Anzeige


Geißbockheim Köln

Gericht weist Klagen gegen Ausbau des Geißbockheims ab

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entschieden: Der Bebauungsplan für die Erweiterung des RheinEnergieSportparks in Köln-Sülz bleibt gültig. Damit hat der 1. FC Köln einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt.

Der Plan sieht vor, die bestehenden Sportanlagen rund um das Franz-Kremer-Stadion und das Geißbockheim zu erweitern. Auf Teilen der Gleueler Wiese sollen mehrere Kunstrasenplätze sowie ein zweigeschossiges Fußball-Leistungszentrum entstehen. Außerdem sind vier öffentlich zugängliche Kleinspielfelder vorgesehen. (Foto: Jannis Trieb)

Gegen den Bebauungsplan hatten die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ und der Nabu NRW geklagt. Das Oberverwaltungsgericht hatte ihnen 2022 zunächst recht gegeben und den Plan für unwirksam erklärt. Das Bundesverwaltungsgericht hob diese Urteile 2024 jedoch auf und verwies den Fall zur erneuten Prüfung zurück nach Münster.

❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀
Kölscher Fuffziger
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀

Nun wies das Oberverwaltungsgericht die Anträge der Umweltverbände ab. Nach Ansicht der Richter weist der Bebauungsplan keine entscheidenden rechtlichen Fehler auf. Die vorgebrachten Einwände – etwa zum Schutz von Insekten, Fledermäusen und Vögeln, zu den Folgen für Stadtklima und Landschaftsschutz sowie zu einem möglichen Alternativstandort in Marsdorf – überzeugten das Gericht nicht.

Eine Revision ließ das Gericht nicht zu. Die Umweltverbände können allerdings noch beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Nichtzulassung einlegen.

Was sagt der 1. FC Köln?

Der 1. FC Köln begrüßt das Urteil als „Meilenstein“. FC-Präsident Jörn Stobbe bezeichnet die Entscheidung als „Startschuss für eine große, gemeinsame Aufgabe“. Der Verein wolle Sport und Naturschutz miteinander verbinden. Dazu schlägt er vor, Eingriffe in den Grüngürtel nicht nur auszugleichen, sondern durch zusätzliche Maßnahmen überzukompensieren. Auf diese Weise könne der Grüngürtel nach Auffassung des FC langfristig sogar vergrößert und ökologisch verbessert werden.

Geschäftsführer Philipp Türoff betont, dass die geplanten Ausweichplätze an anderen Standorten den Platzmangel lediglich abfedern könnten. Sie müssten noch Umweltprüfungen und weitere Verfahren durchlaufen. Zudem seien ausgelagerte Trainingsplätze wegen der täglichen Shuttle-Fahrten nur eine Notlösung.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Kölner Stadtrat hat am 2. Juli 2026 beschlossen, das sogenannte Satellitenplatz-Modell für den 1. FC Köln prüfen und vorbereiten zu lassen. Dabei geht es um drei bereits vorhandene Flächen in der Nähe des Geißbockheims:

  • den Ascheplatz der Eichenkreuzanlage,
  • Platz 2 auf dem bestehenden FC-Gelände,
  • die sogenannte Kampfbahn am Fort Deckstein.

Diese Flächen sollen zu vollwertigen Trainingsplätzen ausgebaut werden – unter anderem mit Kunst- oder Hybridrasen, Drainage, Flutlicht und Umkleiden. Die Kosten soll der 1. FC Köln tragen. Gleichzeitig sollen die Plätze weiterhin auch dem Breitensport zur Verfügung stehen, wenn sie nicht vom FC benötigt werden.

Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

Der Rat hat den Ausbau noch nicht endgültig genehmigt. Er hat die Stadtverwaltung damit beauftragt, das Modell ergebnisoffen zu prüfen. Dazu gehören insbesondere Umweltfragen, die konkrete Nutzung und die Abstimmung mit den Vereinen, die einige der Flächen bislang nutzen.

Die Satellitenplätze sollten ursprünglich eine Alternative zur umstrittenen Bebauung der Gleueler Wiese sein.

Was sagt der Kölner Oberbürgermeister?

Torsten Burmester: „Unabhängig von diesem Verfahrensausgang hat sich die Verwaltung bereits auf den Weg gemacht, die Situation der Trainingsplätze im Umfeld des Geißbockheimes nachhaltig zu verbessern. In Umsetzung des Ratsbeschlusses zum ‚Satellitenplatzmodell‘ werden in einem ersten Schritt zeitnah die letzten Fragestellungen geklärt werden, um die Baugenehmigung für die Umwandlung des Trainingsplatzes am Fort Deckstein in einen Kunstrasenplatz erteilen zu können.“

Nach dem heutigen Gerichtsurteil stehen nun jedoch beide Wege im Raum. Der FC bezeichnet die Satellitenplätze lediglich als Möglichkeit, den akuten Platzmangel abzufedern. Die Gleueler Wiese bleibt aus Sicht des Vereins die umfassendere Lösung.

Das letzte Wort bei diesem Thema ist also noch längst nicht gesprochen. So stellten die Grüne-Fraktion im Stadtradt unmittelbar nach dem Urteil klar: „Mit uns wird es weder einen Pachtvertrag, noch eine Baugenehmigung geben.“

Zurück
Kommentiere diesen Artikel