Schäl Sick Köln

Warum die rechte Rheinseite in Köln Schäl Sick heißt

Schäl Sick ist schick! Vielleicht erinnert ihr euch noch an diesen Aufkleber, den es vor vielen Jahren mal gab. Tatsächlich lebten in Köln laut offiziellen Zahlen der Stadt Ende 2020 exat 400.136 Menschen auf der Schäl Sick. Das sind 36,7 Prozent aller KölnerInnen.

Woher kommt der Begriff „Schäl Sick“?

Es ist einer der Kölner Begriff, der sich vermeintlich leicht erklärt. Denn Schäl Sick steht im rheinischen Dialekt für die falsche Rheinseite. Wer schonmal aus einem linksrheinischen Veedel auf die andere Seite des Rheins gezogen ist, musste sich bestimmt schonmal Frotzeleien diesbezüglich anhören. Tatsächlich ist die Herkunft des Begriffs nicht ganz geklärt, denn die folgende Erklärung gilt nicht als gesichert:

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Das kölsche Wort schälen heißt übersetzt blinzeln. Der Zusammenhang hier: Bevor es eine Dampfschifffahrt gab, wurden so genannte Treidelschiffe von Pferde den Rhein flussaufwärts gezogen. Damit die Sonneneinstrahlung auf dem Wasser sie nicht blendete, bekamen sie einseitige Scheukappen aufgezogen. Daraus konnte man die schäle Seite ableiten – rechtsrheinisch.


Ähnlich erklärt sich den Begriff Schäl Sick in Neuss. Dort haben die Pferde die Scheuklappen gegen die aufgehende Sonne im Osten getragen. Wer schonmal früh morgens in Köln war, kann ja auch gut nachempfinden, wie schön die Sonne über die Schäl Sick aufgeht.

Schäl Sick: Die Römer und Germanen

Eine weitere mögliche Erklärung: In Köln besiedelten die Römer die linke Rheinseite. Rechtsrheinisch waren dagegen die Germanen, die nicht christlich waren, sondern den Germanischen Gott Wodan verehrten, den die Römer als einäugig und schielend betrachteten. Auf dieser Seite huldigten die Germanen als ihren aus Römer-Sicht rückständigen „Schäl“ Wodan.

Am historischen Park Deutz ist übrigens ein Modell aufgestellt, dass das Kastell Deutz zeigt. Das war ein römisches Militärlager, das die Brücke der Römer über den Rhein sicherte und gleichzeitig eine Art Brückenkopf in germanisches Gebiet.

Bei allen Differenzen, wo man denn nun schöner wohnen kann, muss man eindeutig sagen: Den schönsten Blick auf den Dom und das Stadtpanorama, hat man tatsächlich von der Schäl Sick.

27 Kilometer Rheinufer auf der Schäl Sick

Übrigens: Während das Kölner Stadtgebiet linksrheinisch 40 Kilometer Rheinufer hat, sind es rechtsrheinische gerade einmal 27,3. Der Grund hier ist unter anderem, dass linksrheinisch im Norden Worringen (1922 eingemeindet) noch zu Köln zählt, während auf der anderen Rheinseite bereits Leverkusen liegt.

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3 Kommentare

  • Wilfried Schatz

    Das mit den Pferden kenne ich auch so und ist sicherlich richtig.
    Die rechte Rheinseite haben wir in Bonn-Beuel aber umgetauft in „Sonnenseite“, da hier die Sonne noch scheint wenn die rechtsrheinische Seite schon im Schatten liegt.

  • Welches rechts sollte es denn jetzt sein ?
    Das linke rechts oder das rechte Rechts ? 🤔

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