Die Bastei in Köln

So sah es früher in der Bastei am Rheinufer in Köln aus

Ein festlicher Saal. Die 4er-Tische sind gedeckt. Auf jedem Tisch eine Lampe. In der Mitte hängt ein prunkvoller Kronleuchter. Am Bildrand ist ein Schlagzeug für Live-Musik zu sehen. Warmes Licht, eine gemütliche Atmosphäre. Der Schriftzug „Bastei“ ist außen beleuchtet und vom Rhein aus sichtbar. Wir sehen die Bastei, wie sie viele Kölner noch heute in Erinnerung haben: Als wunderschönen und festlichen Ort direkt am Rhein, in dem man drinnen und draußen sitzen konnte.

In den äußeren Ring um die Bastei passten einst zwei Tischreihen (siehe Foto unten). Hier schwebte man quasi über der Rheinpromenade und blickte durch die großen Panoramafenster auf den Rhein, die Hohenzollernbrücke und den Dom. (Fotos: greven-archiv-digital.de / Kölner Fotoarchiv)

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Bastei in Köln verfällt heute zusehends

Wer heute an der Bastei vorbeikommt, sieht ein verfallenes Gebäude: Der Blick durch die Fenster von außen lässt erahnen, dass es drinnen mittlerweile sehr trostlos aussieht. Einer der traditionsreichsten Treffpunkte Kölns rottet seit Jahren vor sich hin.

Kann das einst stolze Lokal noch einmal belebt werden?

Das ist derzeit noch nicht klar. Seit nunmehr über 20 Jahren (1997) ist die Bastei nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch private Veranstaltungen sind seit März 2019 nicht mehr möglich. Im Jahr 2024 wird das Gebäude 100 Jahre alt – doch in welchem Zustand?

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So sah die Bastei im Innern aus / Foto: greven-archiv-digital.de / Kölner Fotoarchiv

Bastei in Köln war Restaurant mit Michelin-Stern

Das Restaurant brannte im 2. Weltkrieg 1943 aus und war auch nach Ende des Krieges noch viele Jahre eine Ruine. Erst im 1958, also 15 Jahre später, erstrahlte die Bastei wieder im alten Glanz. Nun folgte die längste Öffnungsphase in der Geschichte am Stück. Ab 1958 war hier ein Restaurant von Hans Herbert Blatzheim, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet war.

Die Bastei wurde zuletzt 1985 für 1,5 Millionen Mark saniert. Das Gebäude und die Technik veraltete in den Jahren darauf jedoch zusehends. Im Jahr 1997 wurde das Restaurant für den normalen Betrieb geschlossen. Im Anschluss war es lediglich noch für private Veranstaltungen nutzbar. Der Denkmalschutz machte eine Sanierung schon damals so teuer, dass es schwerlich bezahlbar war.

So sah die Bastei in den 1980er-Jahren aus, als das Restaurant noch im Betrieb war. / Foto: greven-archiv-digital.de / Kölner Fotoarchiv

Sanierung der Bastei würde über 10 Mio. Euro kosten

Seit 2017 hat die Köln Kongress Gastronomie GmbH die Bewirtschaftung übernommen. Die Stadt Köln hat zuletzt analysieren lassen, welche Mängel wirklich bestehen und wie teuer eine Sanierung wäre.

Wie unter anderem die Kölnische Rundschau im Sommer 2020 berichtete, würde eine Sanierung aufgrund der langen Mängel-Liste (Brandschutz, Asbest, Rost) über 10 Mio. Euro kosten. Eine „rentierliche Nutzung der Liegenschaft“ sei „nicht realistisch“ urteilte die Stadt damals. Ein ernüchterndes Ergebnisse für alle, die auf eine schnelle Wiedereröffnung gehofft hatten.

Bastei: „Defizite in allen tragenden Teilen“

Seit 2019 erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme der Bausubstanz „die eine sehr marode Bausubstanz zeigt“, wie die Stadt Köln bereits im April 2022 mitteilte. Experten der TU-Braunschweig hatten die Bausubstanz der Bastei detailliert untersucht.

Das ernüchternde Ergebnis liegt nun vor und ist am 6. Februar 2023 ein Tagesordnungspunkt im Betriebsausschuss: So zeige das Ergebnis aller Messungen und Berechnungen, „dass die Bestandskonstruktion der Decke oberhalb des preußischen Unterbaus, die den Boden des Veranstaltungsbereichs bildet, eindeutige Defizite in allen tragenden Teilen aufweist.“ Die Experten stellten „plastische Verformungen“, „Korrosionen“, „Querschnittsschwächungen“ und „eine an
sich stark unterbemessene Konstruktion“ fest.

Die Empfehlung: „Daher spricht sich der Statiker für einen Rückbau der tragenden Konstruktion aus.“ Heißt konkret: Die Bastei, wie wir sie oben im Bild gesehen haben, ist in ihrer ursprünglichen Bausubstanz nicht zu retten.

Wie geht es nun weiter?

Die ernüchternde Analyse bildet nun die Grundlage für alle folgenden Maßnahmen: Nun müsse über „die weitreichenden fachlichen Fragen über den Erhalt oder Teilerhalt dieses Denkmals diskutiert und entschieden werden.“

Die Zukunft der Bastei? Zum aktuellen Zeitpunkt völlig ungewiss…

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