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Kölns verschwundener Freizeitpark: 5 Erinnerungen ans Tivoli am Rheinufer

Es gab ihn nur wenige Jahre. Doch sein Standort war einzigartig. Und die Vielfalt der Attraktion erscheint auch heute noch beeindruckend: Am 29. April 1971 wurde der Tivoli Freizeitpark in der Riehler Rheinaue gemeinsam mit der Bundesgartenschau eröffnet.

Von einer Schießhalle, über Achterbahn („Super 8“), Restaurants, Geisterbahn („Utopia 2000“), Elefantenzirkus, Freilichtbühne, Minigolf, Spielplätze bis hin zur Diskothek war auf dem Areal so ziemlich alles zu finden. Es gab sogar einen Nachbau der Kölner Altstadt.

Wir haben hier fünf Erinnerungen an diesen doch sehr besonderen Freizeitpark (ehemals „Deutschlands größter Erholungs- und Vergnügungspark“) mitten in Köln aufgeschrieben.

Vielleicht kommt euch einiges bekannt vor. Auf jeden Fall ist der Park ein interessantes Stück Kölner Nachkriegs-Geschichte. Und es ist überraschend, wo man heute noch die Überreste des Tivoli findet – nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Ländern.

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Der Standort in den Rheinauen

Der Standort war einzigartig, wie zentrumsnah. Hinter der Mülheimer Brücke gelangte man auf das Areal, das acht Hektar groß war. Heute ist das Gelände wieder der Natur vorbehalten, die Geräte und Buden sind längst weg.

Man kann jedoch an diversen Stellen noch einige Überreste des Parks entdecken, wie der Kölner Jürgen Nießen auf seiner Homepage, zeigt. Er hat uns freundlicherweise auch erlaubt, einige seiner Fotos zum Tivoli hier zu zeigen. Auch kann man an den heutigen Wegen in Riehl noch die Grundrisse des Parks erkennen.

Quelle: Jürgen Nießen

Das internationale Motto des Parks

Der Park sollte thematisch mehrere Welten abdecken und sich so von einem 0815-Freizeitpark abheben. Das Motto lautete „Eine Reise um die Welt“. Die Länder, um die es ging, waren Deutschland, Frankreich, Südamerika, Türkei. Das sah man in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Die Parkmacher waren jedenfalls bemüht, den Besuchern die jeweiligen Kulturen der Länder näher zu bringen.

Das Riesenrad im Freizeit-Park

Das 40-Meter hohe Riesenrad war eine der Hauptattraktionen des Freizeitparks. Wer hiermit fuhr, hatte einen außergewöhnlichen Überblick über die Rheinaue, auf den Rhein und den Rest des Freizeitparks, wie man auf dem ersten Foto sieht.

Das Riesenrad ist auch heute noch in Betrieb: Es steht im Freizeitpark Slagharen in den Niederlanden. Das liegt wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Repro: Jürgen Nießen

Kettenkarussell ist heute noch aktiv

Auch der so genannte „Schwanenflieger“ aus dem Park ist heute noch bei den Schaustellerbetrieben Rosenzweig in Betrieb. Wie der Kölner Stadtanzeiger 2015 berichtete, stand das mobile Fahrgeschäft vor einigen Jahren unter anderem beim Mülheimer Volksfest, also unweit des früheren Tivoli Parks. Die Schaustellerfamilie hatte auch zahlreiche Fahrgeschäfte im Park damals betrieben.

Schließung nach nur 5 Jahren

Das Freizeitpark-Vergnügen mitten in Köln hielt allerdings nur fünf Jahre an. Denn 1975 musste der Park wieder schließen.

Es gab zu wenige Besucher, der Betrieb rechnete sich einfach nicht mehr. Auch hatte es schon einige Beschwerden aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnis gegeben. Einige Leute empfanden den Park als zu teuer und besonders in den letzten Monaten als marode und heruntergekommen.

Gegenwind gab es für den Park auch von den anderen Kölner Schaustellern, die um ihr Geschäft auf den anderen Kölner Kirmesplätzen fürchteten.

Weitere ausführliche Informationen und viele Fotos vom Park findet ihr auf der Homepage von Jürgen Nießen.

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7 Antworten auf „Kölns verschwundener Freizeitpark: 5 Erinnerungen ans Tivoli am Rheinufer“

Ich kann mich auch gut daran erinnern war damals 14 Jahre alt und habe mir ein paar Mark dazu verdient mit anstreichen von Karussellpferdche

Ich bin 1971 geboren und trotzdem kann ich mich noch an unseren einzigen Ausflug dorthin erinnern. Der Tivoli geisterte noch lange in meinem Kopf herum. Ich habe ihn später aber eher in Richtung Aachen angesiedelt. Ich war damals mit meiner Patentante dort und der Weg von Kerpen Horrem bis Mühlheim zog sich wesentlich länger als heute. Ich bin dann vor ein paar Jahren zufällig auf die Homepage von Jürgen Niessen gestoßen. Dadurch konnte ich meine Erinnerungslücken schließen. Danke dafür.

Ich war damals ca 6 Jahre…. Ich kann mich noch an einen riesengroßen Zauberer erinnern, ich vermute mal, daß er am Eingang vom Märchenwald stand, der sagte….. wenn Du nicht lieb bist, schmeiße ich Dich in einen Schokoladenpudding….. Ich war total beeindruckt, weil ich bis heute Schokoladenpudding liebe. Ich habe das fast 50 Jahre nicht vergessen.

Ich kenne den Kölner Tivoli noch, ich habe ihn als Kind mit meinen Eltern besucht, und bin dort zum ersten Mal in meinem Leben mit einer Achterbahn gefahren. Der Tivoli war damals schon recht heruntergekommen, es muss schon in der Endphase des Parks gewesen sein. Von dem Flair während des Eröffnungsjahres 1971 war schon nicht mehr viel zu spüren. Die wenigen verbliebenen Fahrgeschäfte waren schon etwas heruntergekommen und die vielen Bäume und Grünflächen längst nicht mehr so gepflegt. Vielleicht ist mir gerade deshalb der Tivoli um so mehr im Gedächtnis geblieben.
Über die Homepage habe ich dann viele Jahre später Kontakt zu Jürgen Niessen bekommen, und wir konnten gemeinsam viele Geheimnisse um den Tivoli lüften. Denn damals waren Infos zum Park mehr als rar. Heute ist alles dank seiner liebevoll gestalteten Homepage fast wieder wie früher erlebbar.

Könnte man in diesen trostlosen Zeiten, wo nur Hektik und Habgier der Renner ist mal wieder aufleben lassen. Freude, Spaß und Entspannung ist doch in der heutigen Zeit wichtig geworden. Allerdings muss alles in Maßen zahlbar bleiben. Gerade wir Kölner lieben doch den Frohsinn!!!

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