3:3 im Derby, Kwasniok weg, René Wagner übernimmt. Beim 1. FC Köln ist nach dem 27. Spieltag ganz viel los. Wie haben die FC-Experten das Derby erlebt? Wie beurteilen sie den Trainerwechsel? Und wie läuft es jetzt mit René Wagner, dem bisherigen Co-Trainer? Darüber wurde im FC-Podcast Dreierkette ausführlich gesprochen.
Die beiden Hosts Martin Schlüter und Dän Dickopf dieses Mal mit zwei Gästen: Christian Löhr, FC-Reporter vom Kölner Stadtanzeiger und Nigel Kahn, West Ham-Fan, der seit einigen Jahren auch FC-Spiele besucht und auch das Derby gegen Gladbach sah.
Hier liest du die wichtigsten Aussagen, Thesen und Meinungen aus dem Podcast:
Martin Schlüter
- Zum Spiel nach dem Rückstand
„Ich fand den FC natürlich nach dem 0:1, also die beiden Tore direkt und dann noch 15 bis 20 Minuten wie üblich gut und stark. Habe nur wieder gedacht: Du musst doch jetzt einen draufsetzen, du musst doch weitermachen. Und wir haben dort das Potenzial.“ - Zur fehlenden Konsequenz
„Dann verstehe ich nicht, warum wir den Stecker dann selber ziehen. Dann kriegst du wieder so ein doofes Tor und dann ist komplett dieser Move und diese Bewegung, dieser ganze Drang vorbei.“ - Zur Kritik an Kwasniok
„Während des Spiels habe ich auch so ein bisschen den Glauben dran verloren, weil auch da kam wieder nicht eine Trainerleistung. Der spielt jetzt nicht selber, aber man merkt nicht, dass er das mal so durch Wechsel oder durch irgendetwas im Griff hat.“ - Zur Saisonbilanz
„Das ist in jetzt 27 Spielen konstant zu wenig gewesen.“ - Zur Hoffnung mit Wagner
„Ich finde die Truppe und die ganze Geschichte weiter so spannend. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir in sechs Wochen Zwölfter sind und sagen: Hey, geil, dass damals nach dem Derby der Wagner kam und was ist danach abgegangen.“
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Christian Löhr (Kölner Stadtanzeiger)
- Zum Derby-Eindruck
„Erst mal kommt mir das Derby vor, als wäre es schon drei Wochen her, weil danach so viel passiert ist und danach irgendwie die Nacht und auch der Tag sehr lang waren. Ich fand, wir hatten gerade in der zweiten Halbzeit schon eine Stimmung im Stadion, die sich so ein bisschen entkoppelt hatte vom Ergebnis.“ - Zum Spielcharakter
„Ich habe auch irgendwann so zwischendurch gedacht: Okay, es ist ein Derby, der FC hat drei Tore geschossen, eigentlich hat überhaupt nichts funktioniert so richtig. Also ich fand, es war ein ganz seltsamer Auftritt.“ - Zur fehlenden Reife des FC
„Das Inkonsistente ist, dass du nie einen Stabilitätsmodus erreichst, dass du mal wirklich auf Halten spielst. Das haben wir so oft gehabt.“ - Zur grundsätzlichen Kwasniok-Bewertung
„Er ist ein überragender Umbruch-Trainer, überragender Aufbruch-Trainer. Dann ist er so gestartet, wie er gestartet ist, und darum war das ja total folgerichtig. Alles, was man sich von ihm erhofft hat, ist aufgegangen. Und dann hat er es eben nicht geschafft, Stabilität reinzubekommen.“ - Zur Mannschaft
„Ich glaube, es ist mittlerweile so, dass ein Bundesliga-Profi schon auch für sich spielt. Die kommen nicht auf die Idee, gegen den Trainer zu spielen – aber für den Trainer haben sie ganz gewiss nicht gespielt.“ - Zur Logik der Entwicklung
