Die Geschichte hinter diesen uralten Baumstämmen am Rheinufer

Wenn der Rhein wenig Wasser führt, ragen am Rheinbett Höhe Rheinpark und Bastei plötzlich alte Holzpfeiler empor: Als „kölsches Stonehenge“ bezeichnete sie jemand in unserer Foto-Gruppe auf Facebook.

Tatsächlich sind diese Holzpfeiler Zeugnisse der kölschen Geschichte.

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Kölner Patton-Brücke über den Rhein

Die Holzstämme zeigen die Überreste einer alten Brücke, der so genannten Patton-Brücke. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde diese Brücke als Behelfsbrücke über den Rhein gebaut. Die Brücken waren in den Nachkriegsjahren von enormer Bedeutung für die Logistik beim Wiederaufbau.

Zur Erinnerung: Die Deutschen hatten die noch verbliebenen Kölner Brücken kurz vor dem Ende des 2. Weltkriegs gesprengt. Das Bild der zerstörten Hohenzollernbrücke steht auch heute noch symbolisch für das Kriegsende in Köln.

Fotos: Ingo Schmitz

Kölner Patton-Brücke über den Rhein war nur 5 Jahre in Betrieb

Für ein provisorisches Bauwerk hatte die Brücke beeindruckende Maße: Sie war 400 Meter lang, hatte zwei Fahrbahnen, Rad- und Fußgängerweg. Sie verlief so hoch über den Rhein, dass Schiffe problemlos darunter herfahren konnten (Foto) – auch bei Hochwasser. Ihr Standort war linksrheinisch neben der Bastei. Dort war sie bereits am Ufer so hoch, dass sie über die Rheinuferstraße ging und den Verkehr dort nicht beeinträchtigte.

Eingeweiht wurde sie am 12. Juni 1946 nach nur 8 Monaten Bauzeit:

500 britische Pioniere und 900 deutsche Arbeiter waren am Bau beteiligt. Nach fünf Jahren war die Zeit der Brücke aber bereits abgelaufen.

Fotos: Ingo Schmitz

Die Patton-Brücke wurde am 10. November 1951 abgerissen, nachdem die Mülheimer Brücke fertiggestellt wurde. Die Holzpfeiler geben bis heute ein Zeugnis von der direkten Nachkriegsjahren.

Der Name ist General George Smith Patton gewidmet, der ein General der US-Army im 2. Weltkrieg war. Fast alle Kölner Brücken mussten nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut werden – oder wurden neu gebaut. Mittlerweile sind einige von Ihnen in die Jahre gekommen, weshalb es deshalb einen enormen Sanierungsstau mit beträchtlichen Kosten gibt.

Danke an Ingo, der diese Bilder in unsere Foto-Gruppe auf Facebook gestellt hat und Robert, der die Erläuterungen dazu gegeben hat.

Lesetipp zum Thema:

Wenn der Rhein niedriges Wasser hat, kommen in Höhe des Tanzbrunnens sichelförmige Anlagen im Flussbett zum Vorschein. Wir haben zwei Geschichtsexperten gefragt, was es damit auf sich hat: Das Rätsel um den mysteriösen Betonring, der am Tanzbrunnen aus dem Rhein ragt

9 Comments

  • Klaus Fliescher

    Liebes Redaktionsteam,
    als ein ehemals in Köln lebender Rheinländer, auf diese Wortschöpfung musst du erst einmal kommen, freue ich mich jedes Mal darüber, wenn ich etwas aus „meiner“ Stadt hören oder lesen kann!
    Herzlichen Dank für euer Engagement und macht weiter so!

  • Danke für den sehr interessanten geschichtlichen Hintergrund der Patton-Brücke!

    Gruß
    F. Priemer

  • Rosemarie Kolarik

    Über diese Brücke bin ich als Kind ( Jahrgang 1935 ) gegangen. Wenn wir über den Rhein mussten, um unsere Verwandten auf der linken Rheinseite zu besuchen, führen wir von Deuz aus mit der Fähre, dem sog. Weberschiffchen. Dann gab es endlich die Patton-Brücke. Danke für diese unerwartete Erinnerung an die Vergangenheit.
    Rosemarie Kolarik

    • Verliebt in Köln

      Vielen Dank, dass Sie diese Erinnerung mit uns teilen, liebe Rosemarie.

  • Frank Laufenberg

    Gibt es denn gar keine Fotos mehr von der Pattonbrücke? Schade.

    • Verliebt in Köln

      Hallo Frank, wir durften aus Rechte-Gründen selbst leider keines hochladen, aber im Text haben wir ein Foto verlinkt, unter „Foto“ in Klammern. Liebe Grüße!

  • Andrea Heinitz

    Hallo liebe Kölner!
    Als Exil -Kölnerin in Hamburg möchte ich hier nach Verwandtschaft suchen. Kennt jemand meine Cousine Helga Koch, Jahrgang ungefähr 1961 und ihren Bruder Peter Koch, Jahrgang ungefähr 1959. Sie lebten bis mindestens Mitte 1970 in Lindenthal, Raumerstr.?in so großen Backsteinbau mit Balkon, zusammen mit Ihren Eltern Arnold und Elli Koch. Außerdem meine Tante Anita, jüngere Schwester meiner Mutter Maria Veronika Schmitz, verheiratet mit Heinz Heinitz aus Leipzig. Anita lebte damals in Mühlheim, in einer Seitenstraße der Frankfurter Str. Dort lebte Sie mindestens bis Anfang 1980, gemeinsam mit Ihrem Mann und 5 Kindern? Ihre älteste Tochter Eveline? hatte schon ein Baby. Dann gab es noch Hans Schmitz mit Frau Karin, kinderlos in den 70er, auch in Lindenthal. Vielleicht in der Raumerstr.? Ich bin Andrea Heinitz, geb. 1963 in Frechen, mein verstorbener Bruder Hans-Günter Heinitz, geb. 1959 in Lindenthal. Meine Mutter arbeitete bis ungefähr 1955 auch in Lindenthal als Haushälterin bei Süßwaren Hiltscher. Bitte helft mir ein Teil meines Lebens zurück zu bekommen. Vielleicht kennt mich ja auch noch jemand. Bis zum 13. Lebensjahr lebte ich in Frechen, danach in Köln.

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