Das Autokino in Porz

Politiker wollen Autokino in Porz retten – Märkte sollen bleiben

Die drohende Schließung des Autokinos in Porz hat vor Weihnachten hohe Wellen geschlagen. Nun scheint sich die Lage jedoch zu entspannen: In der Politik wird aktuell an Möglichkeiten gearbeitet, um die Märkte auf dem Gelände weiter stattfinden lassen zu können. Damit wäre auch die Zukunft des Autokinos gesichert. (Foto: Autokino Köln)

Rückblick: Im Dezember 2022 kündigte der Autokino-Betreiber, die DWJ GmbH (Der Wert J – Werteverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Starnberg / Bayern), an, das Autokino in Porz Ende 2023 nach über 55 Jahren schließen zu müssen.

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Als Grund hierfür nannte sie eine Ordnungsverfügung, die es verbot, dass auf dem Gelände auch Märkte stattfinden dürfen. Laut Betreiber kann das Autokino ohne die Einnahmen der Märkte (finden mehrmals pro Woche auf dem Gelände statt) nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Zwar finden auf dem Gelände seit Jahrzehnten auch Märkte statt. Der Bebauungsplan für das Areal hat dies jedoch nie erlaubt. Rechtlich ist die Lage eindeutig.

Es folgte jedoch ein großer Aufschrei. Über 14.000 Kölnerinnen und Kölner unterschrieben eine Petition zum Erhalt des Autokinos. Tatsächlich gibt es von Seiten der Politik nun offenbar den parteiübergreifenden Willen, die Märkte auf dem Gelände zu erhalten und somit auch das Autokino zu sichern

„Zuletzt hat es konstruktive Gespräche mit der Politik dazu gegeben. Dabei wurde mir signalisiert, dass es Möglichkeiten hierzu geben könnte, eine Lösung für die Märkte auf dem Gelände des Autokinos zu finden“, erklärt Axel Wahmke als Geschäftsführer der DWJ GmbH auf Nachfrage.

SPD: „Autokino gehört zu Porz“

Zwar bestehe durch den Bebauungsplan auf dem Gelände ein Einzelhandelsverbot: „Es gibt aber auch Möglichkeiten, davon Ausnahmen bewilligen zu lassen, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist“, sagt Wahmke.

Für den Erhalt des Autokinos setzt sich auch Pascal Pütz, Stadtbezirksvorsitzender der SPD in Porz, ein: „Das Autokino gehört zu Porz. Ein Verbot der Märkte kann nicht die Lösung sein. Sie sind lebensnotwendig für die Menschen im Umfeld“, erklärt Pütz auf Nachfrage.

Die SPD lotet derzeit Möglichkeiten aus und strebt nach eigenen Angaben eine parteiübergreifende Lösung an. Pütz: „Die Herausforderung ist, den Bebauungsplan so zu ändern, dass er Ausnahmen für die Märkte zulässt und negative Begleiterscheinungen ausschließt. Bei der SPD erarbeiten wir derzeit einen Vorschlag dafür.“ Werner Marx von der CDU in Porz war für eine aktuelle Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Märkte auf dem Gelände des Autokinos

Auf dem Gelände des Autokinos findet mittwochs und samstags jeweils der Wochenmarkt statt. Jeden Freitag ab 6:00 Uhr gibt es einen Trödelmarkt. Dazu kommt ein weiterer Trödelmarkt an jedem dritten Sonntag im Monat.

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CDU-Fragen zu Märkten

Das Thema gibt es bereits seit dem Jahr 2020, damals angeschoben von der CDU. Damals hatte die CDU mehrere Fragen zu den Märkten gestellt und unter anderem wissen wolle, welche Genehmigung es für diese Fläche gebe. Für die Anwohner vor Ort sei die Verkehrssituation laut CDU-Anfrage bei den Märkten ebenso ein Ärgernis gewesen, wie die Vermüllung der Seitenstraßen.

Autokino-Boom während der Pandemie

Während der Pandemie erlebte das Autokino in Porz kurzfristig einen besonders großen Zuspruch. Höhepunkt war ein Konzert von Brings im Autokino, bei dem mehrere hundert Besucher in ihren Autos dabei sein durften (siehe Foto oben). 250 Autos waren damals zugelassen, die Menschen durften ihr Auto lediglich zum Toilettengang verlassen. Viele Tausende Menschen verfolgten das Konzert damals beim WDR und waren gerührt.

Das Autokino gilt als ein Stück Nachkriegsgeschichte. Am 18. August 1967 wurde im damaligen Porz (gehörte zu der Zeit noch nicht zu Köln) das erste Autokino in NRW eröffnet. Es war das dritte Autokino in Deutschland. Die DWJ GmbH hat das Gelände gepachtet. Eigentümer ist die Mehl Mühlens Stiftung.

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