Eistüte Kunstwerk am Neumarkt

Was die Eistüte an der Spitze des Kölner Neumarkts bedeutet

Es ist eines der inoffiziellen Wahrzeichen am Kölner Neumarkt und markiert dein Eingang in die Kölner Fußgängerzone. An der Spitze der Kölner Neumarktgalerie ist seit vielen Jahren einige riesige Eistüte zu sehen. Sie ist auf den Kopf gestellt und in die Ecke des Gebäude an der Nordseite des Neumarktes gerammt. Einige Eistropfen laufen herunter und drohen die Scheiben der Einkaufspassage zu verschmieren.

Jeder kennt dieses Kunstwerk. Es ist am Neumarkt ein beliebtes Foto-Motiv und seit vielen Jahren fester Bestandteil der Stadt. Doch was bedeutet es eigentlich? Wir haben hier die wichtigsten Fakten zusammengetragen und wagen eine Interpretation:

(Fotos: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0)

Die Fakten zur Eistüte am Neumarkt

  • Das Kunstwerk hat den Namen „Dropped Cone“ (Deutsch: „gefallene Tüte“)
  • Künstler ist Claes Oldenburg. Er ist bekannter Vertreter der Pop-Art.
  • Die Eistüte ist 12,10 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 5,8 Metern. Wow!
  • Die Kosten für das Kunstwerk damals: 3 Mio. Mark.
  • Die Eistüte besteht natürlich nicht aus echtem Eis, sondern aus Urethanschaum, Fiberglas, Holz und Stahl.
  • Seit dem März 2001 steht das Kunstwerk am Neumarkt. Erst wurde übrigens die Eiskugel installiert, dann kam die Eistüte per Kran hinterher.

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Der Auftrag für das Kunstwerk kam nicht durch die Stadt, sondern vom Eigentümer der Neumarkt Galerie. Der Künstler konnte den Standort frei wählen und entschied sich für die Ecke des Gebäudes und gegen einen Standort auf der Straße: „The ice cream cone as a subject was irresistible to us, especially as we detected the word „cone“ concealed in the letters of the city’s name“, schrieb der Künstler dazu auf seiner Webseite und spielt damit auf cone und Cologne an. Die Eissorte ist laut Künstler übrigens Vanille.

Was bedeutet die Eistüte am Neumarkt?

Das Schöne bei Kunst ist ja, dass die Interpretation nicht von den Künstler vorgegeben ist. Die umgedrehte Eistüte wurde damals auf die neu gebaute Neumarkt-Galerie gesetzt und nimmt einerseits Bezug auf die vielen beliebten Eisdielen in der Stadt.


Unverkennbar ist die Ähnlichkeit der umgedrehten Tüte mit den Türmen des Kölner Doms. Allerdings ist sie hier bewusst schräg gestaltet und unterscheidet sich so von den Kirchtürmen in der Stadt. Und sie ist hier auf einem Konsum-Tempel, einer Einkaufsgalerie. Die Neumarkt Galerie also als eine Art Kirche des Konsums. Das schmelzende Eis weist gleichzeitig auf die Vergänglichkeit des Konsums hin.

Die Farben geben aber auch ein fröhliches Bild ab und die Neigung und Größe der Eistüte bildet einen markanter Eckpunkt an der Nord-Ost-Ecke des Neumarkt. Es wirkt also nicht als schwere Mahnung, sondern als Erinnerung, die einem trotzdem nicht die Lust am shoppen verdirbt.

Wie ist eure Meinung zur Eistüte am Neumarkt?

Der Künstler Claes Oldenburg ist am 18. Juli 2022 in New York gestorben. Er hat in Deutschland mehrere prägende Kunstwerke geschaffen. Zu Ehren der Eistüte ist im Keller der Neumarkt Galerie außerdem ein Foto-Spot aufgebaut. Hier ist der Hintergrund des Kunstwerkes erklärt und man hat die Möglichkeit, ein Foto mit dem Motiv zu machen.

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5 Kommentare

  • Klaiber,Renate

    Toller Hingucker und Anhaltspunkt, um sich in Köln zu treffen.

  • Herbert Hartmann

    „Die Eistüte besteht natürlich nicht aus echtem Eis“…😲 Das muss man erwähnen? Gibt es Menschen die das gedacht haben?

  • Das Einhorn des Kölners?

  • Peter Dieng

    Also ich ging bis jetzt immer davon aus, dass das echtes Eis ist. Jetzt bin ich doch ein wenig enttäuscht. Urethanschaum, Fiberglas, Holz und Stahl schmecken mir nicht. Aber Pistazieneis schmeckt mir auch nicht. Dann lieber Urethanschaum.

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