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Neumarkt Straße Mittelalter

Hier sieht man die gepflasterte Mittelalter-Straße auf dem Kölner Neumarkt

Ein großer Bauzaun steht derzeit auf dem Neumarkt. Dahinter kann man einen riesigen Sandberg und eine Baustelle erahnen. Doch die Zäune verbergen einen Blick auf das Innere der Baustelle, denn sie sind mit großen Planen abgehängt. Dahinter verbirgt sich seit einigen Wochen etwas, was Archäologen bei der Entdeckung als Sensation bezeichnet haben: Bei Bauarbeiten für den neuen Brunnen auf dem Kölner Neumarkt entdeckten sie eine alte gepflasterte Straße aus dem Mittelalter. Neben der mittelalterlichen Straßen fanden sie auch weitere Scherben und Gegenstände.

Eigentlich ist die alte Straße auf dem Neumarkt für die Öffentlichkeit nicht einsehbar. Wer am Bauzaun jedoch durch eine der Lücken guckte, konnte etwa am Samstag einen Teil der Straße in der Baustelle entdecken.

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Mittelalter-Straße am Neumarkt eigentlich nicht einsehbar

Wer also in diesen Tagen am Neumarkt ist, kann einen Blick durch eines der Löcher am Bauzaun riskieren. Die Chancen stehen gut, die alte Mittelalterstaße auf der Baustelle zu erblicken. Es ist ein kurzer Anblick: Denn die Straße wird in absehbarer Zeit wieder zugeschüttet werden.

So wird die Straße in der Erde nicht beschädigt und in Köln weiß man bei künftigen Arbeiten, dass hier eine solche Straße stand. Die weiteren Funde vom Neumarkt kommen ins Römisch Germanische Museum. Die Grabungsarbeiten gehen noch bis Ende Juli.

Was die historischen Funde bedeuten

„Die Funde lassen tief in das Herz des mittelalterlichen Kölns blicken“, erklärte Marcus Trier, Leiter des Römisch Germanischen Museums zu den Funden laut WDR. Tatsächlich lassen sich aus kleinsten Funden historische Zusammenhängen ableiten. Sie geben Hinweise darauf, was früher auf dem Neumarkt passiert ist.

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Eine gefundene Plombe etwa galt damals als Siegel und gilt als Beleg, dass auch Tuchhändler auf dem Neumarkt ihre Waren angeboten haben. Der Neumarkt wurde also mitnichten lediglich als Verkaufsplatz für Vieh genutzt.

Die freigelegte steingepflasterte Straße verlief quer über den Neumarkt bis zum heutigen Olivandenhof im Norden des Neumarkts. Wo früher die Straße verlief, wird ab Oktober wieder ein Brunnen auf dem Neumarkt sprudeln. Die Straße wurde bei den Baggerarbeiten für den Brunnen entdeckt. Nachdem sie freigelegt und erfasst wurde, wird sie übrigens wieder zugeschüttet. Darüber wird anschließend der neue Brunnen gebaut.

Bau des Brunnen wird nicht verzögert

Die Bauarbeiten für den neuen Brunnen werden durch den historischen Fund nicht verzögert. Der Bau des Neumarkt-Brunnens kostet rund 1,5 Mio. Euro. Ursprünglich war man von der Hälfte ausgegangen.

Die Brunnenanlage auf dem Neumarkt wurde 1997 stillgelegt. Ein mehr oder weniger ansehnlicher Betonkreis am westlichen Platzende erinnert heute noch an die alte Anlage. Die neue Anlage wird ebenfalls an dieser Stelle wieder aufgebaut im Stil der alten Anlage.

Bereits vor knapp 2,5 Jahren, im Sommer 2020, hatte die Stadt Köln einen Zeitplan vorgestellt, um den Neumarkt-Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Doch bei der ersten Ausschreibung war kein Angebot eingegangen.

Neumarkt-Brunnen soll im Oktober 2023 fertig sein

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die Brunnenanlage bereits im Oktober 2023 fertiggestellt ist. Der 1956 in Betrieb genommene Brunnen am Neumarkt wurde 1997 komplett abgebaut bis auf eine Eiseneinfassung und mit Bitumen aufgefüllt. Der Wasseranschluss wurde stillgelegt.

„Der Betrieb des Brunnens auf dem Neumarkt soll mit dazu beitragen, dass auch Familien mit Kindern den Platz wieder mehr nutzen und es so zu einer besseren gesellschaftlichen Durchmischung auf dem Platz käme. Brunnen dienen zudem der Kühlung des öffentlichen Innenstadtraums und helfen, Wärmeinseln zu reduzieren.“ So begründete die Stadt Köln den Wiederaufbau der Anlage im Jahr 2020.

Positive Beispiele durch Brunnen in der Stadt gibt es durchaus: Der Brunnen auf dem Ebertplatz etwa hat viel dazu beigetragen, dass der Platz – trotz aller Probleme – im Sommer auch ein Treffpunkt für Kinder und Familien geworden ist.

Der Betrieb des Brunnen wird laut Stadt rund 30.000 Euro pro Jahr kosten.

Linktipp: In Köln kann man unter der Erde an zahlreichen Stellen die römischen und mittelalterlichen Spuren der Stadt entdecken. Hier sind 7 Kölner Orte, an denen in Köln Bauwerke aus der Römerzeit erhalten sind

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