Hambacher Wald

Hambacher Wald bleibt erhalten und wird bis 2035 öffentliches Eigentum

Der Hambacher Wald soll dauerhaft erhalten, ökologisch aufgewertet und langfristig in öffentliches Eigentum überführt werden. Darauf haben sich das Land Nordrhein-Westfalen, Kommunen der Region, RWE, Naturschutzverbände und Vertreter der Landwirtschaft verständigt. Am Dienstag, 9. Juni 2026, unterzeichneten die Beteiligten im Düsseldorfer Umweltministerium eine gemeinsame Erklärung zur Zukunft des Waldes. (Foto: IMAGO / Hans Blossey)

Für das Rheinische Revier zwischen Köln und Aachen ist die Einigung ein wichtiger Schritt. Der Hambacher Wald war über Jahre eines der bekanntesten Symbole im Streit um Braunkohle, Klimaschutz und Strukturwandel. Nun soll aus dem früheren Konfliktort ein dauerhaft geschütztes Wildnisentwicklungsgebiet werden.

Hambacher Wald wird Wildnisentwicklungsgebiet

Nach den vereinbarten Eckpunkten soll der Hambacher Wald spätestens im Jahr 2035 in öffentliches Eigentum übergehen. Anschließend soll das Land ihn als Wildnisentwicklungsgebiet ausweisen. Damit würde der Wald unter Naturschutz stehen und langfristig einer möglichst ungestörten natürlichen Entwicklung überlassen.

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Schon vorher soll RWE den Wald nicht mehr forstwirtschaftlich nutzen. Der Bestand kann sich damit schrittweise zu einer echten Wildnis entwickeln. Bis Ende 2026 sollen die jetzt vereinbarten Eckpunkte konkretisiert und in einem verbindlichen öffentlich-rechtlichen Vertrag festgeschrieben werden.

Umweltminister Oliver Krischer sprach von einem „historischen Tag“ und einem neuen Kapitel für den Hambacher Wald. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte, die Einigung zeige, dass Strukturwandel nur durch Austausch und Verhandlung gelingen könne.

Neue Waldkorridore sollen Lebensräume verbinden

Ein zentrales Ziel ist nicht nur der Schutz des Hambacher Waldes selbst, sondern auch seine ökologische Vernetzung mit benachbarten Waldflächen. Dafür sollen zwei breite Waldkorridore entstehen: Einer verbindet den Hambacher Wald mit der Steinheide, der andere mit dem Merzenicher Erbwald.

Damit sollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen wieder stärker miteinander verbunden werden. Gerade für geschützte Arten ist eine solche Vernetzung wichtig, weil isolierte Waldflächen langfristig weniger widerstandsfähig sind. Der Merzenicher Erbwald soll zudem von der Bezirksregierung als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.

Die geplanten Korridore sollen als sogenanntes Ökokonto entwickelt werden. Das bedeutet: Die neuen Naturflächen können künftig als Ausgleich für Eingriffe an anderer Stelle im Revier angerechnet werden. Zugleich soll dadurch der Druck auf landwirtschaftliche Flächen verringert werden.

Hambach LOOP soll Natur erlebbar machen

Neben dem Schutz der sensiblen Waldbereiche spielt auch die künftige Nutzung durch die Menschen eine Rolle. Die geplante Rad- und Fußwegeverbindung „Hambach LOOP“ soll in das Konzept integriert werden. Sie soll Naturerleben ermöglichen, ohne besonders empfindliche Bereiche zu stark zu belasten. Im Hambacher Wald soll der Weg der Trasse der ehemaligen A4 folgen.

Auch der Merzenicher Erbwald soll auf Fuß- und Radwegen erlebbar bleiben. Die Beteiligten sprechen von einem Ausgleich zwischen Ökologie und Raumentwicklung.

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RWE will Wald in öffentliche Hand übertragen

RWE Power bekräftigte im Rahmen der Einigung die Bereitschaft, den Hambacher Forst in öffentliche Hand zu übertragen. Zugleich soll die abschließende Rekultivierung des Tagebaus Hambach fortgeführt werden. Dazu gehört auch der künftig geplante Hambacher See.

BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht wertete die Erklärung als Chance, die ökologische Wiederbelebung der vom Tagebau geprägten Region voranzubringen. Der Hambacher Wald könne nun dauerhaft gesichert und als Wildnisgebiet entwickelt werden.

Für die Region bedeutet die Einigung vor allem Planungssicherheit. Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen sprach von einem Meilenstein und verwies darauf, dass der Wald künftig auch wieder stärker als Erholungsraum für die Menschen erlebbar werden solle.

Der Hambacher Wald gehört zu den bekanntesten Waldgebieten Deutschlands. Über Jahre stand er im Mittelpunkt der Auseinandersetzung um den Braunkohletagebau. Mit der nun unterzeichneten Erklärung soll der Konflikt um seine Zukunft endgültig befriedet werden.

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