Time Ride Köln

Güterzugtunnel in Köln

Durch diesen Kölner Luxus-Neubau fahren täglich 20 Güterzüge

Der Clarenbachplatz erlangte 2015 traurige Berühmtheit: Hier fand am 17. Oktober 2015 das Messer-Attentat auf die damalige Kölner OB Kandidatin Henriette Renker statt. Heute ist der Platz komplett neu gestaltet – mit einer Konstruktion, die in Europa einmalig ist.

In den neuen Gebäudekomplex mit 67 Eigentums-Wohnungen im Luxus-Segment (31-133 Quadratmeter) wurde ein 160 Meter langer Tunnel integriert, durch den täglich eine zweistellige Anzahl an Güterzügen fährt.

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Wenn die Anwohner hier also in ihrem Wohnzimmer sitzen, rattert rund 20 Mal am Tag direkt unter ihnen ein Güterzug (bis zu 700 Meter lang) über die Gleis. Den Haus-Komplex seht ihr, wenn ihr auf der Aachener Straße stadtauswärts unterwegs seid und die Schienen am Clarenbachstift überquert.

Wie kam es überhaupt zu diesem Neubau?

Grund für das einmalige Projekt ist die Güterzugstrecke zwischen Köln-Niehl und und Frechen-Benzelrath, die seit 1894 hier entlang führt. Früher fuhr hier die so genannte Klüttenbahn, die Kohle-Presslinge transportierte. Es ist die gleiche Strecke, die wenige Meter weiter auch durch den Kölner Stadtwald führt. Die Güter-Strecke wird heute durch die HGK (Häfen und Güterverkehr Köln) betrieben.

Heute werden hier u.a. Quarzsand, Erzeugnisse für die Automobilindustrie und Briketts für das Herzkraftwerk Merkenich transportiert.


Die Bahnstrecke war lange Zeit ein Blocker für die Neubebauung des Clarenbachplatzes. Bis ein Investor schließlich die Hauskonstruktion geplant hat, bei der mitten durch das Haus der Güterzugtunnel führt. Das Foto hier zeigt nur die Frontwand an der Aachener Straße.

Tatsächlich aber führt die Strecke durch drei Wohnhäuser, die hinter dem ersten Haus stehen. Mit Ausnahme von Castor-Behältern dürfen hier theoretisch alle Gefahrgüter transportiert werden.

160 Meter Tunnel ist europaweit einmalig

Und das Projekt realisieren zu können waren hohe Anforderungen für den 160 Meter langen Tunnel zu bewältigen. Eine europaweit einmalige Konstruktion entstand: Die Tunnelwand ist 30 Zentimeter dick, am Eingang sogar 1 Meter, um einen möglichen Aufprall abzufangen. Die Mauern können Temperaturen von 1200 Grad standhalten.

Alle Wohnungen verkauft

Die Abgase der Dieselloks werden durch eine spezielle Belüftung (weht 10 Minuten lang nach jedem Zug) durch den Tunnel verweht. Das Gleisbett ist so gebaut, dass nicht bei jedem Zug das ganze Haus vibriert.

Die Züge dürfen in diesem Abschnitt lediglich 20-30 km/h fahren. Der Beliebtheit des Komplexes, der Anfang 2021 fertiggestellt wurde, hat dies übrigens nicht geschadet. Die Preise für die Wohnungen lagen zwischen 5000 und 6500 Euro pro Quadratmeter. Die 67 Eigentums-Wohnungen sind alle verkauft.

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