Im Kölner Dom wurde eine neue Orgel für die Marienkapelle geweiht. Das Instrument ersetzt eine Orgel aus den 1960er-Jahren und soll künftig Gottesdienste, Chorbegleitungen und Konzerte im Dom musikalisch unterstützen.
Mit 18 Registern, einem beweglichen Gehäuse und einem frei fahrbaren Spieltisch soll die neue Marienorgel künftig eine wichtige Rolle im musikalischen Alltag des Kölner Doms übernehmen. Geweiht wurde das Instrument jetzt durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. (Fotos: Hohe Domkirche Köln; Foto: Jennifer Rumbach)
Die Orgel steht in der Marienkapelle, einem Ort im Dom, an dem regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden. Gleichzeitig soll sie auch für Konzerte und musikalische Formate im Binnenchor genutzt werden können.
Warum der Dom eine neue Orgel bekommt
Die bisherige Orgel in der Marienkapelle stammte aus den 1960er-Jahren. Nach Angaben der Hohen Domkirche war sie nach jahrzehntelangem Einsatz technisch und klanglich an Grenzen gestoßen. Der Neubau soll diese Aufgaben nun übernehmen und erweitern.
Gebaut wurde die neue Marienorgel von der Johannes Klais Orgelbau GmbH aus Bonn. Die Werkstatt ist mit dem Kölner Dom bereits: Auch die große Querhausorgel und die Schwalbennestorgel im Langhaus stammen von Klais.
Für die äußere Gestaltung des neuen Instruments war das Architekturbüro Mecanoo aus Delft verantwortlich. Der Prospekt der Orgel besteht aus Baubronze. Laut Mitteilung soll das Material Lichtreflexe im Dom aufnehmen.
Was an der Marienorgel besonders ist
Die neue Marienorgel verfügt über 18 Register. Sie ist damit deutlich kleiner als die großen Domorgeln, soll aber gerade für Gottesdienste in der Marienkapelle, kleinere Ensembles und Chöre geeignet sein.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Eine technische Besonderheit ist das bewegliche Orgelgehäuse. Es kann mithilfe eines Scherenhubtisches angehoben werden. Dadurch lässt sich der Klang nach Angaben der Hohen Domkirche nicht nur in die Marienkapelle, sondern auch in den Binnenchor lenken. Dort finden ebenfalls Gottesdienste und Konzerte statt.
Neu ist außerdem der frei fahrbare Spieltisch. Von dort aus können künftig alle drei Orgeln des Kölner Doms gemeinsam angesteuert und gespielt werden: die neue Marienorgel, die Querhausorgel und die Schwalbennestorgel.
Bedeutung für Gottesdienste und Musik im Dom
Die Marienkapelle ist laut Dompropst Guido Assmann einer der wichtigen liturgischen Orte des Kölner Doms.
Domorganist Winfried Bönig beschreibt das Instrument in der Pressemitteilung als vielseitig und farbenreich. Im Vergleich zu den großen Domorgeln habe es eher einen kammermusikalischen Charakter. Das macht die Marienorgel besonders interessant für Chor- und Ensemblebegleitung.
Die neue Marienorgel ist kein reines Schmuckstück für den Dom, sondern ein Arbeitsinstrument für einen Ort, an dem täglich gebetet, gesungen und Gottesdienst gefeiert wird. Etwas, das man in der Diskussion um den Kölner Dom schnell vergisst: Die Kirche wird zwar auch von tausenden Touristen am Tag besucht, ist aber auch ein Gotteshaus.


