Ehrenstraße Köln

Ehrenstraße Köln soll für 6 Mio. Euro ein grüner Boulevard werden

Seit Mai 2022 ist die Ehrenstraße in Köln für Autofahrer gesperrt. Nur noch Fußgänger und Fahrradfahrer sind aktuell zugelassen. Die Kölner Verwaltung hat nun Pläne erarbeitet, wie die Ehrenstraße künftig aussehen soll. In der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt werden am 25. August zwei Varianten vorgestellt.

  • Variante 1:

Auf der Ehrenstraße soll es einen einheitlichen Pflasterbelag geben. In der Mitte gibt es einen 4 Meter breiten Teppich, auf dem Radfahrer fahren dürfen. Auf der Straße soll ein neuer Boulevard entstehen, bei dem auf beiden Seiten des Fahrrad-Teppichs Bäume unregelmäßig angepflanzt werden. Dadurch soll ein lebendiges Straßenbild entstehen. Auch soll die Straße nicht mit einer Baumart bepflanzt werden.

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Am Willy Millowitsch Platz soll ein so genannter „Pocket Park“ entstehen. Gemeint ist damit ein Mini-Park, der u.a. die Tiefgarageneinfahrt auf dem Platz kaschieren soll. Zudem soll hier ein kleiner Spielplatz, sowie ein Trinkwasserbrunnen entstehen. An der Pfeilstraße / Alte Wallgasse soll ein weiterer Platz mit Hochbeet und Bäumen entstehen. Das Ziel dieser Variante ist es, einen „innovativen Stadtraum“ mit grünen Inseln zu schaffen.

  • Variante 2:

Auch hier soll die Ehrenstraße ein grüner Boulevard werden, der Willy Millowitsch Park wird jedoch nicht zu einem Mini-Park umgebaut. Die Bäume stehen auf einer Seite parallel zueinander. Auch hier gibt es einen einheitlichen Straßenbelag.

Um eine Bewässerung der Bäume zu gewährleisten, sollen so genannte „Baumrigolen“ angelegt werden. Das bedeutet, dass das Regenwasser gesammelt und den Bäumen zugeführt wird. Mit Blick auf die klimatischen Verhältnisse in der Zukunft ist das sicher ein wichtiger Punkt. An der Kreuzung Pfeilstraße, Alte Wallgasse soll es ein Fontänenfeld und mehrere Trinkbrunnen geben.


Wie geht es nun weiter?

Die Kosten für die Entwürfe liegen bei jeweils etwa 6 Mio. Euro.

Die Bezirksvertretung Innenstadt wird sich Ende August für eine Variante entscheiden. Anschließend werden die Pläne detailliert ausgearbeitet und dann hoffentlich in die Tat umgesetzt. Hier reden wir aber eher über einen Zeitraum von 2 Jahren oder mehr. Bis die Ehrenstraße tatsächlich ein grüner Boulevard ist, wird also noch einige Zeit verstehen.

Ehrenstraße Köln: Der aktuelle Stand

Aktuell sieht die Ehrenstraße aus wie eine leergeräumte Wohnung, verwohnt und nicht ausgefegt. Die Holzbänke und Blumenkübel hat die Stadt zur Deutzer Freiheit weitergetragen. Der freigewordene Platz auf der Straße wird aktuell nicht genutzt. Die Straße ist an vielen Stellen schlicht versifft. Es wirkt wenig einladend. Derzeit stehen massenhaft Fahrräder auf dem Seitenstreifen.

Wem gehört die Ehrenstraße in der Zukunft?

Der größte Zankpunkt ist wohl, von wem die Straße künftig genutzt werden soll: Schon jetzt sieht man, dass es geteilter Raum mit Fußgängern und Radfahrer in diesem Bereich schwerlich funktioniert. Hier ist schlicht zu viel los und die Straße ist zu eng. Viele Fußgänger benutzen aktuell instinktiv den Bürgersteig.

Was auf der Deutzer Freiheit wegen weniger Fußgängern funktionieren kann, ist auf der Ehrenstraße schwierig. In den Planungsvarianten sind auch in Zukunft jeweils Radfahrer vorgesehen.

Berlin schafft Radweg auf Friedrichstraße ab

Ein ähnliches Phänomen konnte man schon auf der wesentlich breiteren Friedrichstraße in Berlin beobachten. Die wurde ebenfalls auf einem Abschnitt autofrei gemacht. Hier gab es einen vier Meter breiten Radweg, der nun verschwinden wird – es hat nicht funktioniert, obwohl hier viel mehr Platz als auf der Ehrenstraße zur Verfügung stand.

