Die 5 wichtigsten Details im Kölner Stadtwappen und was sie bedeuten

Wir sehen es an vielen Orten in Köln. Als Fahne, über Türen und natürlich auch im Karneval. Das Stadtwappen ist nun wirklich jedem geläufig. Tatsächlich aber gibt es mehrere Details im Wappen, die vielleicht nicht jeder auf Anhieb weiß.

Weil wir es immer wieder schön und interessant finden, wissenswerte Kleinigkeiten über unsere Stadt zu erfahren, wollen wir Euch deshalb an dieser Stelle die fünf wichtigsten Details des Wappens kurz und knapp erklären.

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Warum gibt es Adler und Schild?

Grob unterteilt ist das Wappen in den Adler und das Schild, das das Kernwappen der Stadt bildet. Der Adler hat aber bis heute noch durchaus Akzeptanzprobleme bei einigen Kölnern, die das Schild als echtes Stadtwappen ansehen, das es auch schon früher gab.

Warum hat der Adler zwei Köpfe?

Der Adler, in dem das Kölner Stadtwappen eingefasst ist, ist ein Symbol des Heiligen Römischen Reiches und erinnert somit an die römische Vergangenheit Kölns. Er hat zwei Köpfe, die für Kaiser und König stehen (der römische Kaiser war gleichzeitig der deutsche König), jeweils mit Heiligenschein, und hält Zepter und Schwert.

Woher kommen die Farben rot und weiß?

Rot und Weiss sind die Farben der Hanse, ein Bündnis von Kaufleuten im Mittelalter. Zahlreiche Städten waren diesem Bündnis angeschlossen, auch heute ist der Begriff noch gebräuchlich. Köln war neben Lübeck eine der Gründungsstädte.

Was bedeuten die drei Kronen?

Die drei Kronen lassen sich für die meisten Leute am offensichtlichsten entschlüsseln: Sie stehen für die Heiligen Drei Könige, deren Gebeine im goldenen Schrein des Kölner Doms liegen und im Jahr 1164 von Mailand nach Köln gebracht wurden.

Was bedeuten die 11 Tropfen?

Die 11 Tropfen oder Tränen (Hermelinschwänze) erinnern an die heilige Ursula. Sie war eine Tochter des Königs der Bretagne und im 5. Jahrhundert mit 10 jungfräulichen Begleiterinnen auf der Rückweg einer Pilgerreise von Rom. In der Nähe von Köln wurde sie mitsamt ihren Begleiterinnen von den Hunnen unter Attila ermordet, der die Stadt zu der Zeit belagerte.

Die Frauen weigerten sich, sich den nichtchristlichen Hunnen zu unterwerfen. In der Legende wurden aus 11 Frauen 11.000 Frauen, bzw. jede Frau hatte 1000 Begleiterinnen, die Köln durch ihren Tod der Legende nach von der Belagerung befreiten. Sie gelten außerdem als ein Symbol der Standhaftigkeit.

In der St. Ursula Kirche in der Kölner Altstadt (Ursulaplatz 24) gibt es die goldene Reliquienkammer, deren Wände aus einem menschlichen Mosaik der menschlichen Gebeine bestehen. Bevor die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln kamen, waren die Gebeine der heiligen Ursula und ihren Begleiterinnen die Pilger ein Hauptgrund, nach Köln zu kommen.

Die Clematius-Inschrift in der Kirche besagt, dass in der Kirche nur die Gebeine der heiligen Jungfrauen bestattet werden sollen – unter Androhung des Höllenfeuers. Im Chor der Kirche findet man die Ursula-Legende auf 24 Tafeln und 30 Bildern, die aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Auf der Inschrift der Ursula-Glocke (3,6 Tonnen) der Kirche steht unter anderem (in Latein): „Heilige Ursula, dir und deiner jungfräulichen Schar empfiehlt sich, um Schutz flehend, ganz Köln. Behüte mit deinen Gefährtinnen diese Vaterstadt, die ihr mit eurem keuschen Leben und der Hingabe eures Blutes geweiht habt.“

Habt ihr Fotos von Gebäuden, etc., wo das Kölner Stadtwappen abgebildet ist? Schickt uns gerne eine E-Mail.

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Kommentare

Hier kannst du einen Kommentar schreiben

  • Musste lachen (Nur ein bisschen). Zwei Köpfe hatte der Adler, weil er zu viel Kölsch hatte getrunken, seinen Kopf wackelte hin und her und wusste aber nicht mehr wo Rhein und Dom war. Haben die Polen auch aber die trinken nur Schabau (Schnaps).

  • Das heilige römische Reich hat in dem Sinne nichts mit der “römischen Vergangenheit” Kölns zu tun. Es steht im Sinne der “transaltio imperii” in der mittelalterlichen bzw. spätmittelalterlichen Nachfolge des römischen Reiches. Bitte also nicht das “Heilige römische Reich” mit den “Römern” gleichsetzen.

  • Nach meinem Wissenstand sind die Gebeine der Drei heiligen Könige von Mailand über Düsseldorf (wo nach wir uns mit ihnen nicht verstehen) nach Köln gekommen.

        • Sie erhielten die Stadtrechte aus dem Grund, weil der damalige Bischof von Worringen die Unterstützung aus dem nördlich gelegenen Dorf erbeten hat, um gegen die Kölner zu bestehen. Da die Schlacht für die Kölner verloren ging, erhielten die Düsseldorfer daher die Stadtrechte verliehen…

  • St. Ursula / Kölner Wappen
    Köln wurde um 455 von den mit den Hunnen verbündeten Franken belagert und anschließend zerstört. Somit ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Hunnen die Reisenden ermordet haben sollen, oder jedenfalls nicht in der Nähe Kölns.
    Es kann natürlich andere Gründe gegeben haben, Ursula Köln zuzuordnen, aber jedenfalls ist es nette Folklore.
    Anderes zur damaligen Zerstörung Kölns: Mit diesem Ereignis endete die Geschichte Kölns als römische Stadt mit dazugehöriger Abwasserentsorgung. Ob die Anlagen zerstört wurden, weiß ich nicht. Jedenfalls ging das Know How verloren.
    Es dauerte bis zum 19. (!!) Jahrhundert, bis wieder eine entsprechende Infrastruktur geschaffen wurde.

    • Danke für die Anmerkung. Es ist auf jeden Fall nette Folklore und eben eine Legende, die man sich erzählt, da haben Sie vollkommen recht. Herzliche Grüße!

  • Kann es sein, dass im kölschen Wappen (insbesondere in den 11 Tränen) auch die Grundlage für den Sessions-Auftakt am 11.11. gelegt ist?
    Frage einer interessierten “Nei-Gschmeckte” mit hohem Integrationswillen

    • Das ist eine sehr gute Frage, darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht bzw. noch nicht zu recherchiert. Aber lohnt sich, das mal anzugehen.