Mit dem Einzug in die Hofburg beginnt für das Kölner Dreigestirn die heiße Phase. Kurz vor der PriPro wird es ernst. Der Einzug in die Hofburg ist mit dem ersten größeren Aufmarsch durch die Stadt verbunden. Am gestrigen Dienstag zog das designierte Dreigestirn per Kutsche durch die Stadt, begleitet von zahlreichen Abordnungen der Kölner Traditionskorps.
Für Prinz, Bauer und Jungfrau ist der Einzug in die Hofburg das Tor zu einer anderen Welt. Das Dreigestirn lebt für sechs Wochen in einem eigenen Kosmos. Der besteht aus hunderten Terminen, die sie während der Regentschaft absolvieren. (Foto: Cecil Bautz)
Damit alles reibungslos funktioniert, gibt es zahlreiche Menschen im Umfeld, die dafür sorgen, dass alles klappt.
Wer sind die wichtigen Personen im Umfeld des Dreigestirns?
Damit das Dreigestirn die täglichen Termine bewältigen kann, wird sie von vielen Helfern unterstützt. Federführend hierbei ist Prinzen-Garde, das Begleitkorps des Prinzen Karneval. Jeden Tag sind bis zu 15 Leute der Prinzengarde mit dabei, damit beim Dreigestirn alles reibungslos klappt.
- An erster Stelle: der Prinzenführer. Er ist der Organisator, der Mann mit dem Zeitplan. Er achtet auf pünktliche Abfahrten und begleitet das Dreigestirn vom ersten bis zum letzten Termin der Session. Seit 2019 ist Marcus Heller von der Prinzengarde der Prinzenführer – wie so vielen im Karneval ein Ehrenamt.
- Die Adjutanten sind persönliche Schatten der Tollitäten. Sie helfen beim Ankleiden, halten Requisiten bereit, versorgen mit Wasser oder Kölsch. Besonders beim schnellen Wechsel zwischen zwei Auftritten sind sie Gold wert.
Die Prinzen-Garde stellt den Adjutanten des Prinzen, die EhrenGarde traditionell die von Bauer und Jungfrau.
- Und dann ist da noch die Equipe – wechselnde Gardisten, die das Dreigestirn zu Auftritten begleiten, auf der Bühne absichern und für den nötigen Glanz sorgen. Sie reisen im Konvoi, bauen Mikrofone auf, stimmen Instrumente – und tragen auch mal das Ornat, wenn’s schnell gehen muss. Die Gruppe wechselt täglich durch.
Ein Hoffriseur sorgt außerdem dafür, dass das Dreigestirn jeden Tag perfekt frisiert zu seinen Auftritten kommt.
Treffpunkt der Karnevalsszene
Seit mehreren Jahren ist das Dorint Hotel am Heumarkt die Hofburg. Für mehrere Wochen ist sie Zuhause, Einsatzzentrale, Rückzugsort und Bühne zugleich. Für gut sechs Wochen lebt das Dreigestirn im Herzen Kölns. Große Teile einer Hotel-Etage (oft die gesamte Siebte) werden so für die Bedürfnisse des Dreigestirns und seiner Adjutantur reserviert.
In der Session 2025 zum Beispiel belegte das Trifolium zusammen mit seinem engsten Hofstaat zehn Hotelzimmer.
Nicht nur das Dreigestirn liebt die Hofburg – auch die Karnevalsszene pilgert hierher. Harry’s New York Bar, das hoteleigene Lokal, wird zur närrischen Lounge: Garden, Ex-Tollitäten, Freunde und Sponsoren geben sich die Klinke in die Hand.
Man kennt sich, man trifft sich. Dat is Kölle.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Die kleinen Bräuche der Karnevalisten
Neben den privaten Talismen gibt es auch einige interne Bräuche unter Karnevalisten. So erhalten die neuen Tollitäten gelegentlich symbolische Geschenke von ihren Vorgängern.
Ein Beispiel: Beim Hofburg-Einzug 2025 überreichten zwei ehemalige Bauern dem neuen Bauern Michael einen Ohrring mit den Buchstaben B M (für „Bauer Michael“) und einem kleinen Bauernhut als Anhänger.
Dieser Ohrschmuck ist ein augenzwinkerndes Ritual – viele Sessionen lang trug der Kölner Bauer traditionell einen markanten Ohrring, und so wird dieses Detail humorvoll weitergereicht.
Solche liebenswerten Gesten und Running Gags unter Karnevalisten machen die Einzigartigkeit der Hofburg-Tradition aus.
Alle diese kleinen Details zeigen, wie einzigartig die Traditionen im Kölner Karneval sind und was die Stadt wirklich ausmacht.



