Der Zauber der leuchtenden Karnevalsfiguren in den menschenleeren Einkaufsstraßen

Dieser Anblick ist berührend und traurig, aber gleichzeitig auch schön. Denn er gibt uns Hoffnung und sendet allen kölschen Jecken das eindeutige Zeichen: Wir kommen wieder, wir werden wieder Karneval feiern. (Fotos: Ralf Bohle, Rosa Juchniewicz)

Wer dieser Tage abends auf der menschenleeren Schildergasse unterwegs ist, der sieht die beleuchteten Karnevalsfiguren, wie hier auf Höhe des C&A. Sie weisen den Weg des Rosenmontagszuges 2021, den es nicht geben wird.

Figur der Große Kölner K.G. auf der Schildergasse. Foto: Rosa Juchniewicz

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Es ist ein Bild, das nachdenklich macht, gehen hier doch sonst tausende Menschen jede Stunde entlang. Nun herrscht Stille und Leere. Und doch geht ein ganz besonderer Zauber von ihnen aus. Und nicht zuletzt auch Hoffnung.

Das Festkomitee stellt die Figuren jedes Jahr auf – und wollte auch dieses Jahr ganz bewusst nicht darauf verzichten. Denn in der Corona-Zeit war es dem Festkomitee wichtiger denn je, den Menschen das Fastelovendsjeföhl zu vermitteln.

Tradition seit 1973

„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, auch 2021 diese Tradition fortzuführen. Denn auch wenn es in dieser besonderen Session keinen normalen Zoch gibt, wollen wir mit dieser Aktion für ein wenig Normalität und schöne Erinnerungen sorgen“, so Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn.

Und das wirkt. Denn wer die Figuren sieht, der fühlt sich unweigerlich an das kölsche Lebensgefühl und den Karneval erinnert. Neben der Schildergasse sieht man die Figuren unter anderem am Neumarkt, Heumarkt, Excelsior Hotel Ernst, WDR Arkaden und Alter Markt. Achtet mal drauf, wenn ihr einen Spaziergang am Abend macht.

Die Stadt Köln hat die Aktion finanziell bezuschusst. OB Henriette Reker über die Figuren: „Seit 1973 gehört die Straßendekoration zum Stadtbild Kölns in der Karnevalszeit. Gerade in diesen sorgenvollen Tagen zeigen das Festkomitee des Kölner Karnevals und die Stadt Köln Farbe und erhalten die Hoffnung auf bessere Zeiten“

Figur der Dellbröcker Boore ebenfalls auf der Schildergasse. Foto: Rosa Juchniewicz

Die meterhohen Leuchtfiguren, die etwa in der Severinstraße, am Heumarkt oder der Schildergasse stehen, stellen 19 verschiedene der über 100 dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften dar. So können die Altstädter, Jan von Werth, die Bürgergarde „blau-gold“ und viele weitere schillernde Figuren des kölschen Fastelovends noch bis zum Ende der Session von den Jecken bestaunt werden.

Dass die Kölschen auch 2021 einen Weg finden, ihren Gefühlen zum Karneval Ausdruck zu verleihen hat zuletzt auch dieses berührende Video der Prinzen-Garde gezeigt:

Das einsame Tanzpaar: Video der Prinzen-Garde trifft mitten ins kölsche Hätz

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Kommentare

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  • Ich habe mich schon eine Weile gefragt, ob die schönen Figuren auch in diesem Jahr in Köln zu sehen sein werden und habe mich eben sehr über die Aktion gefreut.
    Gerade in schwierigen Zeiten sind so kleine Lichtblicke besonders wichtig.

  • Guten Morgen
    Das sieht toll aus.
    Aber man hätte vielleicht auch weniger machen können.
    Alle kleinen Vereine suchen Hilfe.
    Brigitte Klauer-Holdinghausen

    • Mir gefällt es sehr gut und ich finde es klasse. Man sieht die Figuren mit einem weinenden und einem lachenden Auge an und erinnert sich an schöne Fastelovendzeiten. Und ob wir jetzt mehr oder weniger Figuren hängen haben,hat doch nichts mit der Hilfe für die kleinen Geschäftsleute zu tun. Dat is doch Quatsch.