämlich strahlt der Beton die Hitze ab. In sehr dicht bebauten Lagen ohne Grünflächen führt das dazu, dass sich die Stadträume nicht mehr abkühlen können.

Auch nachts bleibt es dann viel heißer. So genannte „städtische Wärmeinseln“ entstehen, was in Köln in zahlreichen eng bebauten Lagen der Fall ist. In Köln sind laut Landesumweltamt über 600.000 Menschen von besonderen Hitzebelastungen betroffen.

Im Hitze-Check der Umwelthilfe landete Köln auf einem schlechten Platz im Vergleich mit anderen NRW-Städten. Hauptgrund: Zu viel Versiegelung.

Viele Kölner stören sich im Sommer außerdem an versiegelten Flächen, wie dem Rheinboulevard oder dem Rheinauhafen. Hier wurde mit viel Beton viel versiegelt.

Klima Köln: Zehn Grad Temperaturunterschied

Besonders verblüffend ist: Auf dem Köln Stadtgebiet kann es Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad geben, je nach Lage und Bebauung. Laut des genannten Fachberichts wurden diese Unterschiede unter anderem beim Vergleich der Temperaturen in Köln-Dellbrück etwas außerhalb und am Agrippabad mitten in der Stadt festgestellt. (S. 55).

Einen Temperaturunterschied von bis zu zehn Grad sehen die Autoren der Studie als „maximale Wärmeinselintensität“ für eine Stadt wie Köln. Heißt: In einigen Lagen der Stadt kann es in heißen Sommernächten bis zu 10 Grad wärmer sein, als am Rand oder im Umland, wo es sich runterkühlt.

Mehr Wärmebelastung trotz gleicher Temperaturen

Bei ihren Messungen stellten die Autoren fest, dass sich die Zahl der „Sommertage“ in der Innenstadt und am Rand der Stadt kaum voneinander unterschieden. Die Tage mit starker Wärmebelastung sind in der Innenstadt, bei gleicher Temperatur, jedoch deutlich höher. Das ist relativ logisch, wie es die Autoren hier auch erklären:

„Bei windschwachen, sommerlichen Wetterlagen ist auf Grund der hohen Rauigkeit in der Innenstadt (mehrstöckige Gebäude) der Luftaustausch stark reduziert und die Bodenbeschaffenheit (große Asphaltflächen) trägt dazu bei, dass die Hitze gespeichert wird. Dies führt dazu, dass die Gefühlte Temperatur – bei gleicher Lufttemperatur – in der Innenstadt deutlich höher ist, als in den Außenbereichen, und somit eine höhere Wärmebelastung verursacht.“ (Studie S. 60)

Künftige Bebauung in der Stadt hat einen großen Effekt auf die Zahl der Hitzetage. Es ist interessant zu sehen, welche klimatischen Effekte man mit einigen Dingen erzielen kann.

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Wie erreicht man eine kühlere Stadt?

Die Autoren des Berichts haben anhand mehrere Kölner Bauprojekte gezeigt, wie man die Temperatur im städtischen Raum senken kann. Ein Untersuchungsgebiet war der Großmarkt in Raderberg. Empfehlungen hier waren unter anderem (Studie S. 105):

  • Neue Straßenzüge nach vorherrschender nächtlicher Windrichtung auszurichten, um die Durchlüftung zu gewährleisten
  • Innenhöfe öffnen für eine bessere Durchlüftung
  • Gebäudeabstände vergrößern, ebenfalls um die Durchlüftung zu verbessern
  • sehr hohe Gebäude verschlechtern die Durchlüftung
  • für versiegelte Flächen sollten helle Materialien benutzt werden
  • Eine Fassadenbegrünung oder Bäume an der Süd- und westseite der Gebäude, sowie eine Dachbegrünung verhindert eine Aufheizung der Gebäude

Hier sieht man auch, welche Herausforderung bei diesen Empfehlungen außerdem dazukommt: Das alles kostet zusätzliches Geld und vielleicht auch Wohnungen, die dringend gebraucht werden. Heute wird zum Teil günstig und viel gebaut, um überhaupt Wohnungen zu schaffen. Die Folge ist ein mangelnder Hitzeschutz.

Die Stadt fördert mit kleinen Maßnahmen außerdem bereits Fassadenbegrünung und Entsiegelung. Das sind im Vergleich jedoch nur kleine Projekte.

Man darf gespannt sein, inwiefern solche Punkte künftig in die Planungen von großen Neubau-Anlagen mit einfließen. Die Bedingungen zeigen jedenfalls, dass es eine hohe Bedeutung hat.

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2 Kommentare

  • Petra Heller

    Wie wärs, wenn die Stadt auch mal anfängt und Vorbild wird für eine Klimastadt. Dachbegrünung, mehr PV aufs Dach öffentlicher Gebäude, Fassadenbegrünung, Wiesen mal stehen lassen, mehr Hecken statt Zäune mit Plastik, begrünte Parkplätze u.v.a.m.. Jeder weiss doch mittlerweile wie es all die Jahre hätte gehen können. Stattdessen trostlose Baukonzepte, öde versiegelte Parkestaltungen, Kunstrasenflächen, planierte, betonierte Boulevards, Schulhöfe ohne Grün u.v.a.m. hier mitmachen und selbst auch was tun ist gar nicht so schwer. https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/umwelt-tiere/74449/index.html

  • Der Dachbegrünung stehen ja die irren Photo-Voltaik-Ambitionen gegen über.
    Man kann ein Dach (und teilweise ja auch Hauswände) nicht 2mal nutzen, liebe „Grüne“.
    Wenn ich mir dann noch den neugestaltete Innenhof der Alten Feuerwache im Agnesviertel ansehe,
    frage ich mich, warum hat man diese „Planer“ nicht gleich mit gesteinigt.

    Quatschen und Handeln sind in Kölle immer noch zwei unterschiedliche Dinge.

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