Die 3 Geheimnisse der grünen Halsbandsittiche mitten in Köln

Sie sind bunt, treten gerne in großen Gruppen auf, sind dabei laut und äußerst gesellig. Eigentlich passen die Halsbandsittiche perfekt nach Köln. Und wer in Köln wohnt, der kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diese exotischen Vögel, die plötzlich in großen Gruppen in Bäume geflogen kommen und dort gerne erstmal ein Konzert veranstalten.

(Fotos: Katja Ullmann / Monika Sauren)

Die Halsbandsittiche sind eine Papageienart. Eigentlich stammen sie aus den Savannen in Asien und Afrika. Mit ihrem roten Schnabel und dem grünen Federn sind sie auf jeden Fall ein Blickfang. Es gibt einige interessante Verhaltensweisen, die sie in Köln an den Tag legen. Und auch eine Vorgeschichte, warum sie überhaupt in Köln sind. Wir haben diese Fakten die drei „Geheimnisse“ genannt, vielleicht kennt ihr einige auch bereits.

Tipp: In unserem Newsletter kriegst du 3x pro Woche (mittwochs, freitags, sonntags) kölsche Geschichten, kölsche Rätsel, eine Prise kölschen Humor und vieles mehr. Trag dich hier unverbindlich ein:

Wie kamen die Halsbandsittiche nach Köln?

Anfang der 60er-Jahre wurden in Köln die ersten Halsbandsittiche im Stadtwald gesichtet. Ende der 60er-Jahre brüteten sie auch nachweislich in Köln und begannen sich zu vermehren. Vermutlich wurden die ersten Exemplare damals in Köln von privaten Besitzern freigelassen.

In Köln fühlten sich die Halsbandsittiche so wohl, dass sie auch nicht mehr gingen. Erst ab den 90er-Jahren ist die Population aber nochmal deutlich angestiegen. Mittlerweile leben geschätzt rund 2000 der rund 40 Zentimeter langen Vögel in der Stadt. Durch Futterplätze von Menschen können sie auch im Winter hier überleben. Neben dem asiatischen Halsbandsittich gibt es in Köln mittlerweile auch den großen Alexandersittich, der ähnlich aussieht, aber deutlich größer ist.

Ein beliebtes Fotomotiv

An Balkonen bietet sich dann häufig ein eindrucksvolles Schauspiel, wenn die Halsbandsittiche angeflogen kommen. Von Köln aus haben sich die Halsbandsittiche auch in andere deutsche Städte ausgebreitet, wie etwa Düsseldorf, denn sie lieben urbane Räume.

In ganz Deutschland schätzt man den Bestand auf mittlerweile rund 15.000 Vögel in 30 Populationen – ihren Ursprung nahmen sie in Köln. Die Halsbandsittiche sind Vegetarier und ernähren sich von Pflanzen, Blüten, Knospen und Samen.

In einem Baum in der Altstadt sitzen zahlreiche Halsbandsittiche. Foto: Monika Sauren

Halsbandsittiche in Köln: Fluch und Segen zugleich

Nicht alle freuen sich über die Halsbandsittiche. Wenn es Nacht wird, sammeln sich die Sittiche häufig an einem zentralen Schlafplatz in einem Baum: „Das Aufsuchen eines gemeinsamen Schlafbaumes ist ein Urinstinkt der Tiere, der ihnen Sicherheit gibt“, schreibt der Nabu-Köln über dieses Verhalten. Lange war diese ein Schlafbaum in der Südstadt nahe des Bürgerhaus Stollwerck.

Das Thema beschäftigt auch die Stadt Köln. Den Menschen ist es erlaubt, die Tiere zu „vergrämen“, das ist der Ausdruck für eine Vertreibung, etwa mit Geräuschen oder Leuchtmitteln. In der Südstadt wurden sie in der Vergangenheit von einem Privatmann schonmal mit einer Böllermaschine vertrieben.

Halsbandsittiche dürfen in Köln „vergrämt“ werden

Gejagt werden dürfen sie nicht. Der Nabu Köln kritisiert die Praxis des „Vergrämens“ und merkt an, dass die Tiere so unter Stress gesetzt werden. Beim Nabu in Köln gibt es einen Arbeitskreis, der sich für eine friedliche Koexistenz zwischen Vögeln und Kölnern einsetzt. Sie geben etwa Leuten Tipps, wenn Halsbandsittiche in Maueröffnen nisten.

Die Halsbandsittiche sind in den Abendstunden mittlerweile weiter Richtung Altstadt gezogen. Das wiederum gefällt den dort ansässigen Gastronomen (sofern sie mal wieder öffnen dürfen) ebenfalls nicht immer. Für Touristen sind sie eine schöne Attraktion, ein Schwarm kann aber auch schnell die Sitze im Außenbereich der Gastronomie verunstaltet haben.

Die Halsbandsittiche bleiben also ein Thema in Köln. Ganz einfach weil sie sehr präsent sind. Sie sind seit über 50 Jahren da. Sie sind laut und bunt. Und deshalb sicher mittlerweile auch ein Teil der Stadt.

Welche Erfahrung habt ihr mit den Halsbandsittichen in Köln gemacht? Schreibt uns eine E-Mail.

Auch interessant:

Lost Place in Remagen: Der Geister-Hotel mit Panorama-Blick auf den Rhein

Anzeige: Aus unserem kölschen Shop:

Unsere Artikel kostenlos per WhatsApp und Telegram:
Wir schicken Dir ein Mal pro Tag zwischen 19 und 21 Uhr unsere kölschen Updates. 
Für WhatsApp: Sende „Start“ an 01520/3694899 (einfach die Nummer anklicken, dann öffnet sich WhatsApp im Chat-Fenster)
Für Telegram: hier klicken, dann gelangst du zu unserem Kanal.

Kommentar schreiben

Hier kannst du einen Kommentar schreiben