Anzeige


Polizeibilanz Weiberfastnacht Köln

2355 Anzeigen: Das sind die Polizei-Zahlen zum Karneval 2026 in Köln

Hunderttausende Menschen haben trotz Regens in Köln und Leverkusen Karneval gefeiert. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz – auch, weil die Sicherheitslage im Vorfeld als angespannt galt. Jetzt hat die Kölner Polizei abschließende Zahlen zu Delikten in verschiedenen Kategorien veröffentlicht, die sich auf den Zeitraum von Weiberfastnacht (12. Februar, 6 Uhr) bis Aschermittwoch (18. Februar, 6 Uhr) vor beziehen und diese auch in Relation zum Vorjahr gesetzt.

War es ein ruhiger Karneval? Die Antwort ist unterschiedlich.

Insgesamt 2.355 Anzeigen

Über die jecken Tage gingen bei der Polizei Köln 2.355 Anzeigen ein. Das sind 96 mehr als im Vorjahr (2.259), aber deutlich weniger als in den Hochjahren 2023 (3.253) und 2024 (3.125).

Von den Anzeigen entfielen:

  • 2.170 auf Köln
  • 185 auf Leverkusen

Im Fünfjahresvergleich bewegen sich die Gesamtzahlen damit eher im unteren Bereich – 2021 bleibt wegen der Corona-Einschränkungen ein Sonderjahr.

Auffälligkeiten in Köln

Taschendiebstahl geht weiter zurück

Mit 232 Fällen sind die Taschendiebstähle erneut deutlich gesunken. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 537, 2024 immerhin 448, 2025 noch 270.

Damit setzt sich der Rückgang fort. Die Zahlen liegen inzwischen deutlich unter den Werten der vergangenen Jahre nach dem Pandemie-Ende.

Körperverletzungen steigen wieder an

Anders sieht es bei den Körperverletzungen aus: Hier registrierte die Polizei 473 Fälle. Das sind mehr als 2025 (444), aber weniger als 2024 (544) und deutlich unter dem Höchststand von 2023 (618).

Gewalt bleibt ein Problemfeld des Straßenkarnevals, besonders wenn viele Leute am Abend stark alkoholisiert sind.

Raub und Sexualdelikte auf moderatem Niveau

  • Bei den Raubdelikten wurden 22 Fälle erfasst – weniger als in den vergangenen drei Jahren.
  • Die Sexualdelikte liegen bei 58 Fällen. Auch das ist unter dem Vorjahreswert (89), aber höher als noch 2022.
  • Von diesen 58 Fällen waren 33 sexuelle Belästigungen. Hier zeigt sich gegenüber 2024 ein deutlicher Rückgang.

Angriffe auf Einsatzkräfte

Die Zahl der Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte liegt bei 20 Fällen – in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.Bei den tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte wurden 14 Fälle registriert. Das ist mehr als 2025 (5), aber weniger als in den Jahren 2023 (26) und 2024 (22).

Die Party-Hotspots bleiben Schwerpunkt

Ein erheblicher Teil der Straftaten konzentriert sich weiterhin auf die bekannten Feierbereiche:

  • Zülpicher Viertel
  • Altstadt
  • Ringe
  • Südstadt

Von den 473 Körperverletzungen entfielen 194 auf diese Zonen. Das sind rund 41 Prozent aller registrierten Gewaltdelikte.

Auch bei den Taschendiebstählen zeigt sich die Konzentration: Von 232 Fällen wurden 129 in diesen Bereichen verzeichnet – also mehr als die Hälfte.

Ähnliche Tendenzen in Leverkusen

In Leverkusen bewegen sich die Fallzahlen insgesamt auf deutlich niedrigerem Niveau. Auffällig ist dort – wie in Köln – ein Anstieg bei den Körperverletzungen (47 Fälle).

Taschendiebstahl und Raub bleiben dagegen im niedrigen einstelligen Bereich.

Einordnung: Kein Ausnahmejahr – aber auch kein Entwarnungssignal

Im direkten Vergleich mit den vergangenen Jahren wirkt der Karneval 2026 weder besonders eskalierend noch außergewöhnlich ruhig.

Die Gesamtanzeigen liegen unter den Spitzenwerten der Jahre 2023 und 2024. Gleichzeitig zeigen die Zahlen bei Körperverletzungen, dass das Konfliktpotenzial weiterhin hoch ist – gerade in den dicht gedrängten Feierbereichen.

Zum Thema: Krisengebiet Zülpicher Straße: Warum ich hier kein Karneval mehr feiere

Zurück
Kommentiere diesen Artikel