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Karl-Berbuer-Brunnen in Köln

Karl-Berbuer-Brunnen sieht nach Renovierung ganz anders aus

Er ist einer der fröhlichsten Brunnen auf dem Kölner Stadtgebiet. Und nun strahlt er wieder wie neu: Der Karl-Berbuer-Brunnen auf dem Karl-Berbuer-Platz im Severinsviertel sah zuletzt arg mitgenommen aus. Kalkablagerungen und die Witterung hatte dem Brunnen mit den beweglichen Figuren arg zu schaffen gemacht. Anfang Juni 2023 wurde der Brunnen komplett abgebaut und über mehrere Monate in einer Werkstatt wieder instand gesetzt. (Fotos: Friedhelm Bürks / Stadt Köln)

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Dort wurde der bronzene Brunnen entkalkt und die Gelenke der Figuren wieder beweglich gemacht. Um die Kalkablagerungen zukünftig zu verringern, wurde zusätzlich eine Entkalkungsanlage in die Brunnenkammer eingebaut. Die Sanierungskosten inklusive Einbau der Entkalkungsanlage belaufen sich auf rund 108.000 Euro.

Seit Herbst 2023 nun erstrahlt der Brunnen wortwörtlich in neuem Glanz. Denn der Unterschied zwischen alt und neu, den man auf den Fotos sieht, ist riesig.

Karl-Berbuer-Brunnen hat die Form eines Narrenschiffs

Der Berbuer-Brunnen hat die Form eines Narrenschiffs, des „Müllemer Bötchens“ und versammelt die bekanntesten Figuren aus den mehr als 120 Liedern des kölschen Krätzchensängers, darunter „Heidewitzka Herr Kapitän“. Auf dem Boot sind unter anderem Tanzpaare der Funken dargestellt, am Bug steht Mutter Colonia und von der Bugtreppe purzeln zwei Heinzelmännchen herunter. Berbuer selbst steht als Kapitän am Steuer des Schiffes.

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Im Brunnen (gestaltet vom Aachener Bildhauer Bonifatius Stirnberg) finden sich zahlreiche Figuren aus seinen Liedern und auch er selbst. Er war neben Willi Ostermann einer der ersten Sänger, die kölsche Lieder komponierten.

Kurios: In den Nachkriegsjahren wurde Bundeskanzler Konrad Adenauer bei einem Besuch in Chicago einmal sogar mit dem Lied „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen. Es diente in diesem Fall als eine Art Ersatz-Hymne, weil es noch keine offizielle deutsche Nationahymne gab.

Karl-Berbuer Brunnen: Die Details

  • Die Figuren stehen in einer Art umgedrehten Narrenkappe. Das Schiff erinnert an die „Müllemer Bötchen“, die im Lied „Heidewitzka, Herr Kapitän“ („Heidewitzka Herr Kapitän, mem Müllemer Böötche fahre mer su jän“) vorkommen und dadurch sogar bundesweit bekannt wurden.

    Hintergrund: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkehrten zahlreiche Müllemer Bötchen auf dem Rhein. Heute fährt noch die MS Willi Ostermann im Sommer täglich Rundfahrten.
  • Die Besetzung an Bord im Boot ist ebenfalls hochkarätig: „Orgels Palm“ (Orgeldreher) und „Fleuten-Arnöldche“ stehen zwei kölsche Originale im Boot.
  • Auch Karl Berbuer selbst steht mit im Boot. Er trägt eine Narrenkappe auf dem Kopf.
  • Auf dem Bug des Schiffes steht außerdem die kölsche Jungfrau oder Mutter Colonia etwas über den anderen Figuren. Dazu stehen im Schiff zwei Clowns und zwei Heinzelmännchen.
  • „Heidewitzka, Herr Kapitän“ – die Melodie dazu hört fast von alleine, wenn man vor diesen lebensfrohen Figuren steht, von denen man einige sogar bewegen kann.

Mit dem Brunnen hat Karl Berbuer ein lebensfrohes und nahbares Denkmal in der Stadt, das die Menschen seit über drei Jahrzehnten quasi zeitlos erfreut – nun erstrahl es in neuem Glanz. Karl Berbuer starb 1977 in Köln und ist auf dem Südfriedhof begraben. Seine Lieder leben bis heute weiter.

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