Anzeige


Dreierkette Köln

FC-Podcast Dreierkette Köln: Die vielen Fragezeichen vor dem Saisonstart

Der 1. FC Köln steht kurz vor dem Start in die neue Saison – doch im Kader sind noch viele wichtige Fragen offen. Welcher Spieler kann künftig zum Gesicht der Mannschaft werden? Sollte der FC Said El Mala für eine hohe Ablöse verkaufen oder noch eine Saison behalten? Und wie viel Zeit bekommt Trainer René Wagner, wenn der Start misslingt?

Darüber diskutierten in der neuen Folge der „Dreierkette Köln“ Gastgeber Martin Schlüter, Marcel Schwamborn vom Express und Andreas Rickmann von Verliebt in Köln.

Hier liest du ihre Einschätzung zu den drei wichtigsten Themen.

Wo sind die neuen Identifikationsfiguren des 1. FC Köln?

Der FC hat bei seinen Transfers einen neuen Weg eingeschlagen und mehrere junge Spieler mit internationalem Hintergrund verpflichtet. Die Runde bewertet diese Entwicklung grundsätzlich positiv. Gleichzeitig stellt sich die Frage, zu welchen Spielern die Fans eine längerfristige Verbindung aufbauen können.

Andreas Rickmann: „Was mir schon seit einigen Jahren fehlt, sind Identifikationsfiguren. Wenn ich im Kader nur Leute habe, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie einen Karriereplan haben, macht das etwas mit der Atmosphäre rund um den Club. Die Zuschauer könnten die Spieler dadurch immer mehr als Dienstleister ansehen: Du stehst auf dem Platz und hast zu performen, sonst wirst du in den sozialen Netzwerken zerrissen.“

Marcel Schwamborn: „El Mala ist der Publikumsliebling. Bei der Saisoneröffnung gab es einen riesigen Hype um ihn. Wenn so ein Spieler wieder geht, hast du erneut niemanden, für den der FC im Moment steht. Dann bleibt eine Mannschaft mit Talent und spannenden Perspektivspielern. Aber wer sind ihre Gesichter? Es muss nicht mehr der Spieler aus Zollstock sein. Ein bisschen FC-DNA wäre in dieser Mannschaft aber nicht schlecht.“

Martin Schlüter: „Man muss Mentalität statt Herkunft verpflichten. Entscheidend ist, Leute zu holen, die den Verein über Jahre prägen. Der Spieler muss nicht in Zollstock geboren sein, er kann auch aus Estland kommen. Wenn er aber seit zwei oder drei Jahren hier ist und die Fans seine Entwicklung verfolgen können, wäre das für den FC wahnsinnig wünschenswert.“

Soll der FC Said El Mala jetzt verkaufen?

Said El Mala erzielte in der vergangenen Saison 13 Tore und ist zum wertvollsten Spieler des FC geworden. Ein Wechsel zu Borussia Dortmund steht im Raum. Der FC könnte eine hohe Ablöse erhalten, würde aber zugleich seinen besten Offensivspieler und größten Publikumsliebling verlieren.

Martin Schlüter: „Ich versuche es mit dem Fanblick: El Mala erzielt beim FC noch einmal 13 Tore plus X und wird das Gesicht einer Mannschaft, die vielleicht eine erfreuliche Saison im Mittelfeld spielt. Dieses eine Jahr genießen wir noch mit ihm. Er ist eine gewisse Absicherung, um nicht abzusteigen, und könnte sich auch preislich weiterentwickeln. Ich weiß aber nicht, ob das zu viel Fanträumerei ist.“

Andreas Rickmann: „Ich glaube, dass er gehen wird und der FC eine stattliche Summe bekommt. Man kann sagen: Er bleibt noch eine Saison und ist anschließend vielleicht 20 Millionen Euro mehr wert. Ich würde aber vor zu viel Gier warnen. Der FC hat ihn für günstiges Geld verpflichtet, er hat mit 13 Toren großen Anteil am Klassenerhalt und nun bekommt der Verein eine sehr hohe Ablöse.“

Marcel Schwamborn: „Die Garantie, dass El Mala in der kommenden Saison wieder 13 oder mehr Tore schießt, gibt es nicht. Wenn die Ablöse einigermaßen angemessen ist, kann man sagen: Dann ist es so und wir haben Planungssicherheit. Die Hängepartie darf aber nicht bis zum Ende des Transferfensters dauern. Der FC muss schließlich noch seinen Kader zu Ende bauen.“

Wie viel Zeit bekommt René Wagner?

René Wagner übernahm den FC in der Schlussphase der vergangenen Saison und führte die Mannschaft zum Klassenerhalt. Trotzdem überzeugten die Leistungen in den letzten Spielen nicht alle. Vor der neuen Saison ist die Stimmung innerhalb des Kaders offenbar besser. Eine klare Spielidee ist bislang jedoch noch nicht zu erkennen.

Andreas Rickmann: „Ich bin bei Wagner zwiegespalten. Wenn die ersten drei oder vier Spieltage in die Hose gehen und der FC mit zwei Punkten in die Länderspielpause geht, kann wieder sehr schnell Unruhe entstehen. Kessler und die anderen Verantwortlichen haben sich seine Verpflichtung ja gut überlegt. Dann müssen sie auch bei ihm bleiben, wenn es unruhiger wird.“

Marcel Schwamborn: „Für mich ist die erste Länderspielpause nach vier Spielen ein entscheidender Stichtag. Sechs Punkte sollten es schon sein, sonst wird es diskutabel. Wagner sagt immer wieder, dass die Mannschaft und das Trainerteam Zeit brauchen. Aber in der Bundesliga hast du keine Zeit. Den Teamgeist hat er gut hinbekommen. Eine klare Spielidee kann ich bisher aber noch nicht erkennen.“

Martin Schlüter: „Eine Spielidee muss erkennbar sein. Das war mein Hauptvorwurf nach den letzten Spielen der vergangenen Saison. Ich traue Wagner zu, dass er sich gemeinsam mit der Mannschaft entwickelt. Ähnlich wie der Kader wirkt er als Trainer aber noch unfertig. Wenn der FC nach den ersten Spielen nur einen Punkt hat, brennt in Köln schnell der Baum.“

Hier könnt die ihr ganze Folge der aktuellen Dreierkette Köln hören:

Zurück
Kommentiere diesen Artikel