Autofreie Ehrenstraße: Die Fakten

Die autofreie Zone in der Ehrenstraße geht von der Breite Straße (Beginn Nord-Süd-Fahrt) durchgehend bis zum Hohenzollernring. Die Durchfahrten Friesenwall, Pfeilstraße/Alte Wallgasse und Richmodstraße/Auf dem Berlich bleiben für den Kfz-Verkehr möglich. Auch Fahrradfahrer dürfen hier weiter fahren.

Lieferverkehr darf an Werktagen zwischen 6 und 11 Uhr fahren, um die Versorgung der Geschäfte zu gewährleisten.

Bislang stehen viele Poller auf Breite und Ehrenstraße, die Autos von Fußgänger trennen. Das soll künftig wegfallen und zu einer höheren Aufenthaltsqualität führen. Als Vorbild für die autofreie Zone nennt die Stadt das Eigelstein, wo Autos ebenfalls seit einigen Monaten verboten sind.

Ehrenstraße Köln als Fußgängerzone: Die Auswirkungen für den Verkehr

  • Sperrung der Durchfahrt über den Willy-Millowitsch-Platz von Süden nach Norden für den Kfz-Verkehr. Die Verbindungen von der Apostelnstraße in die Gertrudenstraße über die Südseite des Platzes sowie von der Albertusstraße in die St.-Apern-Straße auf der Nordseite des Platzes bleiben erhalten. Das Gertrudenparkhaus bleibt über die Südseite des Platzes weiterhin erreichbar.
  • Drehung der Einbahnstraßenrichtung der Gertrudenstraße zwischen Willy-Millowitsch-Platz und Wolfsstraße.
  • Drehung der Einbahnstraßenrichtung der Straße „Große Brinkgasse“.
  • Auflösung der Durchfahrsperre für Verkehre in Süd-Nord-Richtung auf der Richmodstraße in Höhe des Parkhauses vom Karstadt.
  • Öffnung der Wolfsstraße für den Zweirichtungsverkehr zwischen den Ausfahrten aus den Parkhäusern und der Richmodstraße. Dies ermöglicht die Ausfahrt aus den Parkhäusern zur Magnusstraße und zur Nord-Süd-Fahrt.
  • Die Parkhäuser Bazaar de Cologne, Wolfsstraße und Karstadt sind künftig nur noch über den Neumarkt erreichbar.  

Fußgängerzone Ehrenstraße:

Fußgängerzone in der Ehrenstraße Köln
© isotype/Stadt Köln

Auch Deutzer Freiheit für Autos gesperrt

Die Deutzer Freiheit ist seit Juni ebenfalls in eine Fußgängerzone umgewandelt worden. Die einspurige Straße ist für Autos nunmehr ebenfalls tabu. Hier hat die Stadt Köln einen einjährigen Verkehrsversuch gestartet. In dieser Zeit soll gemeinsam mit Anliegern und Geschäftstreibenden vor Ort ausgewertet werden, ob eine Fußgängerzone hier sinnvoll ist: Die genauen Infos zur Fußgängerzone auf der Deutzer Freiheit lest ihr hier

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2 Kommentare

  • Hardung-Sturzebecher Karsten

    Autofreien Ehrenstr.:
    Ein guter Anfsng! Die Straße hat gewonnen!
    Die Fahrräder müssten aber geschoben werden!

  • Isabell Donath

    Der Grundgedanke der verkehrsberuhigten Innenstadt ist gut. In der Praxis aber wird jeder von Autos befreite Quadratmeter von den Radfahrern einfach annektiert ohne Rücksicht auf Verluste, also Fußgänger! Das macht einen nicht nur SEHR wütend, weil man vollkommen hilflos und schutzlos ist, es ist auch richtig gefährlich! Sorgt dafür, dass Anarchisten auf zwei Rädern Einhalt geboten wird und sie zum Beachten von sinnvollen Regeln verdonnert werden, und ich werde ein Fan der Verkehrsberuhigung! Mir schwebt zum Beispiel eine Verständigung mit dem ADFC vor, dass nicht immer nur Rechte eingefordert werden, sondern deren Klientel auch eindringlich zur Rücksichtnahme und Disziplin aufgefordert wird! Und wann kommt endlich eine Kennzeichnungspflicht für Radfahrer – raus aus der Anonymität??

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