Am Neumarkt ist derzeit eine der größeren Baustellen in der Kölner Innenstadt zu sehen. Die Kreissparkasse Köln lässt ihren Gebäudekomplex an der Ecke Neumarkt/Richmodstraße teilweise abreißen. An seiner Stelle entsteht in den kommenden Jahren ein großer Neubau mit Büros, Geschäften und Platz für Gastronomie.
Für den Umbau ihres Neumarktareals hat die Kreissparkasse Investitionen von rund 120 Millionen Euro vorgesehen. Betroffen ist der Gebäudekomplex entlang der Richmodstraße – von der Ecke am Neumarkt bis einschließlich des früheren Kreissparkassen-Parkhauses. Der sichtbare Rückbau der bisherigen Gebäude hat im Juni 2026 begonnen. Dabei wird das Mauerwerk zunächst mit einem Spezialbagger abgetragen, um Lärm und Erschütterungen möglichst gering zu halten. (Visualisierung: RÖMER KÖGELER PARTNER / Kreissparkasse Köln)
Büros, Geschäfte und Gastronomie am Neumarkt
Auf dem Grundstück soll anschließend ein moderner Gebäudekomplex entstehen. Die aktuellen Planungen sehen oberirdisch rund 9.800 Quadratmeter Bürofläche und 2.800 Quadratmeter Gewerbefläche vor.
Vor allem das Erdgeschoss dürfte für Besucher des Neumarkts interessant werden. Dort entstehen Flächen, die unter anderem für Einzelhandel und Gastronomie genutzt werden können. Bereits 2025 hatte die Kreissparkasse angekündigt, dass rund 1.300 Quadratmeter mit direktem Zugang zum Neumarkt vermarktet werden sollen.
Die Büroflächen in den oberen Geschossen will zunächst auch die Kreissparkasse selbst nutzen. Geplant ist dort ein neues Bürokonzept mit offenen Arbeitsbereichen, Besprechungsräumen sowie Rückzugs- und Projektflächen.
Die Visualisierung zeigt, wie sich das Areal verändern soll. Der Neubau erhält eine helle, stark gegliederte Fassade mit großen Fenstern. Im Erdgeschoss sind entlang des Neumarkts und der Richmodstraße mehrere Ladenflächen vorgesehen. Darüber entstehen die Büroflächen. Durch unterschiedliche Fassadenabschnitte soll der große Gebäudekomplex optisch in mehrere Häuser gegliedert werden.
Sechs Etagen entstehen über der Erde
Der Neubau bekommt sechs oberirdische und drei unterirdische Geschosse. Die Gebäudehöhe liegt bei rund 22,5 Metern.
Das Grundstück selbst ist rund 3.730 Quadratmeter groß. Die oberirdische Bruttogeschossfläche des Neubaus beträgt rund 16.900 Quadratmeter. Weitere etwa 6.200 Quadratmeter entstehen unter der Erde. Dabei soll entlang der Richmodstraße nicht einfach ein großer, gleichförmiger Gebäudeblock entstehen. Die Architekten teilen den Neubau optisch in drei eigenständige Gebäude mit eigenen Fassaden auf.
Damit orientiert sich die Planung an der historischen kleinteiligen Bebauung rund um den Neumarkt. Für die Fassaden sind unterschiedlich nuancierte Natursteine vorgesehen. Der Neubau soll sich damit auch in die teilweise denkmalgeschützte Umgebung einfügen.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Platz für rund 400 Fahrräder
Ein besonderes Augenmerk liegt bei dem Neubau auf dem Thema Mobilität. Unter dem Gebäude entstehen rund 200 Pkw-Stellplätze. Die Stellplätze sollen mit Ladeanschlüssen für Elektroautos ausgestattet werden.
Deutlich mehr Platz ist für Fahrräder vorgesehen: In einem sogenannten „Bikesafe“ sollen bis zu 400 Fahrräder untergebracht werden können.
Das frühere öffentliche Parkhaus der Kreissparkasse in der Richmodstraße gehört dagegen der Vergangenheit an. Es ist Teil des Bereichs, der für den Neubau zurückgebaut wird.
Das Gebäude wird auch eine Tiefgarage bekommen, die sich über drei Ebenen erstreckt. Auf Ebene -1 entstehen konventionelle Stellplätze für Kundinnen und Kunden der Kreissparkasse. Auf den Ebenen -2 und -3 parken dagegen die künftigen Mieterinnen und Mieter über ein automatisiertes Parksystem: Das Auto wird auf einer Plattform abgestellt und anschließend über eine Art Aufzugsystem automatisch in die zugehörige Parklücke befördert. Das spart Platz und erspart die Fahrerei und das Rangieren in den tieferen Ebenen. Ob es in Köln bereits vergleichbare Parksysteme gibt, ist der Kreissparkasse nach eigenen Angaben nicht bekannt.
Neubau soll besonders nachhaltig werden
Auch beim Energieverbrauch setzt die Kreissparkasse auf einen modernen Standard. Vorgesehen sind unter anderem eine energieeffiziente Gebäudetechnik, eine gute Wärmedämmung sowie langlebige Materialien und Systeme zur Reduzierung des Energiebedarfs.
Die Planung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem Gold-Status vorzertifiziert. Auch für das fertige Gebäude wird eine DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt.
Ein großes Stück Neumarkt verändert sich
Mit dem Projekt verändert sich vor allem die Ecke Neumarkt/Richmodstraße deutlich. Wo bislang der langgezogene Gebäudekomplex und das ehemalige Parkhaus standen, entsteht ein neues Quartier mit Büros und öffentlich zugänglichen Gewerbeflächen.
Die Hauptstelle der Kreissparkasse am Neumarkt bleibt dabei bestehen. Der Neubau betrifft den anschließenden Komplex entlang der Richmodstraße bis zum früheren Parkhaus. Bis dahin wird die Baustelle das Bild rund um den Neumarkt allerdings noch eine Weile prägen. Seit Juni 2026 läuft zunächst der sichtbare Rückbau der alten Gebäudeteile.
Mehr zum Neumarkt
- Der Neumarkt verändert sich derzeit an mehreren Stellen. Erst kürzlich wurde mit dem großen Blumenteppich auf dem Neumarkt ein weiteres Projekt zur Aufwertung des Platzes umgesetzt.
- Auch die Geschichte des Platzes zeigt, wie stark sich der Neumarkt immer wieder verändert hat. Wo heute die Neumarkt Galerie steht, befand sich früher das Hertie-Kaufhaus am Neumarkt.
- Direkt in der Nachbarschaft des Bauprojekts befindet sich außerdem das Richmodis-Haus mit seinem markanten Turm. Warum dort zwei Pferde aus einem Fenster schauen, geht auf eine bekannte Kölner Sage zurück.




1 Kommentar
Ruth
Wie schön, dass es eine Goldmedaille auch völlig ohne Begrünung geben kann…