Am Ebertplatz hat die Stadt Köln drei Zugänge zur unterirdischen Passage geschlossen. Die Treppenabgänge sind inzwischen mit Bauzäunen abgesperrt und nicht mehr nutzbar. Damit setzt die Stadt eine Maßnahme um, die bereits zuvor politisch beschlossen worden war und die Sicherheitslage am Platz kurzfristig verbessern soll.
Betroffen sind drei sogenannte Nebenabgänge der Westpassage. Dabei handelt es sich um Zugänge, die bislang schlecht einsehbar waren. Genau diese Bereiche gelten seit Jahren als Problemzonen rund um den Ebertplatz.
Passage gilt als schwer kontrollierbar
Hintergrund der Maßnahme ist die besondere Struktur der unterirdischen Anlage. Die Passage verfügt über mehrere Treppen, Abgänge und verwinkelte Wege. Für Polizei und Ordnungsdienst ist der Bereich dadurch schwer zu überblicken.
In den politischen Vorlagen der Stadt wird genau das als Problem beschrieben: Die Passage funktioniere an einigen Stellen wie ein „Kaninchenbau“. Wer sich dort auskennt, kann über verschiedene Abgänge schnell verschwinden.
Mit der Schließung der drei Zugänge soll sich das ändern. Statt bislang fünf Zugängen zur Westpassage bleiben künftig nur noch zwei übrig – die Verbindungen in Richtung Eigelstein und Neusser Straße.
Ziel: weniger Fluchtwege
Die Idee hinter der Maßnahme ist einfach: Weniger Abgänge bedeuten weniger Fluchtmöglichkeiten. Gerade im Zusammenhang mit Drogendelikten oder anderen Straftaten soll es für Täter schwieriger werden, sich in der Passage zu entziehen.
Der Ebertplatz steht seit Jahren im Fokus von Sicherheitsdebatten. Immer wieder kam es dort zu Drogendelikten, Überfällen und Gewalttaten. Polizei und Stadt suchen deshalb schon länger nach Möglichkeiten, die Situation zu verbessern.
Passage bleibt weiterhin offen
Die Passage selbst wird nicht geschlossen. Die zentrale Verbindung zwischen Eigelstein und Neusser Straße bleibt weiterhin bestehen.
Auch die Räume in der Passage bleiben nutzbar. In den vergangenen Jahren haben sich dort verschiedene kulturelle Initiativen angesiedelt. Das Platzprogramm rund um Kunst, Kultur und Veranstaltungen soll ebenfalls weitergeführt werden.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Bevor die Abgänge endgültig verschwinden, werden außerdem die dort vorhandenen Rolltreppen zurückgebaut. Sie gelten bereits seit längerem als defekt und werden nicht mehr repariert. Auch die temporären Kunstwerke auf den Rolltreppen werden entsprechend den bestehenden Vereinbarungen entfernt.
Übergang bis zum großen Umbau
Die Maßnahme ist als kurzfristige Lösung gedacht. Der Ebertplatz soll langfristig vollständig neu gestaltet werden. Nach aktuellem Planungsstand könnte dieser große Umbau allerdings erst ab etwa 2030 beginnen.
Bis dahin will die Stadt mit kleineren baulichen Eingriffen versuchen, die Situation vor Ort zu verbessern.
Die Kosten für die Schließung der drei Nebenabgänge werden auf rund 175.000 Euro geschätzt. Das Geld stammt aus dem Haushalt der Stadt Köln für Maßnahmen im Bereich Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau.
Mit den Bauzäunen ist nun sichtbar geworden, was politisch bereits beschlossen war: Drei der bislang kaum einsehbaren Zugänge zum unterirdischen System am Ebertplatz sollen dauerhaft verschwinden.



