Seit März 2026 sind drei der fünf Treppenausgänge am Ebertplatz dauerhaft geschlossen. Wer mittlerweile am Ebertplatz unterwegs ist, sieht nach wie vor Bauzäune um die ehemaligen Abgänge, die mit Planen verhangen sind. Wer einen Blick hinter die Planen wirft, sieht erstaunliche Bauwerke. Wo sonst Treppen waren, sind nun riesige Betonplatten. „Abdeckelung“ heißt das in der Fachsprache.
Die riesigen Betonplatten muss nicht nur die Treppenöffnungen schließen, sondern als befahrbare Fläche ausgeführt werden. Sie muss also auch für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Reinigungsfahrzeuge geeignet sein. Dafür mussten die statischen Voraussetzungen geprüft und die Konstruktion auf Schwerlastverkehr ausgelegt werden.
Auf Straßenniveau werden die Abgänge abgedeckelt. Innerhalb der unterirdischen Passage werden die drei Nebenabgänge zusätzlich abgemauert. Die Arbeiten sollen reversibel bleiben, also grundsätzlich wieder rückbaubar sein.
Die Verwaltung bezifferte die Gesamtkosten nach Abschluss der Planung und statischen Berechnungen zunächst auf rund 570.000 Euro brutto. Nach der öffentlichen Ausschreibung wurde der Auftrag schließlich mit einer Gesamtkostenhöhe von rund 533.000 Euro brutto vergeben.
Geschlossen werden drei Nebenabgänge der Westpassage: der östliche, der westliche und der nordwestliche Zugang. Die Passage selbst bleibt weiterhin offen. Nutzbar bleiben die Verbindungen in Richtung Eigelstein und Neusser Straße.

Warum die Stadt die Zugänge schließt
Hintergrund der Maßnahme ist die Sicherheitslage rund um den Ebertplatz. Die Westpassage gilt wegen ihrer Struktur seit Jahren als schwer kontrollierbar. Mehrere Treppen, Nebenabgänge und verwinkelte Wege erschweren Polizei und Ordnungsdienst den Überblick.
In den politischen Unterlagen der Stadt wird beschrieben, dass die Passage an einigen Stellen wie ein „Kaninchenbau“ funktioniere. Wer sich dort auskennt, kann über verschiedene Abgänge schnell den Bereich wechseln oder verschwinden.
Mit der Schließung der drei Nebenabgänge soll sich die Kontrollierbarkeit verbessern. Statt bislang fünf Zugängen zur Westpassage bleiben künftig zwei übrig. Das soll vor allem mögliche Fluchtwege verringern und den Raum für Ordnungsbehörden übersichtlicher machen.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Beschlossen wurde schließlich nicht die vollständige Schließung der Passage, sondern die Abmauerung von drei Nebenabgängen. Die zentrale Verbindung bleibt erhalten.
Auch die kulturellen Nutzungen in der Passage sollen weiter möglich bleiben. In den vergangenen Jahren haben sich dort verschiedene Initiativen und Kunsträume mit Unterstützung der Stadt Köln angesiedelt.
Übergang bis zum Umbau
Der Ebertplatz soll langfristig grundlegend umgestaltet werden. Dieser große Umbau ist allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen und könnte nach bisherigem Planungsstand frühestens um 2030 beginnen.
Bis dahin versucht die Stadt, mit kleineren baulichen Maßnahmen die Situation vor Ort zu verbessern. Die Schließung der drei Nebenabgänge ist dabei eine der sichtbarsten Veränderungen in der Westpassage.


