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Grüne Papageien in Köln: Warum es in Köln 3000 Halsbandsittiche gibt

Sie sind bunt, treten gerne in großen Gruppen auf, sind dabei laut und äußerst gesellig. Grüne Papageien sind in Köln längst Alltag. Eigentlich passen die Halsbandsittiche perfekt nach Köln. Und wer in Köln wohnt, der kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diese exotischen Vögel, die plötzlich in großen Gruppen in Bäume geflogen kommen und dort gerne erstmal ein Konzert veranstalten. Sind sind längst nicht nur im Sommer da, sondern auch im Winter in der Stadt präsent.

(Foto: Christine Everschor)

Die Halsbandsittiche sind eine Papageienart. Eigentlich stammen sie aus den Savannen in Asien und Afrika. Mit ihrem roten Schnabel und dem grünen Federn sind sie auf jeden Fall ein Blickfang. Es gibt einige interessante Verhaltensweisen, die sie in Köln an den Tag legen. Und auch eine Vorgeschichte, warum sie überhaupt in Köln sind. Wir haben die interessantesten Fakten um die Vögel in Köln hier zusammengetragen.

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Woher kommen die Halsbandsittiche in Köln?

Anfang der 60er-Jahre wurden in Köln die ersten Halsbandsittiche im Stadtwald gesichtet. Ende der 60er-Jahre brüteten sie auch nachweislich in Köln und begannen sich zu vermehren. Vermutlich wurden die ersten Exemplare damals in Köln von privaten Besitzern freigelassen.

In Köln fühlten sich die Halsbandsittiche so wohl, dass sie auch nicht mehr gingen. Erst ab den 90er-Jahren ist die Population aber nochmal deutlich angestiegen. Mittlerweile leben geschätzt rund 2000 der rund 40 Zentimeter langen Vögel in der Stadt.

Durch Futterplätze von Menschen können sie auch im Winter hier überleben. Neben dem asiatischen Halsbandsittich gibt es in Köln mittlerweile auch den großen Alexandersittich, der ähnlich aussieht, aber deutlich größer ist.

(Fotos: Katja Ullmann / Monika Sauren)

Grüne Papageien: Ein beliebtes Fotomotiv

An Balkonen bietet sich dann häufig ein eindrucksvolles Schauspiel, wenn die Halsbandsittiche angeflogen kommen. Von Köln aus haben sich die Halsbandsittiche auch in andere deutsche Städte ausgebreitet, wie etwa Düsseldorf, denn sie lieben urbane Räume.

In ganz Deutschland schätzt man den Bestand auf mittlerweile rund 15.000 Vögel in 30 Populationen – ihren Ursprung nahmen sie in Köln. Die Halsbandsittiche sind Vegetarier und ernähren sich von Pflanzen, Blüten, Knospen und Samen.

Wo in Köln findet man Halsbandsittiche?

Die Kölner berichten mittlerweile aus der gesamten Stadt von Sichtungen. Vom Bergischen bis nach Bocklemünd beobachten die Leute Halsbandsittiche in Bäumen oder auch im Garten an Futterstellen. Besonders beliebt ist bei den Sittichen aber auch das Rheinufer in der Altstadt. Hier gibt es häufig zentrale Schlafbäume, wo sich viele hundert Sittiche sammeln und schlafen, was man nicht zu überhören ist.

Was fressen die grünen Papageien in Köln?

Sie essen Knospen und Blüten und Obst und Samen und Körner. Wer in Köln draußen ein Vogelhaus aufgestellt hat, kann häufig beobachten, wie auch die Halsbandsittiche zu den Futterplätzen kommen und es sich dort gut gehen lassen. Häufig entstehen in solchen Situationen auch schöne Foto-Motive direkt auf dem Balkon.

In einem Baum in der Altstadt sitzen zahlreiche Halsbandsittiche. Foto: Monika Sauren

Halsbandsittiche in Köln: Kann man sie auch vertreiben?

