Die Stadt Köln will künftig mehr private Geschwindigkeitsanzeigetafeln ermöglichen. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Verwaltung auf eine SPD-Anfrage im Mobilitätsausschuss hervor. Ziel ist es, den Einsatz solcher Tafeln auszuweiten – vor allem mit Hilfe von Bürgervereinen und ehrenamtlichem Engagement.
Bisher nur vereinzelt erlaubt
Geschwindigkeitsanzeigetafeln, die Autofahrern ihr Tempo anzeigen, gibt es in Köln bislang vor allem über die Verkehrswacht. Zehn dieser Tafeln sind aktuell im Einsatz und werden regelmäßig versetzt – meist alle vier Wochen und häufig im Umfeld von Schulen oder bei Aktionen wie zum Schulstart.
Private Tafeln sind bisher dagegen eher die Ausnahme. Zwar gab es laut Stadt bereits einzelne Fälle, in denen solche Anlagen durch Bürgervereine geduldet wurden. Ein flächendeckendes oder klar geregeltes Verfahren existierte bislang aber nicht.
Stadt will Verfahren öffnen
Das soll sich nun ändern. Die Verwaltung kündigt an, künftig mehr Initiativen aus der Bürgerschaft zuzulassen. Bürgervereine und ähnliche Gruppen sollen die Möglichkeit bekommen, eigene Standorte für Tempo-Tafeln vorzuschlagen und diese – nach verkehrsrechtlicher Prüfung – auch aufzustellen.
Dabei setzt die Stadt ausdrücklich auf ehrenamtliches Engagement. Ziel ist es, zusätzliche Standorte zu ermöglichen, ohne die personellen Ressourcen der Verwaltung weiter zu belasten.
Rund 50 Standortwünsche bereits umgesetzt
Wie groß das Interesse ist, zeigt ein Blick auf die bisherigen Zahlen: Seit Beginn der Kooperation mit der Verkehrswacht wurden rund 50 Standortvorschläge eingereicht – die meisten davon konnten umgesetzt werden.
Die Prüfung erfolgt jeweils im Einzelfall. Entscheidend sind unter anderem die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die Verkehrssituation vor Ort sowie mögliche Ablenkungen für den Verkehr.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Kein flächendeckender Einsatz vor Kitas
Eine dauerhafte Installation vor allen Kitas und Grundschulen ist allerdings nicht geplant. Die Stadt verweist darauf, dass Verkehrszeichen und -einrichtungen grundsätzlich sparsam eingesetzt werden sollen. Zudem könnten sich Autofahrer an die Tafeln gewöhnen, wodurch ihre Wirkung nachlasse.
Auch die Dimension spielt eine Rolle: In Köln gibt es rund 600 Kitas und etwa 150 Grundschulen – ein flächendeckender Einsatz wäre organisatorisch kaum zu leisten.
Mehr Tafeln – aber gezielt
Unterm Strich deutet sich ein vorsichtiger Strategiewechsel an: Weg von wenigen, zentral gesteuerten Tafeln – hin zu mehr lokalen Initiativen mit Unterstützung der Stadt. Heißt: Tempo-Tafeln sollen in Köln künftig öfter aus der Nachbarschaft kommen.



