Mehr als 35 Jahre lang gehörte es zum Kölner Stadtbild. Am Donnerstagabend ist das berühmte Flügelauto von HA Schult vom Turm des historischen Zeughauses abgenommen worden. Ein Autokran holte den rund vier Tonnen schweren „Goldenen Vogel“ aus etwa 24 Metern Höhe.
Damit beginnt der Umzug des Kunstwerks an einen neuen Standort. Zunächst wird das Flügelauto zu den Ford-Werken nach Köln-Niehl gebracht. Dort soll es restauriert werden. Im ersten Quartal 2027 soll die Skulptur dann auf dem Gebäudekomplex des Maritim Hotels am Heumarkt aufgestellt werden.
Warum muss das Flügelauto vom Zeughaus-Turm?
Grund für die Abnahme sind bauliche und statische Probleme am denkmalgeschützten Zeughaus. Untersuchungen hatten ergeben, dass das hohe Gewicht der Skulptur und ihre Bewegungen bei starkem Wind bereits Schäden am Mauerwerk verursacht haben. Durch den Abbau sollen weitere Schäden verhindert und die Sicherheit rund um das Gebäude gewährleistet werden.
Auch am Kunstwerk selbst sind die vergangenen Jahrzehnte nicht spurlos vorbeigegangen. Unter anderem weist das Flügelauto Korrosionsschäden auf. Bei Ford soll der „Goldene Vogel“ nun fachgerecht instand gesetzt werden.
Das Kunstwerk gehört dem Förderverein „Freunde des Kölnischen Stadtmuseums“. Es war dem Kölnischen Stadtmuseum bislang als Dauerleihgabe überlassen worden. Künftig wird es auf dem Maritim-Komplex am Heumarkt stehen. Das Museum bleibt für das Kunstwerk verantwortlich, während das Hotel und der Gebäudeeigentümer Art-Invest Real Estate die Verantwortung für die Standsicherheit übernehmen.
„Damit bleibt ein für unsere Stadt und ihre jüngere Geschichte wichtiges und symbolhaftes Objekt auch weiterhin und weithin sichtbar“, erklärte Museumsdirektor Matthias Hamann.
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Der „Goldene Vogel“ entstand 1989 im Rahmen der Kunstaktion „Fetisch Auto“, die HA Schult gemeinsam mit Elke Koska konzipiert hatte. Dafür wurden elf neue Ford Fiesta an verschiedenen Orten in Köln künstlerisch inszeniert.
Das Flügelauto war zunächst für kurze Zeit auf dem Turm des Stapelhauses an der Frankenwerft zu sehen. Am 25. April 1991 bezog es schließlich seinen langjährigen Platz auf dem Zeughaus-Turm.
Bei der Skulptur handelt es sich um einen entkernten Ford Fiesta aus dem Jahr 1989. Im Motorraum befinden sich etwa 1,2 Tonnen Eisenbahnschienen. Die beiden Flügel aus glasfaserverstärktem Polyesterharz wiegen jeweils rund 800 Kilogramm.
Insgesamt ist das Kunstwerk etwa 6,20 Meter lang, fast zehn Meter breit und 3,50 Meter hoch. Bereits 2005 und 2012 wurde es für Reparaturen und Restaurierungsarbeiten vom Zeughaus geholt und zu den Ford-Werken gebracht.
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