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Kölner Lichter

Kölner Lichter: „Welche Wertschöpfung dadurch entsteht, ist für eine Stadt Gold wert“

Die OSMAB Holding AG ist Präsentator der Kölner Lichter und trägt mit ihrem Engagement maßgeblich dazu bei, dass die Großveranstaltung seit 2025 wieder stattfinden kann.

Anton Mertens ist Mitbegründer, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der OSMAB Holding AG. Der studierte Jurist hat mehrere Unternehmen mitgegründet und geleitet und ist zudem Mitbegründer der Kölner Rechtsanwaltskanzlei Mertens & Kollegin. (Foto: IMAGO / Future Image)

Im Gespräch mit Verliebt in Köln spricht Mertens darüber, warum er das Großereignis als wirkungsvolles Stadtmarketing betrachtet, welche wirtschaftliche Bedeutung Veranstaltungen für Köln haben und was für ihn den besonderen Geist der Stadt ausmacht.

Herr Mertens, warum engagieren Sie sich für die Kölner Lichter?

Anton Mertens: „Ich habe da eine etwas schlichte Sicht auf die Dinge: Unser Kostenbeitrag lag 2025 pro Besucher ungefähr bei zwei Euro. Billiger kann ich keine halbe Million Menschen einladen.

Da kommen viele Menschen nach Köln. Sie erleben Köln in diesem typischen Spirit, den die Stadt anzubieten hat. Und das ist für mich perfektes Stadtmarketing.“

Wie würden Sie diesen typischen Kölner Spirit beschreiben?

Anton Mertens: „Das hat mit dem Lebensgefühl in Köln zu tun. Wir sind eine offene Stadt, die es schafft, Menschen aufzunehmen. Das tut diese Stadt mit allen Problemen, die daraus entstehen – aber eben auch mit der Kraft, die daraus entsteht.

Dazu kommt: Wir haben rund 50.000 Studierende in der Stadt, und auch die tragen zum Gefühl des Zusammenlebens bei. Und natürlich ist der Karneval ein prägendes Element. Dieses kölsche Lebensgefühl begleitet das ganze Jahr – ob beim Fußball oder in anderen Zusammenhängen. Ohne Karnevalsmusik geht es ja eigentlich nicht.

Beim Thema Musik finde ich einen Unterschied zu Düsseldorf interessant. Im Karneval haben wir in Köln eine eigene Musik. Die Düsseldorfer haben das in der Form nicht. Ich ärgere die Düsseldorfer manchmal damit und sage: Bei euch ist auch alles schön, aber ich muss immer Musik mitbringen. Sonst läuft da Ballermann-Schlager. Tut mir leid.“

Wie haben Sie die Kölner Lichter 2025 erlebt?

Anton Mertens: „Es hat lange geregnet, aber die OSMAB hat bei solchen Events offenbar oft Glück: Gegen 16 Uhr war Schluss mit Regen, danach hatten wir wirklich traumhaft schönes Wetter. 

Wir hatten ein sehr schönes Boot als Begleitboot gebucht und waren mit Menschen unterwegs, die wir mögen – Freunde, Menschen, mit denen wir arbeiten, Menschen, die uns nahestehen. Das war keine politische Einladungsliste. 

Später haben wir vor der Bastei angelegt. Unterwegs gab es rechts und links schon die ersten kleinen Feuerwerksmomente. Es war eine tolle Atmosphäre, wir haben Musik gehört, das war wirklich schön.

Dann begann vor der Bastei das Feuerwerk. Ich hatte mich vorher gar nicht so sehr um die Begleitmusik gekümmert. Es lief Musik aus „Babylon Berlin“ – und es war schon verrückt, wie gut das zueinander passte.“

Anton Mertens (rechts) und Andreas Rickmann, Herausgeber von Verliebt in Köln

Was können die Kölner Lichter der Stadt bringen, was Verwaltung, Politik und klassisches Stadtmarketing nicht schaffen?

Anton Mertens: „Ich versuche es einmal so: Ich habe von dem Feuerwerkskünstler Georg Alef der Kölner Lichter gelernt, dass Feuerwerkskunst eine eigene Welt ist. Man harmonisiert Musik dazu, arbeitet das ganze Jahr auf dieses Event hin und testet das teilweise an anderen Orten. Wenn man sich damit beschäftigt, merkt man: Das ist eine eigene Kunstform.

Ich habe auch gelernt, dass diese Feuerwerkskunst international Beachtung findet. Es gibt Länder, in denen so etwas eine hohe Bedeutung hat und sogar im Fernsehen übertragen wird. Wir erzeugen damit internationale Aufmerksamkeit. Und das gibt es so in Köln nur bei den Kölner Lichtern.

Diese Menschen schlafen hier, essen hier, kommen hierhin und fühlen sich wohl. Und sie kommen nicht nur aus dem Umland, sondern auch von weiter weg. Das ist ein relevanter Aspekt, den man schnell vergisst.“

Was bedeuten solche Events aus wirtschaftlicher Sicht für Köln?

Anton Mertens: „Das Thema betrifft nicht nur die Kölner Lichter. Es geht auch um Musical, Theater, große Arenen und Veranstaltungsorte. Welche Wertschöpfung dadurch entsteht, ist für eine Stadt Gold wert.

Deshalb gibt es auch die Überlegung, dass Köln eine zweite große Arena braucht. Wenn etwa Eishockeytermine viele Veranstaltungstermine blockieren, wird eine vernünftige Veranstaltungsplanung schwieriger. Auch das ist städtische Infrastruktur. Es gibt Eventtourismus. Und es gibt den Spaß, den Menschen an solchen Events haben.

Wenn ich darüber rede, was Politik zuerst leisten muss, dann stehen für mich ein paar Grundthemen vorne: Verkehr muss funktionieren, Schulen müssen funktionieren, Gesundheitsversorgung muss funktionieren, Verwaltung und Justiz müssen funktionieren.

Die Politik muss nicht zuerst die lustigsten Gesetze in Berlin oder Brüssel machen. Sie soll erst einmal dafür sorgen, dass der Staat funktioniert.“

Stichwort Events: Werden Fußball und Karneval für Köln wichtiger?

Anton Mertens: „Wir haben in Köln Alleinstellungsmerkmale. Karneval gibt es in dieser Form in Deutschland nur in Köln. Ich nehme die Düsseldorfer geistig gerne mit dazu, das ist alles fein, aber es gibt Unterschiede. Wenn man irgendwo in der Welt jemandem erzählt, dass er zum Karneval nach Köln kommen soll, dann kommen die Menschen.

Zum FC: Natürlich gibt es Menschen, die sagen: Ich möchte nicht unbedingt zum Fußball gehen, andere Sportarten interessieren mich mehr. Das sehe ich auch. Aber wenn ich jemanden zum FC einlade, gibt es kaum jemanden, der nicht kommt.“

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