Wie gehts beim 1. FC Köln nach der Niederlage gegen Leverkusen weiter? Reichen 31 Punkte in diesem Jahr sogar zur Rettung? Und was kommt danach? Hier lest ihr, was die Hosts Martin Schlüter und Dän Dickopf zur aktuellen Situation sagen. Zu Gast dieses Mal ist Pascal Göllner, FC-Ultra der ersten Stunde.
Wie viele Punkte braucht der FC noch? Darüber gehen die Meinungen in der Dreierkette auseinander:
Dän sagt:
„Ich bin nervös. Das ist einfach mein Naturell beim FC. Ich glaube auch mit einer gewissen Berechtigung, weil es ist ja nicht so, dass wir in solchen Situationen immer alle weggehauen hätten.“
Pascal sagt:
„Selbst wenn wir keinen Punkt mehr holen würden, würde es reichen. Das sind sechs Punkte in drei Spielen – die gewinnen da unten never ever zwei Spiele, niemals.“
Martin Schlüter:
„Ich teile diese Einschätzung nicht, ich bin immer noch sehr nervös.“
Hier lest ihr, was sie über Said El Mala gegen Leverkusen, die Zukunft von Erik Martel und FC-Trainer René Wagner sagen.
Über Said El Mala
Daniel:
„Es ist ein junger Spieler, der nach wie vor allen zeigen will und der die ganze Zeit glänzen will. In zwei Situationen habe ich auch aufgeschrien, weil er einfach nicht abspielt und den Kopf nicht oben hat. Ich finde schon wichtig, dass ein Stürmer egoistisch ist, weil du ohne diese totale Gier auf Tore kein geiler Stürmer wirst. Aber es gibt Situationen, da musst du natürlich querlegen.“
Pascal:
„Er hatte zehn Torschüsse. Das musst du erst mal haben, du musst erst mal so im Spiel sein und so aktiv sein, dass du überhaupt diese Chancen und Möglichkeiten bekommst. Das Pfostending sieht von außen mit drei Kölsch natürlich leicht aus, aber du musst erst mal in der Situation mit dem Tempo dahin kommen. Ich finde, man sollte ihm da in keinster Weise eine Schuld geben, weil er ein sehr gutes Spiel gemacht hat und unfassbar wichtig für uns ist.“
Martin:
„Ich habe wieder so viel Grummeln gehört, auch bei den vergebenen Chancen. Aber was für ein Geschenk, dass wir so einen Fußballer haben: ein Kicker und FC-Spieler, der individuell so stark gegen Bayer Leverkusen mithalten kann. Natürlich ist manchmal viel Egoismus im Spiel, aber es ist einfach ein Juwel und goldwert, dass er bei uns ist.“
Über Erik Martel
Daniel:
„Er hat eine sehr schwierige Saison auf jeden Fall. Ich habe ihn persönlich seit seiner Köln-Zeit noch nicht so schwankend erlebt wie dieses Jahr. Trotzdem glaube ich, dass man ihn halten sollte, wenn es finanzierbar ist. Ich glaube, dass das ein sehr wichtiger Spieler ist – nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine. Moral und Einsatz stimmen immer.“
Pascal:
„Ich würde ihn auch halten, aber nicht um jeden Preis. Er ist sehr solide und wichtig fürs Spielsystem. Du merkst, dass er jemand ist, der das System administrieren kann und das System hält. Er ist sehr diszipliniert, klar in seinen Sachen und hat ein gutes Zweikampfverhalten. Der Nachteil ist aber: Er ist keiner, der ein Spiel entscheidet, und sein Aufbauspiel finde ich zu schwach, um das Portemonnaie so weit zu öffnen.“
Martin:
„Von seinen Qualitäten bei Standards ist allein die körperliche Robustheit hinten wie vorne und diese Disziplin zu ergänzen. Die Tragik ist auch, dass Kraus ihm zu ähnlich ist und neben ihm niemand steht, der das Spiel wirklich gestalten kann. Wenn der FC auf dem Transfermarkt nach einem Sechser-Achter-Hybriden schaut, wäre das sehr viel wert, weil uns da auf jeden Fall Kreativität fehlt.“
Über René Wagner
Daniel:
„Ich bin viel zu weit weg, um beurteilen zu können, wie gut René Wagner ist. Aus Fansicht gab es Licht und Schatten, manches hat mich an die Kwasniok-Zeit erinnert. Ganz von außen betrachtet hätte ich lieber einen klaren Neustart mit jemandem, der neu von außen reinkommt. Ich hätte gerne jemanden stehen, der ein bisschen mehr Expertise hat, auch als Cheftrainer.“
Pascal:
„Das Spiel am Samstag war super positiv, wie die Mannschaft aufgetreten ist, mit wie viel Energie und Herzblut. Ich finde auch, dass das System langsam reift, und das muss man ihm eingestehen. Er ist ein klarer Taktiker, und deswegen musst du ihm die Zeit geben, sein System umzustellen. Ich würde mir wünschen, dass er eine Vorbereitung bekommt und vielleicht auch die Wunschspieler, um sein System umzusetzen.“
Martin:
„Auch wenn keine Punkte dabei rausgesprungen sind, war das Spiel am Samstag durchaus ein Bewerbungsschreiben. Es war taktisch eine reife Leistung des FC, wie früh man gepresst hat und wie die Mannschaft intakt war. Da ist Potenzial sichtbar, und ich finde, der Trainer ist Teil dieser Geschichte. Wenn Köln eines braucht, ist es Kontinuität und eine gewisse Ruhe.“



