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Dietmar Schott

Kölner WDR-Legende Dietmar Schott ist tot

Der Kölner Sportreporter Dietmar Schott ist tot. Er starb am 11. Mai in Linz im Alter von 88 Jahren. Der in Köln geborene Journalist arbeitete lange für den WDR, wurde als Stimme der Radiosendung „Sport und Musik“ bekannt und prägte auch den Kölner Basketball mit.

Der Sportjournalist wurde am 20. Juli 1937 in Köln geboren, wuchs in Hamburg auf und kehrte 1962 in seine Geburtsstadt zurück. Von dort aus wurde er zu einer der prägenden Stimmen des WDR-Sports.

Für Köln war Schott nicht nur ein Reporter. Er arbeitete beim Westdeutschen Rundfunk, war später WDR-Sportchef und engagierte sich beim BSC Saturn Köln in einer Zeit, in der der Verein zu den erfolgreichen Namen im deutschen Basketball gehörte – auch dank des Engagements von Mäzen und Saturn Gründer Fritz Waffenschmidt. (Foto: IMAGO / Weckelmann)

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Vom NDR zum WDR nach Köln

Seine journalistische Laufbahn begann Schott in Hamburg. Dort war er zunächst freiberuflich beim Norddeutschen Rundfunk tätig und gründete die Zeitschrift „Der Jazzer“. Auch sportlich war er früh aktiv: 1954 wurde er Mitglied beim Hamburger SV und spielte dort Basketball.

1962 kehrte Schott nach Köln zurück. Er spielte Basketball beim ASV Köln und begann als Sportredakteur beim Westdeutschen Rundfunk.

Bekannt wurde er vor allem im Hörfunk. Die samstägliche Radiosendung „Sport und Musik“ machte ihn für viele Hörerinnen und Hörer zu einer vertrauten Stimme. Nach den vorliegenden Angaben moderierte Schott im Radio mehr als 2000 Sendungen.

Basketball und Pferdesport als Schwerpunkte

Obwohl es bei Sport und Musik viel um die Bundesliga ging, lagen Schotts berufliche Schwerpunkte vor allem im Basketball und im Pferdesport. Beide Felder begleiteten ihn über viele Jahre, beruflich wie privat.

Im Juni 1977 übernahm Schott beim BSC Saturn Köln eine zentrale Rolle an der Seite von Mäzen Fritz Waffenschmidt. Er galt dort als rechte Hand Waffenschmidts und als „Mann für alle Fälle“. In seine Zeit bei den Kölner Basketballern fielen die DBB-Pokalsiege 1980, 1981 und 1983 sowie die deutschen Meistertitel 1981, 1982, 1987 und 1988.

Schott war unter anderem an der Verpflichtung des israelischen Trainers Ralph Klein im Jahr 1983 beteiligt. Auch Tony DiLeo holte er nach Köln, trotz Skepsis im Umfeld. Rückblickend beschrieb Schott seine Tätigkeit bei Saturn Köln 2012 so: „Ich war Manager, Pressesprecher, Teambetreuer usw. Ich habe dort alles zu hundert Prozent ehrenamtlich gemacht, und vor allem: gerne!“

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Für Köln ist dieser Teil seiner Biografie besonders wichtig. Saturn Köln steht bis heute für eine Phase, in der Basketball in der Stadt große sportliche Bedeutung hatte. Schott war dabei kein Spieler auf dem Feld, aber einer der Menschen, die den Verein hinter den Kulissen mittrugen.

WDR-Sportchef und Reporter großer Ereignisse

1988 wurde Dietmar Schott WDR-Sportchef und trat die Nachfolge von Kurt Brumme an. In dieser Funktion prägte er die Sportberichterstattung des Senders weiter.

Zu den besonderen Momenten seiner Laufbahn gehörte die Übertragung des Endspiels der Basketball-Europameisterschaft 1993. Schott übertrug das Spiel direkt und in voller Länge im Rundfunk. Rückblickend sagte er 2012, das habe es zuvor noch nicht gegeben und sei damals „fast sensationell“ gewesen.

Auch international war Schott als Kommentator bei zahlreichen Sportereignissen im Einsatz. Allein den Prix d’Amérique übertrug er 32-mal. Hinzu kamen elf Olympische Spiele und alle Pferde-Wettkämpfe der Olympischen Spiele 2000 in Sydney.

Auszeichnungen und Engagement im Pferdesport

Für seine Reportagen wurde Schott 1990 mit dem Herbert-Zimmermann-Preis ausgezeichnet. In Neuseeland erhielt er gegen 149 Konkurrenten den Weltpreis. 2003 folgte der Journalistenpreis „Das Silberne Pferd“.

Der Pferdesport war für Schott nicht nur ein journalistisches Spezialgebiet. Gemeinsam mit seiner Frau züchtete er seit 1974 im Gestüt Höhnchen in Lohmar Trabrennpferde. Seine Pferde errangen nach den vorliegenden Angaben mehr als 300 Siege. Auch selbst war Schott seit 1962 als Amateur-Trabrennfahrer aktiv und kam dabei zu internationalen Einsätzen.

Mit seinem Tod verliert Köln einen Journalisten, der Sport nicht nur beschrieben hat. Er war auch selbst Teil der Sportstadt Köln: beim WDR, beim ASV Köln, bei Saturn Köln und im Pferdesport der Region.

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