Für die Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz stehen insgesamt 3,5 Millionen Euro zusätzlich bereit. Ein großer Teil davon ist für Marketing und ein Eröffnungsfestival vorgesehen. Nach Kritik aus der Politik hat die Verwaltung nun Einsparpotenzial bei der Kampagne benannt: 100.000 Euro könnten umgewidmet werden.
Die Kommunikation zur Wiedereröffnung der Bühnen Köln am Offenbachplatz wird etwas kleiner ausfallen als zunächst geplant. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden im aktuellen Kommunikationskonzept Einsparmöglichkeiten in Höhe von 100.000 Euro identifiziert. Das Geld soll möglicherweise der freien Szene zugutekommen.
Hintergrund ist eine Anfrage von Maria Helmis-Arend aus der SPD-Fraktion im Hauptausschuss. Sie hatte wissen wollen, wie sich das Budget für die „Kommunikationsstrategie Wiedereröffnung Bühnen“ zusammensetzt – und ob Teile davon für andere Bereiche wie die freie Szene oder das Kinder- und Jugendtheater genutzt werden könnten.
3,5 Mio. für gute Laune für die Oper
Der Rat der Stadt Köln hatte am 15. Juni 2023 im Zusammenhang mit dem Neustart der Bühnen Köln am Offenbachplatz zusätzliche Mittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro bereitgestellt. Diese Summe verteilt sich laut Verwaltung auf zwei große Bereiche: 2,1 Millionen Euro sind für eine Marketingkampagne vorgesehen, weitere 1,4 Millionen Euro für ein mehrtägiges Eröffnungsfestival.
Die Kampagne soll die Wiedereröffnung kommunikativ begleiten. Dazu gehören laut Verwaltung unter anderem strategische Beratung, Produktion von Werbematerialien, Fotografie, Grafikdesign, Videoproduktionen, Anzeigen, Hörfunkspots, Social-Media-Inhalte und Außenwerbung.
Kritik an Werbemillionen für die Opr
Hierzu wurde die renommierte Agentur Jung von Matt beauftragt. Diese steuert unter anderem einen Instagram-Account und kauft außerdem Werbung von Kölner Instagram-Accounts.
Viele Kölner kritisieren das. Ihre Argumente: Zunächst setzt die Stadt hunderte Millionen für die Sanierung in den Sand. Nun schmeißt die Stadt noch mehrere Millionen hinterher um das als gut zu verkaufen, was tatsächlich schlecht gelaufen ist – alles Steuergeld.
➡️ Heißt: Das (Steuer)Geld fließt nun nicht in Agenturen, die davon Social Media-Videos produzieren, sondern in die freie Kulturszene der Stadt Köln.
Gleichzeitig stehen viele Kulturschaffende außerhalb der großen Häuser unter finanziellem Druck. Deshalb stellt sich die Frage, wie viel Geld für Werbung notwendig ist – und ob Teile des Budgets an anderer Stelle dringender gebraucht werden.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:So teilt sich das Marketingbudget auf
Das Budget für die Marketingkampagne beträgt 2,1 Millionen Euro. Nach Angaben der Verwaltung fließt etwa ein Drittel davon in Beratungs- und Produktionskosten. Dazu zählen die strategische Konzeption der Kampagne und die operative Umsetzung, etwa durch Fotografie, Grafikdesign und Videoproduktionen.
Rund zwei Drittel des Budgets sind als Media-Budget vorgesehen. Damit werden Werbeflächen und Anzeigen bezahlt, zum Beispiel in Printmedien, im Hörfunk, auf Social Media und im Bereich Außenwerbung. Gemeint sind damit etwa Plakate oder andere großflächige Werbeformen im öffentlichen Raum.
Wo gekürzt werden soll
Nach Prüfung des Kommunikationskonzepts sieht die Verwaltung Einsparpotenzial in Höhe von insgesamt 100.000 Euro. Davon sollen etwa 35.000 Euro bei Konzeption und Produktion von Social-Media-Inhalten eingespart werden. Weitere rund 65.000 Euro sollen bei Printwerbung reduziert werden.
Freie Kulturszene könnte profitieren
Was passiert mit den 100.000 Euro? Die Verwaltung schreibt, sie prüfe derzeit, wie die konsolidierten Mittel umgewidmet werden können, um sie der freien Szene zur Verfügung zu stellen.
Das ist ein wichtiger Punkt für die Kölner Kulturlandschaft. Die Bühnen Köln sind städtische Großinstitutionen. Die freie Szene arbeitet dagegen oft projektbezogen, mit kleineren Budgets und weniger Planungssicherheit.
Die Betriebsleitung der Bühnen Köln plant laut Verwaltung, den Betriebsausschuss Bühnen bis zum Start der Spielzeit 2026/27 in jeder Sitzung über den Stand der Kampagne zu informieren. Dabei soll es um die Reichweite der Marketingmaßnahmen und um vertriebliche Kennzahlen gehen.



