Holzplatten vor Schaufenstern: Vor der angekündigten „GenZ regelt“-Demonstration an Halloween sichern sich mehrere Geschäfte in der Kölner Innenstadt gegen mögliche Schäden ab. Die Polizei bereitet sich für Samstag, den 31. Oktober, auf einen Großeinsatz vor. Der Versammlungsanmelder rechnet mit rund 15.000 Teilnehmenden.
Unter anderem wurden die Fensterfronten von Juwelier Wempe an der Hohe Straße mit Platten geschützt. Wempe kündigte an, seine Niederlassungen deutschlandweit am Samstag geschlossen zu halten. Das Unternehmen begründet dies mit der Sorge, dass gewaltbereite Gruppen die friedlichen Proteste für Ausschreitungen nutzen könnten.
Nach den Bildern aus Frankreich haben zahlreiche Gewerbetreibende Sorge, dass es in Köln zu ähnlichen Bildern kommen könnte. In sozialen Netzwerken kursieren teilweise Aufrufe zu Gewalt. Mehrere Kölner Händler riefen im Vorfeld Protestierende dazu auf, sich besonnen zu verhalten.
Gen-Z-Demo beginnt am Rheinufer
Die Versammlung soll voraussichtlich um 14 Uhr am Konrad-Adenauer-Ufer auf Höhe der Bastei beginnen. Angemeldet wurde sie von einer Privatperson zum Thema „Bildung / Wehrpflicht / Bezahlbares Leben“. Unter den erwarteten Teilnehmenden sind nach Angaben des Anmelders viele Schülerinnen, Schüler und Studierende.
Ob es bei einer Kundgebung am Rheinufer bleibt oder sich ein Demonstrationszug in Richtung Innenstadt anschließt, war laut Polizeimitteilung vom Donnerstag noch offen. Darüber stimmen sich Polizei und Versammlungsverantwortlicher ab. Die Entscheidung soll auch von der tatsächlichen Lage vor Ort abhängen.
Die Polizei geht davon aus, dass die Versammlung mindestens bis in den frühen Abend dauert. Bereits vor Beginn erwartet sie größere Menschenansammlungen rund um den Veranstaltungsort.
Polizei liegen Hinweise auf Gewaltaufrufe vor
Die Polizei beobachtet laut Mitteilung die bundesweite Mobilisierung von „GenZ regelt“ in sozialen Netzwerken. Neben Aufrufen zu friedlichem Protest liegen ihr nach eigenen Angaben auch Hinweise auf einzelne Gruppen und Personen vor, die die Versammlung für Straftaten nutzen wollen. Dabei gehe es unter anderem um Aufrufe zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Auch eine Barrikade-Aktion vor der Technischen Hochschule in der Südstadt am Donnerstagmorgen fließt in die Lagebewertung ein. Die Polizei kündigt an, gegen Gewalt frühzeitig und konsequent einzuschreiten. Zugleich betont sie, dass sie die friedliche Ausübung des Versammlungsrechts ermöglichen will. Im Stadtgebiet sollen zahlreiche Einsatzkräfte präsent sein, darunter die Bereitschaftspolizei.
Einsatz dauert bis in die Halloween-Nacht
Der Polizeieinsatz endet unabhängig vom Verlauf der Demonstration erst in den frühen Morgenstunden. Auch für die Halloween-Nacht kündigt die Behörde sichtbare Präsenz an.
Einsatzleiter Martin Lotz erklärt: „Weder die Dunkelheit noch die Halloween-Nacht bieten einen Freiraum für Straftaten oder gewalttätiges Verhalten.“ Auch bei vermeintlichen Scherzen will die Polizei einschreiten, wenn Menschen gefährdet oder Straftaten begangen werden.
Wer am Samstag in die Innenstadt möchte, sollte mögliche Einschränkungen bei der Anreise berücksichtigen. Die Kölner Philharmonie weist bereits auf mögliche Straßensperrungen und Beeinträchtigungen im Bus- und Stadtbahnverkehr hin. Welche Bereiche tatsächlich betroffen sein werden, hängt auch vom Verlauf der Versammlung ab.



