Zum 40-jährigen Bestehen der Interessengemeinschaft Neumarkt ging es vor allem um die Zukunft: Wie kann aus dem Verkehrsknoten ein Platz werden, auf dem sich Menschen gerne aufhalten? Kölns Baudezernent Andree Haack sprach sich bei der Jubiläumsveranstaltung am 29. September dafür aus, den Autoverkehr von der Nordseite auf die Südseite zu verlegen. Die IG legte zugleich ihre Vorstellungen für einen dauerhaften Markt mit Gastronomie und Kultur vor.
„Es ist klar, dass in Zukunft auf der Nordseite kein Verkehr mehr vorbeigeführt werden kann“, sagte Haack laut Kölner Stadt-Anzeiger. Dafür müsse eine Lösung für den Verkehr in beiden Richtungen auf der Südseite gefunden werden. Zum 50-jährigen Bestehen der IG im Jahr 2036 solle die Umgestaltung abgeschlossen sein. Konkrete Kosten, einen Planungsauftrag oder einen Baustart nannte er nicht.
Seit 40 Jahren beschäftigt die IG dieselbe Frage
Mitglieder, Eigentümer sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung und Stadtmarketing kamen zum Jubiläum in der Kreissparkasse Köln zusammen. Die IG wurde 1986 gegründet. Schon damals standen die Verkehrsbelastung und die Gestaltung des Neumarkts im Mittelpunkt.
Der Wunsch des Vorsitzenden Thomas Kleefuß zum Jubiläum ist entsprechend konkret: eine verkehrsfreie Nordseite. Kleefuß formulierte es auf dem Podium so: „Jetzt muss der Rat in die Pötte kommen.“
Bereits im Frühjahr 2022 hatte die Interessengemeinschaft den Architekten und Stadtplaner Stephan Braunfels beauftragt, ein Gestaltungskonzept auf Grundlage des Speer-Masterplans zu entwickeln. Ihr Fazit zur bisherigen Umsetzung fällt im Newsletter knapp aus: „Passiert ist bis heute nichts!“
Mehr Platz zwischen Schildergasse und St. Aposteln
„Von der Insel zum Platz“ lautet die Überschrift des Verkehrskonzepts in der Jubiläumspräsentation. Die Idee: Wird der Autoverkehr im Süden gebündelt, kann die Nordseite mit der heutigen Platzfläche zusammenwachsen.
Die dort vorgestellte Vorzugsvariante setzt auf eine zweispurige Verkehrslösung. Braunfels beschreibt außerdem Möglichkeiten für zusätzliche Grünflächen an der Hahnenstraße und vor den Museen an der Cäcilienstraße, ohne die bestehende Straßenbahntrasse verlegen zu müssen. Es handelt sich um einen Gestaltungsvorschlag, dessen Umsetzung noch geklärt werden muss.
Bei der Diskussion hob Braunfels die vorhandenen Bäume als besondere Qualität des Neumarkts hervor. Auch Annett Polster vom Stadtmarketing Köln betonte den Wert der alten Platanen angesichts des Klimawandels. Eine Neugestaltung soll diese Qualitäten stärken und mehr Raum zum Aufenthalt schaffen.
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Wie der Platz künftig genutzt werden könnte, zeigt die IG in ihrer Präsentation ebenfalls. Vorgesehen ist ein ganzjähriger Markt mit lokalen Erzeugern, gastronomischen Angeboten und Sitzgelegenheiten. Bei besonderem Bedarf sollen die Stände entfernt werden können, etwa für den Weihnachtsmarkt.
Zum Marktkonzept gehören öffentliche Toiletten und Mülleimer sowie eine eigene Bühne für kulturelle Veranstaltungen. Der Neumarkt soll damit auch außerhalb einzelner Großveranstaltungen regelmäßig belebt werden. Als Vorbilder die IG den Münchner Viktualienmarkt und den Düsseldorfer Carlsplatz.
Die Interessengemeinschaft erklärt bereits ein Konzept für eine Marktgesellschaft erarbeitet zu haben. Dieses sieht eine professionelle Organisation des Betriebs vor, beispielsweise durch einen Marktverein. Wie eine solche Gesellschaft konkret arbeiten und das Vorhaben finanzieren würde, erläutern die Unterlagen nicht.
Eigentümer wollen rund 2,5 Millionen Euro investieren
Die IG verbindet mit dem Markt mehrere Ziele: Lokale Gastronomie und Erzeuger sollen gestärkt werden, ebenso die Geschäfte zwischen Mittelstraße und Schildergasse. Zugleich soll der Platz mehr Möglichkeiten für Begegnungen bieten – für Kölner Familien ebenso wie für Besucher der Stadt. Auch Sauberkeit und Sicherheit sollen vom regelmäßigen Marktbetrieb profitieren.
Die Vorstellung für den Neumarkt ist klar: weniger Trennung durch Verkehr, ein dauerhafter Markt und mehr Alltag auf dem Platz. Haacks Aussage gibt der Debatte neuen politischen Nachdruck. Die Entscheidungen über Verkehrsführung und Umsetzung stehen aber noch aus.
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- Wie sich der Platz mit einfachen Mitteln beleben lässt, zeigte zuletzt der 28 Meter lange Blumenteppich auf dem Neumarkt, der gemeinsam mit roten Stühlen zum Sitzen und Verweilen einlud.
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