Nicht alle freuen sich über die Halsbandsittiche. Wenn es Nacht wird, sammeln sich die Sittiche häufig an einem zentralen Schlafplatz in einem Baum: „Das Aufsuchen eines gemeinsamen Schlafbaumes ist ein Urinstinkt der Tiere, der ihnen Sicherheit gibt“, schreibt der Nabu-Köln über dieses Verhalten. Lange war diese ein Schlafbaum in der Südstadt nahe des Bürgerhaus Stollwerck.

Das Thema „Grüne Papageien Köln“ beschäftigt auch die Stadt. Den Menschen ist es erlaubt, die Tiere zu „vergrämen“, das ist der Ausdruck für eine Vertreibung, etwa mit Geräuschen oder Leuchtmitteln. In der Südstadt wurden sie in der Vergangenheit von einem Privatmann schonmal mit einer Böllermaschine vertrieben.

Im März 2022 musste die Stadt Köln bei der Umgestaltung der Rheinuferpromenade zwischen Deutzer Brücke und Rheinauhafen reagieren. Hier halten sich in der Regel besonders viele grüne Papageien auf. Entsprechend schnell waren die neuen Steine bereits voll mit Vogelkot. Die Stadt hat nun reagiert und eine gebundene Pflasterfuge bei den Steinen eingebaut, damit man den Boden besser reinigen kann. Die Stadt ist außerdem dabei, ein Reinigungskonzept für die Promenade unter Berücksichtigung der vielen Halsbandsittiche zu erstellen.

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Halsbandsittiche dürfen in Köln „vergrämt“ werden

Gejagt werden dürfen sie nicht. Der Nabu Köln kritisiert die Praxis des „Vergrämens“ und merkt an, dass die Tiere so unter Stress gesetzt werden. Beim Nabu in Köln gibt es einen Arbeitskreis, der sich für eine friedliche Koexistenz zwischen Vögeln und Kölnern einsetzt. Sie geben etwa Leuten Tipps, wenn Halsbandsittiche in Maueröffnen nisten.

Die Halsbandsittiche sind in den Abendstunden mittlerweile weiter Richtung Altstadt gezogen. Das wiederum gefällt den dort ansässigen Gastronomen ebenfalls nicht immer. Für Touristen sind sie eine schöne Attraktion, ein Schwarm kann aber auch schnell die Sitze im Außenbereich der Gastronomie verunstaltet haben.

Grüne Papageien Köln: Die Halsbandsittiche bleiben also ein Thema in der Stadt. Ganz einfach weil sie sehr präsent sind. Sie sind seit über 50 Jahren da. Sie sind laut und bunt. Und deshalb sicher mittlerweile auch ein Teil der Stadt.

Welche Erfahrung habt ihr mit den Halsbandsittichen in Köln gemacht? Schreibt uns eine E-Mail.

5 Comments

  • Diese Sittiche haben eine ganz besondere Bedeutung für uns/mich und erinneren mich immer an den schönsten und wichtigsten aller Vögel…. Alexa❤

    • Seit einiger Zeit vermisse ich die Sittiche in Köln, das macht mich sehr traurig. Wo sind sie geblieben ? Wer kann mir eine Antwort geben?

  • Die Sittiche mögen schön sein, jedoch vertreiben sie heimische Arten. Das macht sie zum Problem!

    • Das ist Blödsinn. Die vertreiben keine anderen Arten. Im Gegenteil. Die fressen alle gemeinsam an den Futterstellen.

  • Wir haben einen alten ehrwürdigen Kastanienbaum im Garten !
    ca 80 Jahre alt , 25 m hoch mit einem Durchmesser von über 1nem Meter !
    Die Sittiche haben ihn als Fressbaum auserkoren , jetzt im Frühjahr wenn die Blätter auskeimen
    wird er am Tag min drei mal besucht , und die Reste , kleine Kerzen und Blattsprößlinge finden sich am Boden wieder .
    Die Krone ist bald kahl , wie lange es der Baum noch mitmacht ist fraglich , denn es geht schon so über Jahre und die Horden werden immer größer .
    Es ist ein Trauerspiel , ein Baum der dem Klima guttut , wird so zerstört , und man ist hilflos und machtlos und man nur hoffen , daß er es noch dieses
    Jahr überlebt .

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