Karneval bleibt die schönste Liebeserklärung der Kölner an ihre Stadt

Auch wenn wir in dieser Session keinen Karneval in der Form feiern werden, wie wir es seit jeher kennen, gibt es eine Gewissheit, die Corona definitiv überleben wird: Ein Leben ohne Alaaf ist möglich. Aber sinnlos.

Wenn es in den letzten Jahren in der öffentlichen Diskussion um Karneval ging, dann waren häufig Suff-Exzesse und unkontrollierbare Massen, die sich dem Alkohol ergeben, ein Thema. Diese Bilder erscheinen uns nach einem Jahr Corona unendlich weit entfernt.

Tatsächlich haben wir ab dem 11.11. unzählige Beweise dafür erlebt, was den Karnevals so einzigartig macht. Das war schon vor Corona so. Aber gerade jetzt, wo es den Karneval, wie wir ihn lieben, nicht gibt, wird es noch einmal umso deutlicher.

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Wir sehen es in diesen Tagen mehr denn je: Wenn die Kölner ihre Erinnerungen aus den vergangenen Jahren auf sozialen Netzwerken teilen, oder tapfer verkleidet vor einem Bildschirm sitzen.

Früher wurden uns unausweichlich Bilder von Menschen auf jecken Veranstaltungen auf auf die Handys gespült. Sie zeigten Leute, die 24 Stunden bis spät op jöck sind – und am nächsten Morgen ihr nächstes Kostüm anziehen – einmalig. Köln eben.

Glückliche Menschen, die schon mittags per Polonaise durch die Wohnung hüpfen. Bekannte, die man zuvor gar nicht mit Köln verortet hatte, die plötzlich tagelang verkleidet durch alle Locations tanzen, die man auch selbst bestens kennst.

Einzigartig. Anders. Köln.

Die ganzen Säle voll mit verkleideten Menschen, die singen. Ausschnitte aus einem anderen Kosmos: Die Kölnarena liegt sich in den Armen und singt die FC-Hymne, beim Kölschfest stehen sie auf den Bänken, im Gürzenich, Sartory, Hilton, die Hofburgparty, Wolkenburg, Maritim, oder in der Flotte – eine Liste, die sich endlos fortführen lässt.

Was wir am Ende immer wieder sahen: Wie Menschen ein bisschen betrunken vor (etwas) Kölsch UND Glück IHRE Stadt besingen – die ehrlichste Liebeserklärung, die sie ihr machen können.

Das alles ist dieses Jahr völlig anders. Aber das Gefühl ist nicht verloren. Im Gegenteil. Das sieht man in den unzähligen Videos, die in den vergangenen Wochen entstanden sind: Von liebevollen Rosenmontagszügen in der eigenen Wohnung, rührenden Bildern von einsamen Tanzpaaren oder einfach nur über die Karnevalsfiguren in der Stadt entlang des eigentlichen Rosenmontagsweges.

Liebe Welt, liebes Deutschland, DAS ist Karneval in Köln. Das einzigartige Gefühl, das du tagelang mit tausenden Menschen teilst, gepaart mit unendlicher Liebe zur Stadt. In diesem Jahr gilt ganz besonders: Am Ende ist der Karneval das, was jeder selbst draus macht. Aber eines wissen wir ganz sicher: In dieser Form ist gibt es das nur Köln.

Einzigartig. Anders. Köln.

Corona kann vielleicht die Session killen. Aber der Karneval wird Corona überleben. Denn die Liebe und Gefühle der Kölner sind stärker. Auch das haben wir in den vergangenen Wochen gesehen.

Welche Meinung habt ihr zu Corona und Karneval? Schreibt uns eine E-Mail.

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Kommentare

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  • Den Karneval in Köln, den muss man selbst erleben und ihn dann ganz für sich selbst beurteilen. Diese Zeit ist nix für Mutzepuckel. So wie die Kölner Uhr Stadt lieben obwohl vieles schief läuft und sie ehrlich nicht die schönste Stadt ist, muss das Liebe sein. Der Karneval ist auch in vielen Fällen für eine lange Ehe oder Partnerschaft verantwortlich. So ist es bei uns. Wir sind genau morgen 38 Jahre zusammen und bald 36 Jahre verheiratet.
    Karneval in Köln und Umgebung ist das was jeder für sich daraus macht.