Der Kölner Dom will künftig von touristischen Besucherinnen und Besuchern eine Besichtigungsgebühr erheben. Wie das Domkapitel mitteilte, soll die Regelung in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Kraft treten. Hintergrund sind deutlich gestiegene Kosten für den laufenden Betrieb, Personal sowie Material und Energie.
Der Dom gilt als Wahrzeichen Kölns, UNESCO-Weltkulturerbe und zugleich als zentraler Ort des Glaubens. Nach Angaben des Domkapitels kostet der Unterhalt der Kathedrale inzwischen rund 16 Millionen Euro pro Jahr – das entspricht mehr als 40.000 Euro pro Tag. Diese Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.
Noch vor einigen Jahren lagen die jährlichen Kosten für den Unterhalt des Kölner Doms bei rund 12 Millionen. Der Unterhalt kommt zu weniger als der Hälfte vom Erzbistum, Land und Stadt. Die größten Teil tragen die Kölnerinnen und Kölner mit dem Zentralen Dombauverein und der Kulturstiftung Kölner Dom – dazu gibt es Eintritte zur Domschatzkammer und der Turmbesteigung.
Einnahmen aus der Turmbesteigung und der Domschatzkammer tragen zwar zur Finanzierung bei, reichen jedoch inzwischen nicht mehr aus.
Rücklagen, mit denen Defizite bisher ausgeglichen werden konnten, seien weitgehend aufgebraucht.
Domprobst Guido Assmann betonte bei der Vorstellung der Pläne in einem Video auf Instagram, dass der Dom weiterhin ein offener Ort des Glaubens bleiben solle. „Wir freuen uns über die vielen Menschen, die jeden Tag kommen und Gottesdienst feiern“, sagte er.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Eintritt für „touristische Besuche“
Die Eintrittsgebühr soll für „touristische Besuche“ eingeführt werden. Der Zugang zu Gottesdiensten, Gebeten soll weiterhin kostenlos bleiben. Auch künftig sollen einzelne Bereiche des Doms jederzeit frei zugänglich sein, etwa zum Gebet oder um eine Kerze zu entzünden.
Wer Mitglied im Zentral Dombauverein in Köln ist (ab 20 Euro im Jahr) kommt auch in Zukunft immer kostenlos rein. So gesehen ist die Mitgliedschaft hier wohl Kölns ehrenwerteste Dauerkarte.
Wie hoch der Eintritt sein wird, wurde bei der Vorstellung der Pläne noch nicht mitgeteilt.
Nach Darstellung des Domkapitels sei dieser Schritt notwendig, um den Betrieb und den Erhalt der Kathedrale langfristig zu sichern. Der Dom zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und zieht jedes Jahr Millionen Menschen nach Köln.
Schon jetzt gibt es zahlreiche Initiativen, die den Kölner Dom unterstützen, wie z.B. die 11.000 Sterne Aktion von der Domstiftung. Doch dieses Geld reichte zuletzt nicht mehr aus.



