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Eifelwasserleitung Köln

Wie die Römer Köln mit Frischwasser aus der Eifel versorgt haben

Es war ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und die längste Wasserleitung nördlich der Alpen. Und es zeigt auch, wie anspruchsvoll und mit wie viel Aufwand die Römer damals schon komplizierte Bauprojekte auf die Beine stellen konnten: Im Jahr 80 n. Chr. bauten sie die Eifelwasserleitung. Eine Wasserleitung mit einer Länge von 95,4 Kilometern. Sie startete in der Nordeifel (Urfttal bei Nettersheim am Grünen Pütz) und transportierte Frischwasser allein durch ein leichtes Gefälle bis nach Köln. Bis heute kann man auf der Strecke zahlreiche Relikte der Leitung sehen.

In der Stadt stellte das Frischwasser aus der Eifel die gesamte Wasserversorgung sicher und versorgte Brunnen, Hauschlüsse und Thermen (und Fußbodenheizungen) der Römer mit Frischwasser. 20.000 Kubikmeter Frischwasser kamen so jeden Tag nach Köln. Um es anschaulich zu machen: Das entspricht einer Fläche von über drei Fußballfeldern, die acht Meter tief und mit Wasser gefüllt ist.

Die Fotos zeigen die Leitung Buschhoven und die Rekonstruktion einer Aquäduktbrücke bei Mechernich-Vussem (Mediatus CCBY-SA 3.0 / Axel Hindemith CC BY-SA 3.0)

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Frischwasser aus der Eifel für Köln

Köln war damals unter römischer Herrschaft und erlebte eine lange Friedensperiode, die den Wohlstand in der Stadt begründete. Schätzungsweise 20.000 Menschen lebten damals in der Stadt.

Die Leitung verlief unterirdisch, sodass das Wasser auf dem Weg vor Verunreinigungen geschützt war. Das hatte außerdem den Vorteil, dass das Quellwasser aus der Eifel gekühlt in der Stadt ankam. Gleichzeitig war die Leitung so vor Frost geschützt. Die Leitung verlief über Euskirchen, Rheinbach, nordwestlich von Bonn und weiter über Brühl und Hürth nach Köln.

Sie hatte ein Gefälle von etwa einem Meter auf einem Kilometer. Die römischen Ingenieure schafften es schon damals, mit Instrumenten, die der heutigen Wasserwaage gleichen, einzuhalten.

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Wasser für Toiletten, Brunnen, Thermen

Die Quellen in der Eifel wurden von den Römer auch ausgesucht, weil sie Trinkwasser mit einem hohen Härtegrad bevorzugten. In der Regel schmeckt dieses Wasser besser und weniger fad.

Das Aquädukt war kein Rohr, wie man es heute kennt, sondern gemauert: 70 Zentimeter breit und etwa einen Meter hoch. Die Leitung war verputzt, damit sie dicht war. Eine Drainage sogar Grundwasser fern. Zum Teil führte sie über gemauerte Brücken mit Rundbögen.

Fast 200 Jahre wurde Köln durch die Eifelwasserleitung mit Frischwasser versorgt. Überall in der Stadt gab es Laufbrunnen, auch für Toiletten-Anlagen wurde das Wasser genutzt. Unterirdische Abwasserkanäle transportierten das Abwasser in den Rhein. Damit war Köln in dieser Zeit hygienischer und zum Teil besser ausgestattet, als im späten Mittelalter. Die Franken zerstörten die Leitung im Jahr 260 n. Chr., die nicht auf voller Länge von den Römern geschützt werden konnte.

Von der römischen Ingenieurskunst blieb in den folgenden Jahrhunderten kaum etwas übrig. Im Gegenteil: Die Wasserleitung wurde, nachdem sie mehrere hundert Jahre unentdeckt blieb, später als Steinbruch benutzt: Die vermauerten Steine wurden in Stadtmauern im Rheinland eingebaut. Im Bereich der Wasserversorgung erreichte man erst im 19. Jahrhundert wieder das technische Niveau der Römer.

Römer-Kanal Wanderweg

Entlang der alten Strecke der Eifelwasserleitung gibt es heute den Römerkanal-Wanderweg. Er ist 116 Kilometer lang und führt von Kall in der Eifel bis nach Köln-Sülz. Der Wanderweg besteht aus Etappen, die jeweils zwischen 15 und 20 Kilometer lang sind. Eine Übersicht zu den Etappen seht ihr hier.

In Rheinbach gibt es ein Römerkanal-Infozentrum (Himmeroder Hof), wo man zahlreiche weitere Details zur Geschichte des Kanals erfährt.

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