„Ich glaube, der FC braucht leider immer wieder einen Aufbruch, Umbruch, du brauchst aber auch Stabilität. Eigentlich entweder zwei Trainer, wenn nämlich der eine wie Kwasniok ist, brauchst du leider noch einen zweiten hinterher, oder du hast eben einen Typen, der beides kann.“ - Zu René Wagner
„Du kannst nie falsch liegen, jemanden zu holen, der nur Fußball im Kopf hat. Bei René Wagner würde ich da die Hand ins Feuer legen.“ - Zur Wagner-Einschätzung
„Er ist ein sehr analytischer Typ. Wenn er das als Himmelfahrtskommando wahrnehmen würde, würde er das nicht machen.“
Dän Dickopf
- Zu den Gegentoren und zum Spiel
„Natürlich waren das viel zu leichte Gegentore. Es war irgendwie ein total wildes Spiel, war nicht gut, war nur total Wahnsinn. Aber an dem Spiel war nichts wirklich richtig gut.“ - Zur Saison als Ganzes
„Die ganze Saison ist es irgendwie so: zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Auch so ein 3:3 – die haben ja nicht 3:0 verloren. Es war ja wieder ein Aufbäumen da, eine schnelle Reaktion auf das 0:1. Aber diese Gegentore in der Art und Weise zu kriegen – das nervt.“ - Zum Trainerwechsel
„Es ist eine wahnsinnig schwere Sache. Ich sehe Argumente dafür, dass man ihn gefeuert hat. Auf der anderen Seite finde ich es auch in einer gewissen Weise sehr bedauerlich, und irgendwo empfinde ich es als Rückschlag für den 1. FC Köln.“ - Zur Vereinslage
„Wir sind erstmal an einem Scheißpunkt. Wir sind erstmal Verein wieder mal der 1. FC Köln.“ - Zu René Wagner
„Ich sehe René Wagner als einen relativ jungen, sehr akribischen, sehr fachkundigen Experten. Da kann man irgendwie aus meinem Gefühl sagen: Entweder ist das genau der richtige Mann für den 1. FC Köln, diesen völlig überdrehten, emotional überheizten Klub – oder vielleicht ist es halt exakt das, was man in der Situation nicht braucht.“ - Zur Sehnsucht nach Stabilität
„Ich würde mir ja wünschen, dass so eine gewisse Trainer-Ära auch mal beim 1. FC Köln passiert, dass mal jemand stabil mehrere Jahre da ist und was etabliert wird. Dass mal ein bisschen Ruhe reinkommt – das wäre meine große Sehnsucht.“
Nigel Kahn
- Zum Derby und zur Torfülle
„In England gibt es ein Sprichwort: Tore machen Spaß. Wenn man zu einem Spiel geht und es steht 1:0, deine Mannschaft gewinnt 1:0, dann denkt man sich: Ja, ein spannendes Spiel. Aber wenn man zu einem Spiel geht und vielleicht 4:3 verliert, jubel ich bei drei Toren. Ich liebe es.“ - Zur Atmosphäre in Köln
„Die Atmosphäre und der Lärm im Stadion sind fantastisch. Es ist ganz anders. West Ham spielt im Londoner Olympiastadion und, weißt du, es ist furchtbar. Regelmäßig, und das zu Recht, zum schlechtesten Stadion der Premier League gewählt.“ - Zur Liebe zum deutschen Fußball
„Ich kam vor fünf, sechs Jahren zum ersten Mal nach Köln, um mir ein Spiel Köln gegen Leverkusen anzusehen, und ich ging zu ein paar anderen Spielen. Und ich habe mich, um ehrlich zu sein, einfach in die deutsche Art Fußball zu spielen verliebt.“ - Zum Unterschied zu England
„In England lebt die Atmosphäre von dem, was man auf dem Spielfeld sieht. Wenn man also ein Spiel wie das Derby am Samstag sieht, wäre das fantastisch. Aber im Londoner Stadion, nein.“
Hier könnt ihr die ganze Folge anhören:



