Anzeige


Angehöriger hält Hand einer Demenz-Erkrankten

Demenz in der Familie: Diese 7 Anlaufstellen in Köln helfen weiter

Wenn ein Mensch vergesslicher wird, sich auffällig verändert oder im Alltag zunehmend die Orientierung verliert, verunsichert das häufig die ganze Familie. Ist es eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens? Steckt eine andere Erkrankung dahinter? Oder handelt es sich um eine beginnende Demenz?

In Köln gibt es mehrere Stellen, die Betroffene und Angehörige beraten, bei der Diagnose helfen oder im Alltag entlasten. Wichtig ist vor allem, nicht zu lange allein mit den Fragen und Sorgen zu bleiben. Diese sieben Anlaufstellen können weiterhelfen. (Foto: ki-generiert)

1. Hausarztpraxis: Der erste Schritt bei einem Verdacht

Wer bei sich selbst oder einem Familienmitglied Veränderungen des Gedächtnisses bemerkt, kann sich zunächst an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Dort lässt sich klären, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.

Vergesslichkeit muss nicht zwangsläufig auf eine Demenz hindeuten. Auch Medikamente, Depressionen, Schlafprobleme, Infektionen oder andere Erkrankungen können die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Hausarztpraxis kann erste Untersuchungen veranlassen und bei Bedarf eine Überweisung an eine neurologische, psychiatrische oder spezialisierte Gedächtnisambulanz ausstellen.

Hilfreich ist es, konkrete Beobachtungen zu notieren: Seit wann bestehen die Veränderungen? Welche Alltagssituationen bereiten Schwierigkeiten? Werden Termine, Namen oder Wege häufiger vergessen? Nach Möglichkeit sollte eine vertraute Person den Termin begleiten.

❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀
Kölscher Fuffziger
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀

2. Kölner Alzheimer Forum: Beratung für die ganze Familie

Das Kölner Alzheimer Forum gehört zum Kompetenzzentrum Demenz der Sozial-Betriebe-Köln. Die Einrichtung berät Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen telefonisch und persönlich. Darüber hinaus werden Vorträge, Schulungen und kulturelle Angebote organisiert.

Die Beratung eignet sich besonders für Familien, die nach einer ersten Orientierung suchen. Dabei kann es um den Umgang mit der Erkrankung, Unterstützungsangebote, Pflege oder Entlastungsmöglichkeiten gehen.

Kontakt

Kompetenzzentrum Demenz
Boltensternstraße 16
50735 Köln-Riehl
Telefon: 0221 7775-5105
E-Mail: alzheimer-forum@sbk-koeln.de

Weitere Informationen zum Kompetenzzentrum Demenz

3. Uniklinik Köln: Wenn eine genaue Diagnose benötigt wird

Die Spezialambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenz der Uniklinik Köln untersucht Menschen, bei denen eine Demenzerkrankung vermutet wird. Neben ärztlichen Untersuchungen gehören neuropsychologische Tests zur Diagnostik. Bei einem weiteren Termin werden die Ergebnisse gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen besprochen.

Die Spezialambulanz ist nicht mit einer allgemeinen Beratungsstelle zu verwechseln. Sie ist vor allem dann die richtige Adresse, wenn Gedächtnisstörungen medizinisch abgeklärt oder verschiedene mögliche Ursachen voneinander unterschieden werden sollen. Für die Terminvereinbarung sollte vorher erfragt werden, welche Unterlagen und Überweisungen benötigt werden.

Kontakt

Spezialambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenz
Uniklinik Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln-Lindenthal
Telefon: 0221 478-32888

Spezialambulanz der Uniklinik Köln

4. Seniorenberatung Köln: Hilfe bei Pflege, Behörden und Versorgung

Nach einer Diagnose stellen sich schnell ganz praktische Fragen: Wie kann die Betreuung zu Hause organisiert werden? Welche Leistungen gibt es? Wo lässt sich ein Pflegegrad beantragen? Und wie finden Familien einen passenden ambulanten Dienst?

Die Senior*innenberatung arbeitet im Auftrag der Stadt Köln. Sie informiert unter anderem zu häuslicher Unterstützung, Pflege, Wohnen im Alter und Behördenangelegenheiten. Die Beratung ist unabhängig, vertraulich und überkonfessionell. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität können auch Hausbesuche vereinbart werden. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gibt es in den einzelnen Stadtbezirken sowie bei verschiedenen Wohlfahrtsverbänden.

Seniorenberatung in Köln

Einen größeren Überblick über Pflege, altersgerechtes Wohnen und weitere Unterstützungsangebote findet ihr in unserem Artikel: Wie können Senioren gut in Köln leben? Hier gibt es Tipps und Hilfen

Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

5. Die Kölner Demenznetze: Hilfe direkt im eigenen Stadtbezirk

Die Versorgung bei Demenz ist in Köln teilweise nach Stadtbezirken organisiert. Demenznetze gibt es unter anderem in Ehrenfeld, Kalk, Mülheim, Porz, der Innenstadt, im Kölner Norden und im Kölner Westen. Sie verbinden Beratungsstellen, Kliniken, Pflegedienste, Betreuungseinrichtungen und weitere örtliche Angebote.

Das ist besonders hilfreich, wenn Angehörige nicht irgendeine Beratungsstelle suchen, sondern konkrete Unterstützung in der Nähe benötigen. Der städtische Demenz-Wegweiser führt die Angebote für alle neun Kölner Stadtbezirke auf. Dazu gehören Beratungen, Gesprächskreise, häusliche Hilfen, Gruppenangebote und spezialisierte Einrichtungen.

Ein Beispiel ist das Demenz-Netz Kölner Norden. Es bietet kostenlose persönliche und telefonische Sprechstunden an. Für die persönliche Beratung im Bürgerzentrum Chorweiler ist keine Voranmeldung erforderlich.

Demenz-Wegweiser der Stadt Köln

Viele dieser Hilfen sind mit den Seniorennetzwerken in den einzelnen Veedeln verbunden. Köln fördert diese örtlichen Netzwerke 2026 mit insgesamt 2,8 Millionen Euro

6. Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe: Austausch mit anderen Angehörigen

Eine Demenzerkrankung belastet häufig nicht nur die erkrankte Person. Auch Partner, Kinder und andere Angehörige geraten durch die dauerhafte Verantwortung an ihre Grenzen.

Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Köln vermittelt Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige. Dort können sich Menschen austauschen, die ähnliche Situationen erleben. Neben emotionaler Unterstützung entstehen dabei häufig auch hilfreiche Hinweise für den Pflegealltag.

Kontakt

Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Köln
Marsilstein 4–6
50676 Köln
Telefon: 0221 951542-33
E-Mail: pflegeselbsthilfe-koeln@paritaet-nrw.org

Informationen zur Pflegeselbsthilfe in Köln

Auch Einsamkeit kann für ältere Menschen und ihre Angehörigen zu einer zusätzlichen Belastung werden. Diese Begegnungs- und Hilfsangebote gibt es dagegen in Köln

7. TANDEm in Nippes: Entlastung direkt zu Hause

Manchmal ist nicht noch eine Beratung notwendig, sondern eine konkrete Pause vom Pflegealltag. Der häusliche Besuchsdienst TANDEm vermittelt geschulte freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie besuchen Menschen mit Demenz in Köln-Nippes und verbringen mit ihnen einige Stunden zu Hause oder bei gemeinsamen Aktivitäten.

Je nach persönlichen Interessen können sie spazieren gehen, spielen, zuhören oder Erinnerungen austauschen. Angehörige gewinnen in dieser Zeit Freiraum für Einkäufe, Termine, Treffen oder eine dringend benötigte Pause. Die Einsätze werden individuell abgestimmt.

Kontakt

TANDEm – Häuslicher Besuchsdienst
Yorckstraße 10
50733 Köln-Nippes
Telefon: 0221 97623-773
E-Mail: tandem@diakonie-koeln.de

Weitere Informationen über TANDEm

Nicht jede Anlaufstelle ist für jede Situation zuständig

Bei einem ersten Verdacht sind die Hausarztpraxis und anschließend gegebenenfalls eine spezialisierte Gedächtnisambulanz die richtigen Adressen. Geht es um Pflege, finanzielle Leistungen oder Unterstützung zu Hause, helfen die Seniorenberatung und die Beratungsstellen im jeweiligen Stadtbezirk.

Angehörige, die sich überfordert oder allein fühlen, können sich an das Kölner Alzheimer Forum, das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe oder einen örtlichen Gesprächskreis wenden. Der Demenz-Wegweiser der Stadt Köln bietet darüber hinaus eine umfangreiche Übersicht über Beratung, Behandlung, häusliche Hilfen, Pflegeeinrichtungen und Freizeitangebote.

Eine Demenz lässt sich nicht durch einen einzelnen Gedächtnistest im Internet feststellen. Je früher auffällige Veränderungen ärztlich abgeklärt werden, desto eher können behandelbare Ursachen erkannt und passende Hilfen organisiert werden.

Die Kontaktdaten und Angebote wurden im September 2026 geprüft. Da sich Sprechzeiten und Voraussetzungen ändern können, empfiehlt sich vor einem Besuch eine kurze telefonische Nachfrage.

Zurück
Kommentiere diesen Artikel