Der spektakuläre 3:2-Sieg gegen Hoffenheim hat beim 1. FC Köln neue Euphorie ausgelöst. In der neuen Folge der „Dreierkette Köln“ sprechen Martin Schlüter, Dan und Manuel Andrack über René Wagner, die Entwicklung des FC und die besondere Kraft, die dieser Verein entfalten kann.
René Wagner und der aktuelle FC
Martin Schlüter
„Nach dem 1:2, spätestens beim 2:2, waren es die Wechsel, die alle drei super waren. Maina: richtig stark. Da hat der Trainer, glaube ich, komplett dreimal richtig gewechselt.“
„Ich bin gespannt und auch skeptisch. Aber warum nicht? Vieles deutet darauf hin, dass wir jemanden haben, der uns noch Freude bereiten kann.“
Dan Dickkopf
„Ich glaube, dass er ein totaler Experte ist. Ich würde mir trotzdem ein bisschen mehr Ausstrahlung wünschen. Und das heißt nicht, an der Seitenlinie herumzuspringen, sondern ein bisschen mehr das Gefühl zu geben: Ich bin der Boss und ich führe. Ich hoffe, dass dieses Fachwissen tatsächlich reicht.“
„Dass Wechsel helfen können, haben wir lange nicht mehr erlebt in Köln. In den vergangenen Monaten wurde gefühlt gar nicht oder viel zu spät gewechselt. Diesmal waren das natürlich alles Glücksgriffe.“
Manuel Andrack
„Ich glaube, dass René Wagner seine Hausaufgaben gemacht hat und die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute wusste, worum es geht. Sie konnte in den entsprechenden Situationen den Schalter umlegen. Ich glaube, dass er ein super Trainer ist und auch zum FC passt.“
„Es wird auch schiefgehen und wir werden vielleicht zu Hause auf den Sack bekommen. Dann fordert der Boulevard: Warum schreit er nicht mal rein? Aber dann wird es an anderen Sachen gelegen haben – bestimmt nicht an der Vorbereitung.“
Was den 1. FC Köln ausmacht
Martin Schlüter
„Wenn du merkst, das Stadion macht auf einmal mit, dann gibt es diesen Übersprung von der Mannschaft auf die Ränge und umgekehrt. Das ist ein Zusammenspiel all dieser Einflüsse. Dann schlägt einfach das Stadion den Gegner. Das war schon richtig geil.“
Dan Dickkopf
„Warum bin ich FC-Fan? Warum bekomme ich dauernd große Hoffnung, die enttäuscht wird? Genau deswegen: Weil man das Leben mit den ganzen Rückschlägen etwas besser meistern kann.“
„Dieser bescheuerte Slogan ‚Spürbar anders‘ wird dann tatsächlich mit Leben gefüllt.“
Manuel Andrack
„Meine älteste Tochter ist mit fast 17 vom Pferd gefallen, hatte eine ganz schlimme Querschnittslähmung und war vom Hals ab gelähmt. Sie hat sich aber rangekämpft, hat jetzt zwei Kinder und einen Job. Sie sagt: Die Resilienz, die ich hatte, um mich da rauszukämpfen, habe ich als FC-Fan erworben.“
Über sein neues Buch „Wenn Papa morgen stirbt, bleibe ich FC-Fan“:
„Es ist nicht nur ein Buch über die FC-Leidenschaft meiner Töchter, sondern auch über die FC-Familie. Ich gehe auf eine Busauswärtsfahrt nach St. Pauli und treffe dieselbe Sabrina, die schon als Mittzwanzigerin die Busfahrten begleitet hat. Das ist der Hammer: Es sind die gleichen Leute, weil sie diesen Verein so lieben.“



