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Möhn

Kölsche Sprache: Wer wird in Köln als Möhn bezeichnet?

Im Kölschen gibt es viele Begriffe, die man zwar schon einmal gehört hat, aber nicht unbedingt richtig übersetzen kann. Einer davon ist „Möhn“. Besonders im Karneval begegnet einem das Wort immer wieder. Aber weißt du, wer oder was damit gemeint ist?

Erklärung des Wortes Möhn

Als „Möhn“ wird im Kölschen eine ältere Frau oder auch die Tante bezeichnet. Das Wort gehört zum ripuarischen Sprachraum und ist deshalb nicht nur in Köln, sondern auch in Bonn, Düsseldorf, Düren und Teilen der Eifel verbreitet. Besonders häufig hört man es rund um die Weiberfastnacht.

Seinen Ursprung hat „Möhn“ im alten Wort „Muhme“. Damit wurde früher eine weibliche Verwandte mütterlicherseits bezeichnet. Später verstand man darunter häufig eine ältere, verheiratete oder verwitwete Frau, die meist dunkle Kleidung und eine Kopfbedeckung trug.

Mit dem Aufkommen des organisierten Karnevals bekam der Begriff Ende des 19. Jahrhunderts eine weitere Bedeutung. Mitglieder närrischer Frauenvereinigungen und Damenkomitees bezeichneten sich zunehmend selbst als „Möhne“. Die Präsidentin eines solchen Komitees wird „Obermöhn“ genannt. Sie führt wortgewandt und häufig scharfzüngig durch Sitzungen und übernimmt an Weiberfastnacht symbolisch das närrische Kommando.

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In Köln beginnt an Weiberfastnacht der Straßenkarneval. Dabei übernehmen die Frauen traditionell das Regiment.

Heute ist die Möhn deshalb weit mehr als nur die Bezeichnung für eine ältere Frau. Im rheinischen Karneval steht sie für selbstbewusste, schlagfertige und feierfreudige Frauen, die an Weiberfastnacht das Zepter übernehmen.

Eine „Möhn“ ist im karnevalistischen Zusammenhang also keineswegs abwertend gemeint, sondern kann sogar mit Stolz als Selbstbezeichnung getragen werden.

Laut Adam Wrede (S. 621) wird Möhn auch in leicht spöttischer Art für eine alte alleinstehende Frau benutzt. Es kann auch ein willensschwacher Mensch damit gemeint sein. Früher war Möhn eine volkstümliche Anrede an eine ältere, verheiratete Frau.

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