Bahnreisende zwischen Köln und Berlin müssen sich ab Oktober auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen. Inzwischen ist klar: Die Einschränkungen auf der wichtigen Ost-West-Verbindung werden sich bis Ende 2027 ziehen. Grund sind umfangreiche Bauarbeiten und Verzögerungen bei einer geplanten Ausweichstrecke.
Wer mit dem ICE zwischen Köln und Berlin unterwegs ist, braucht ab Freitag, 2. Oktober 2026, deutlich mehr Zeit. Die Deutsche Bahn beginnt mit umfangreichen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin. Für Reisende aus Nordrhein-Westfalen verlängert sich die Fahrt zwischen Hannover und Berlin zunächst um 60 bis 80 Minuten.
Betroffen ist damit auch die direkte Verbindung zwischen Köln und Berlin. Die ICE-Linie 10 von Köln beziehungsweise Düsseldorf über Hamm und Hannover nach Berlin wird zwischen Hannover und Berlin umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich auf diesem Abschnitt laut Bahn um 60 bis 70 Minuten.
Eine direkte ICE-Linie ab Köln fällt komplett aus
Noch deutlicher sind die Auswirkungen bei der ICE-Linie 9 zwischen Bonn, Köln und Berlin. Diese Verbindung entfällt während der ersten Bauphase auf ihrem gesamten Laufweg. Damit fallen auch die entsprechenden direkten Verbindungen ab Köln Hauptbahnhof aus.
Zwischen Hannover und Berlin verkehren während dieser Zeit insgesamt weniger Fernzüge als normalerweise. Statt mindestens eines Halbstundentakts soll mindestens eine ICE-Verbindung pro Stunde angeboten werden.
Die erste große Bauphase läuft vom 2. Oktober bis zum 12. Dezember 2026. Gesperrt wird dabei der östliche Abschnitt zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau. Die Fernzüge werden unter anderem über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet.
Einschränkungen bleiben auch 2027
Ursprünglich sollte sich die Situation nach dem Fahrplanwechsel im Dezember teilweise entspannen. Eine parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Bahnstrecke, die sogenannte Lehrter Stammbahn, sollte dann als zusätzliche Umleitungsstrecke zur Verfügung stehen.
Doch genau das funktioniert nun nicht wie geplant.
Die Elektrifizierung dieser Strecke verzögert sich deutlich. Nach Angaben der Deutschen Bahn wird sie voraussichtlich erst im Dezember 2027 abgeschlossen. Die Lehrter Stammbahn steht damit während großer Teile der Bauzeit nicht für die geplanten Umleitungen im Fernverkehr zur Verfügung.
Die Bahn musste deshalb ihr Verkehrskonzept für 2027 neu planen. Für Reisende bedeutet das: Auch nach Dezember 2026 bleiben umfangreiche Umleitungen und längere Fahrzeiten bestehen.
Fernzüge fahren über Braunschweig und Magdeburg
Nach dem derzeitigen Konzept sollen Fernzüge während der Bauarbeiten weiterhin großräumig umgeleitet werden. Die Deutsche Bahn hat im September angekündigt, dass der Fernverkehr aufgrund der Verzögerungen bei der Lehrter Stammbahn durchgängig über Braunschweig und Magdeburg geführt werden soll.
Damit ist klar: Die Einschränkungen zwischen Köln und Berlin sind nicht nur ein Problem für einige Wochen im Herbst 2026.
Die Bauarbeiten auf der Achse Hannover–Berlin ziehen sich vielmehr bis Dezember 2027.
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Die Arbeiten sind in mehrere Bauphasen aufgeteilt.
Nach der ersten Sperrung von Oktober bis Dezember 2026 folgt 2027 unter anderem eine weitere große Baustelle im westlichen Teil der Strecke. Zwischen Lehrte und Fallersleben ist von Februar bis Juli 2027 eine Totalsperrung vorgesehen.
Zum Abschluss der gesamten Sanierung wird auch der östliche Abschnitt zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau erneut vollständig gesperrt. Diese Bauphase ist für Oktober bis Dezember 2027 vorgesehen.
Erst danach sollen die umfangreichen Bauarbeiten auf dem Korridor abgeschlossen sein.
Mehr als 350 Kilometer Gleise werden erneuert
Hintergrund der Einschränkungen ist eines der größten Sanierungsprojekte im deutschen Schienennetz.
Bis Dezember 2027 will die Deutsche Bahn entlang der Strecke unter anderem rund 357 Kilometer Gleise und mehr als 214 Weichen erneuern. Dazu kommen etwa 100 Kilometer Oberleitungen sowie Arbeiten an Bahnhöfen, Stellwerken und Lärmschutzanlagen. Insgesamt sollen 27 Bahnhöfe modernisiert oder teilweise barrierefrei ausgebaut werden.
Die Verbindung zwischen Hannover und Berlin ist eine der wichtigsten Ost-West-Strecken Deutschlands. Entsprechend groß sind die Auswirkungen der Bauarbeiten auch auf Reisende aus Köln und Nordrhein-Westfalen.
Reisende sollten vor der Fahrt den Fahrplan prüfen
Wer in den kommenden Monaten zwischen Köln und Berlin unterwegs ist, sollte seine konkrete Verbindung vor der Abfahrt noch einmal im DB Navigator oder auf der Internetseite der Bahn prüfen.
Je nach Verbindung können sich Abfahrts- und Ankunftszeiten ändern, Halte entfallen oder Züge komplett ausfallen.
Klar ist schon jetzt: Die Zeit der schnellen ICE-Verbindungen zwischen Köln und Berlin wird zumindest während der umfangreichen Bauarbeiten deutlich eingeschränkt bleiben.



